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Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger: So gehen Sie vor

Das Reinigen des Daches und der Dachrinne mit einem Hochdruckreiniger birgt immer Gefahren. Aus diesem Grund sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie die Reinigung mit diesem Gerät durchführen wollen. Nachfolgend wird erklärt, was zu beachten ist und welche Gefahren eine solche Reinigung mit sich bringt.

Das Dachreinigen und die enorme Unfallgefahr

Wenn Sie Ihr Dach reinigen möchten, dann sollten Sie bedenken, dass ein feuchtes Dach ein großes Unfallrisiko birgt. Auch wenn das Dach zunächst trocken ist, durch das Reinigungswasser wird es benetzt und zur wahren Rutschpartie.

Zipper ZI-HDR140 HochdruckreinigerZwar waschen Sie Flechten, Moos, Algen und sonstige Verschmutzungen mit dem Hochdruckreiniger vom Dach, doch gerade dies macht das gesamte Dach recht schlüpfrig. Zudem spritzen Sie das Schmutzwasser überall hin und besonders in dem Bereich, indem Sie gerade arbeiten.

So kommt zu der gefährlichen Nässe auch noch der Schlick des Schmutzwassers hinzu. Beides Aspekte, welche die Unfallgefahr erhöhen, denn besonders Algen und Moos bilden einen eisähnlichen Dachbelag. Verheerende Unfälle können die Folgen sein, wenn sich der Nutzer nicht richtig oder ausreichend sichert.

Für eine gezielte Sicherung auf dem Dach können Sie Haltegurte und Dachleitern beim Dachdeckerfachbetrieb oder im Fachhandel für Berufsbedarf erhalten. Besonders wenn Sie ein Flachdach mit dem Hochdruckreiniger säubern möchten, ist Vorsicht geboten. Schnell hat man hinter sich die Dachkante erreicht und fällt bei einer unbedachten Bewegung vom Dach.

Hier kann eine Rundumsicherung, welche das Körpergewicht halten muss, den Nutzer sichern. Auch diese Sicherung ist im Dachdeckerfachbetrieb erhältlich. Befinden sich auf dem Dach Dachflächenfenster, so kommt eine Einsturzgefahr hinzu, wenn Sie nicht darauf achten und bei der Arbeit zufällig auf diese Fenster treten.

Dachschäden durch eindringendes Reinigungswasser mit dem Hochdruckreiniger

Auf jedem Dach gibt es Überlappungsbereiche, welche durch einen Hochdruckreiniger beschädigt werden können. Dies sind auf einem Flachdach die einzelnen Nähte der Schweißbahnen, auf einem Satteldach die einzelnen Dachziegel, Kamineinfassungen mit Blei oder Wakaflex oder die einzelnen Dachschindeln.

Mit dem enormen Druck des Hochdruckreinigers haben Sie schnell einzelne Ziegel oder Schindeln hochgehoben und beschädigen die Einfassungen oder die Schweißnähte der Bahnen. Auch hier ist schnell Bewuchs vorhanden, der natürlich von Ihnen entfernt werden möchte, jedoch sollten Sie hier vorsichtig zu Werke gehen.

Sie dürfen niemals vergessen, dass in Sekundenschnelle das Reinigungswasser in großen Mengen durch eine Beschädigung ins Innere des Hauses gelangen kann. Zunächst setzt sich das eindringende Reinigungswasser in die Dämmschicht, was hier schnell zur Schimmelbildung führt.

Wenn die Beschädigung einer sich öffnenden Schweißnaht, durch das Anheben von Ziegeln oder Schindeln sowie gar das Abplatzen von Blei- bzw. Wakaflex-Umrandungen von Ihnen nicht bemerkt wird, dann kann durch den Arbeitsdruck des Hochdruckreinigers ungehindert eine Unmenge Wasser ins Innere gelangen.

Sie sollten sich dieser Gefahr vor dem Reinigen mit dem Hochdruckreiniger klar sein, denn verhindern können Sie dies zumeist nicht.

Verschmutzung der Umgebung

Ferner sollten Sie nicht vergessen, dass Sie mit einem Hochdruckreiniger die Umgebung mit dem verschmutzten Reinigungswasser bespritzen. Der Arbeitsdruck des Hochdruckreinigers sorgt dafür, dass das Reinigungswasser in nahezu jede Ecke des Grundstücks und oftmals sogar noch darüber hinaus spritzt.

Somit sollten Sie den Garten, die Terrasse, den Balkon, den Pkw-Stellplatz, das Carport und am besten ebenso den Vorgarten räumen. Wenn sich das Nachbargrundstück nahe Ihrem Grundstück befindet, dann sollten Sie die Dachreinigung mit Ihrem Nachbarn absprechen, damit auch er alles wegräumen kann.

