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ExpertenTesten

Die Geschichte des Bügelns

Die weite Welt der Technik unterliegt einem steten Wandel. In welchem Bereich träfe diese altbekannte Weisheit wohl eher zu, als im Bereich der Hausarbeit? Wenn man bedenkt, wie schwer es die Menschen zum Beispiel im Mittelalter oder ganz gewiss auch in der „guten, alten“ Steinzeit hatten, wird klar, wie groß der technische Fortschritt ist, den der Mensch im Laufe der vielen Jahrtausende bereits erreicht hat. Und so nahm im Laufe der Zeit auch die Pflege des äußeren Erscheinungsbildes einen immer wichtigeren Stellenwert ein. In Folge dessen war es naheliegend, dass die Menschen im Zuge ihrer Geschichte gleichwohl ein Augenmerk darauf legten, stets „faltenfrei“ daherzukommen. Nach der „düsteren“ mittelalterlichen Ära, als grobe Jute- oder Lederkleidung mehr und mehr verdrängt und dünne, edle Stoffe immer mehr an Bedeutung gewannen, geriet auch die Pflege der Bekleidung stetig weiter in den Fokus. Nicht mehr allein die Sauberkeit spielte diesbezüglich eine Rolle, sondern letztlich vor allem der Aspekt, glatte Hemden, Blusen, Röcke und Hosen tragen zu wollen. Vor diesem Hintergrund war es nurmehr eine Frage der Zeit, bis endlich das Bügeln „erfunden“ wurde. Wenn man bedenkt, wie viel sich von damals bis heute allein mit Blick auf diese „Technologie“ getan hat, so darf man mit Fug und Recht gespannt darauf sein, mit welchen technischen Neuerungen die Hersteller innovativer Bügeleisen bzw. Dampfbügelstationen in Zukunft noch aufwarten werden.

Wann, wo und wie ist das Bügeln entstanden?

Der Wunsch vieler Menschen, mit sauberer, gepflegter und vor allem glatter Kleidung daherzukommen, spielte schon relativ früh eine wichtige Rolle. Zwar konnte von diesem Bestreben noch in der Steinzeit so gut wie keine Rede sein, da die Kleidung bzw. die Felle und Naturutensilien, mit denen man den Körper schützen und gegen neugierige Blicke abdecken wollte, eher einen rein funktionalen Zweck erfüllte. Aber als sich im Laufe der Jahrhunderte das Wissen der Menschheit und im Zuge dessen auch die Ansprüche erhöhten, gewann der Aspekt des möglichst gepflegten Erscheinungsbildes eine erste wichtige Bedeutung. Geschichtlichen Dokumenten zufolge begann man allerdings doch recht spät damit, die Kleidung mit Hilfe eines glatten Metallstreifens glätten bzw. weitestgehend von Falten befreien zu wollen. Man machte sich etwa zum Ende des 14. Jahrhunderts daran, breite Metallstücke mit Griffen zu bestücken und diese Konstruktionen über dem Feuer zu erhitzen. Freilich stellte man schnell fest, dass eine Überhitzung des Werkstoffes direkt eine Beschädigung der Textilien nach sich zog. Entsprechend sorgsam und bedächtig ging man seinerzeit folglich zur Sache. Nichtsdestotrotz dauerte es seitdem noch etwa drei Jahrhunderte, bis Metallgerätschaften entwickelt wurden, die über einen Hohlraum verfügten, um hier heiße Flüssigkeiten oder glühende Kohlestückchen einzufüllen. Später erfreute sich der so genannte Ochsenknochen bzw. die Ochsenzunge beim Glätten der Textilien einer kontinuierlich wachsenden Beliebtheit. Dieses Teil lief vorne spitz zu und konnte so im Ärmel- oder Kragenbereich von Kleidungsstücken effizienter eingesetzt werden.

Als die so genannte „bessere Gesellschaft“ der damaligen Zeit nicht mehr willens war, ihre Kleidung selbst zu glätten, schossen die Bügelhäuser quasi wie Pilze aus dem Boden. Auch hier bediente man sich einer ähnlichen Bügeltechnologie, wobei jedoch erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts spezielle Schlauchsysteme konzeptioniert wurden, durch welche erhitztes Gas bis zur Metallsohle des Glätteisens transportiert wurde. Häufig machten die Menschen allerdings ihre Erfahrungen mit dem Gefahrenpotenzial der Gasbügeleisen. So dauerte es auch nicht lange, bis die Bügeleisen später mit Strom betrieben wurden.

Veränderung des Bügelns technisch im Laufe der Zeit

Waren anfangs vorwiegend die über der Feuerstelle erhitzten Metallbrettchen bekannt, wurden diese später mit Griffen bestückt, um die Bedienbarkeit zu vereinfachen. Im Folgeschritt, etwa im 17. Jahrhundert wurde das Metall mit zusätzlichen Hohlräumen bzw. Behältnissen bestückt, in die man brennende Holzscheite oder glühende Kohlen füllte, um auf diese Weise ein besseres Glättungsergebnis zu erzielen. Es dauerte sodann noch länger, als ein ganzes Jahrhundert, bis man die „neuen“ Bügeleisen durch heißes Gas „befeuerte“, welches durch speziell konzipierte Verbindungsschläuche ins Innere der Geräte geleitet wurde. Eine sinnvollere Alternative zu dieser doch recht gefährlichen Technologie war – etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts – das mit Elektrizität betriebene Bügeleisen. Man war seither eifrig damit beschäftigt, an dieser „neuartigen“ Technik zu feilen und konzipierte eines Tages sogar eine Art Überhitzungsschutz, um die Kleider gegen Brand und Co. zu schützen.

Statistiken rund um das Thema Bügeln

Wenn man bedenkt, dass sich immer mehr Haushalte dazu entscheiden, das Bügeln einem gewerblichen Helfer (Bügelservice oder Textilreinigungsunternehmen) zu überlassen – der Anteil liegt gegenwärtig bei immerhin 38 Prozent, stellt sich freilich die Frage nach dem „Warum“. Und die Industrie hat hierauf offensichtlich bereits eine Antwort: Die bis dato zur Verfügung stehende Technologie (Bügeltechnik) wird augenscheinlich nicht jedem Anspruch gerecht. So bemängeln immerhin 89 Prozent der Verbraucher, dass das Bügeln an sich eine eher leidige und noch dazu überaus anstrengende Tätigkeit ist. Allerdings sprechen auch die statistischen Werte Bände, wenn man die im Haushalt existenten Bügelgeräte betrachtet. So sind sage und schreibe fast 22 Prozent der Bügeleisen in deutschen Haushalten heute älter als zehn Jahre. 21 Prozent der Bügeleisen sind rund sechs bis zehn Jahre alt. Natürlich entspricht ein Großteil derer keineswegs mehr den gestiegenen Ansprüchen mit Blick auf eine einfache Bedienbarkeit, Komfort und Leistungsstärke. Handlungsbedarf ist gefragt – eine Dampfbügelstation muss her….

Bügeln als typische Hausfrauenarbeit?

Die Zahl der Singlehaushalte steigt auch weiterhin stetig an. Diesbezüglich fällt auf, dass vor allem alleinstehende Herrschaften einen Bügelservice in Anspruch nehmen. Denn nach wie vor gilt das Bügeln als eine typische Hausfrauenarbeit. Wie aber neueste Umfragen belegen, ist sich der moderne Mann von heute keineswegs mehr zu schade, um „in Eigenregie“ das Bügeleisen zu schwingen. In Zeiten der Eman(n)zipation sieht man demgemäß immer mehr Männer, die ihre Wäsche selbst bügeln. Überhaupt gilt es in diesem Zusammenhang auch den arbeitsmarktspezifischen Aspekt zu beleuchten. Die Zeiten, in denen die Frauen allein in ihrer Mutter- oder Hausfrauenrolle aufgingen, sind so gut wie vorbei. Immer mehr Frauen sind heute (Vollzeit) berufstätig. Angesichts dessen ist in den Familien bzw. eine gewisse (Haushalts-)Planung unerlässlich. Kein Wunder also, dass Bügeln in der heutigen, modernen Zeit fast nicht mehr als eine klassische Tätigkeit für Hausfrauen bekannt ist. Denn wie sonst sollte man(n) von sauberer, glatter Kleidung profitieren, griffe man(n) nicht selbst auch hin und wieder zum „heißen Eisen“?

Alternativen zum klassischen Bügeln

Wer nicht bügeln möchte, kann – je nach textilener Beschaffenheit – Hemden, Hosen und Co. nach dem Waschen (tropf-)nass aufhängen. Auf diese Weise lässt sich eine Faltenbildung oftmals größtenteils verhindern. Auch bügelfreie Wäsche bzw. Kleidung, die im gut sortierten Fachhandel geboten wird, erfreut sich größter Beliebtheit. Natürlich nutzen nach wie vor viele Haushalte das Angebot der klassischen Heißmangel. Auch die moderne Bügelfee rückt diesbezüglich immer weiter in den Fokus. Ein (recht kostspieliges) Highlight ist darüber hinaus auch der so genannte Topper. Diese auch als Dampfpuppen bekannten Geräte funktionieren pneumatisch, wobei die Kleidung darüber gestülpt und durch Dampf gleichmäßig getrocknet und von Falten befreit wird.