Stellen Sie sich vor, dass nach der Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger eine Art Weltkriegszustand herrscht.

Alles ist vollgespritzt und der Schmutz vom Dach muss ja schließlich irgendwo hin. Auch Ihre Fassade wird mit zahlreichen unschönen Sprenkeln bestückt sein und der eine oder andere Unrat wird an ihr hängen bleiben.

Somit können Sie nach der Dachreinigung ebenfalls die Fassade mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten. Selbst wenn Sie dafür sorgen, dass die Abflüsse auf dem Sattel- oder Flachdach immer frei sind, können Sie eine über das Dach spritzende Verschmutzung niemals verhindern.

Viele Nutzer von Hochdruckreinigern, welche diese für die Dachreinigung genutzt haben, können bestätigen, dass die Verschmutzungen rundum mehr Arbeit machen, als eine effektive Reinigung des Daches bringt. Sie haben also mehr Arbeit als vorher und sind schier verzweifelt.

Es gibt natürlich Vorsichtsmaßnahmen, wie z. B. Platten, welche in die Dachrinne gestellt werden, jedoch können Sie den Dreck von unzähligen Quadratmetern Dachfläche auch so nicht komplett in der Dachrinne behalten. Nachreinigungsarbeiten sind also in jedem Fall nötig und Folgeschäden an Gartenmöbeln, Blumen, etc. sind niemals ausgeschlossen.

Bei der Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger entsteht eine Art Schmutzschlamm, der sich zum Teil in den Dachrinnen fängt und diese verstopft. Somit müssen Sie die Dachrinnen zwischendurch immer freiräumen. Wenn diese Dachrinnen in einen Sickerschacht münden, dann kann dieser Schacht verlegen, denn der Schlamm wird mit der Zeit steinhart.

Kärcher Hochdruckreiniger HD 5/15 CX Plus + FR Classic *EUOb Sie nun den Schacht sanieren oder einen neuen Schacht anlegen, bleibt Ihnen überlassen. Um dies zu verhindern, müssten Sie das Sickerwasser mit all dem Schmutz in den Garten verlegen, was wiederum dem Rasen erheblich schadet. Somit sollten Sie damit rechnen, dass der Rasen in der Nähe des Rinnenendes neu gesät werden muss.

Das Reinigungswasser ist so schmutzig, dass Sie es auch nach einer gründlichen Entfernung mit klarem Wasser sehen werden. Somit dürfte klar sein, dass eine Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger mehr schadet als pflegt.

Vorprogrammierte Schäden am Dach ohne Reinigung mit dem Hochdruckreiniger

Wenn Sie sich aufgrund der vielen Schäden und Arbeit gegen eine Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger entschließen, dann müssen Sie damit rechnen, dass sich Wurzelwerk in der Dachhaut breitmacht. Dies ist in etwa mit den Wurzeln eines Baumes vergleichbar, welche sogar Asphalt anheben können.

Genau wie dort entwickelt der Bewuchs auf dem Dach eine Beschädigung, nur in einem etwas kleineren Rahmen. Wenn Sie diesen Bewuchs jedoch mit einem Hochdruckreiniger begegnen, dann wird er gewaltsam aus dem Dach bzw. aus der Dachhaut gerissen, was eine erhebliche Beschädigung der Dachstruktur bedeutet.

Dies ist ähnlich eines Baggers, der einen Baum aus dem Asphalt heraushebt. Auch werden bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger weitere Bestandteile des Daches abgehoben bzw. weggespült, sodass nicht nur der Bewuchs entfernt werden kann. Dies bedeutet zusätzlich ein neuer, guter Nährboden für einen weiteren Bewuchs, denn die Oberfläche wird rau und ungeschützt.

Wenn Sie also mit dem Hochdruckreiniger dem Dreck auf dem Dach zu Leibe rücken wollen, dann schaffen Sie eine oberflächliche Reinigung großer Dachflächen, jedoch sollten Sie die Überlappungsbereiche auslassen. Das Risiko des Schmutzwasser-Eindringens ist einfach zu groß. Dies bedeutet jedoch, dass Sie keine porentiefe, gründliche Reinigung der kompletten Dachfläche erreichen können.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine Dachreinigung mit einem Hochdruckreiniger neben der Unfallgefahr zudem auch noch viel Schmutz, Schäden und Nacharbeiten bedeutet.

Somit bringt das Reinigen mit dem Hochdruckreiniger auf dem Dach nur negative Aspekte, zumal ein erneuter Bewuchs nicht ausgeschlossen werden kann und dieser dann nur noch umso schneller vonstattengeht. Sie sollten es sich also dreimal überlegen, ob Sie Ihr Dach nicht einfach so belassen wie es ist und von einer Reinigung mit dem Hochdruckreiniger absehen.