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Vom Impulsmodem zum Breitbandrouter: Historie der Netztechnik

Frau_und_NetzwerkDer Computer wandelte sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zum wichtigsten Kommunikationsgerät. Die Grundlage, die diese Entwicklung ermöglichte, ist die Netzwerktechnik, durch die auch das Internet entstanden ist. Heute kommunizieren moderne Rechner innerhalb eines Heimnetzes, in das auch andere Endgeräte wie der Fernseher oder die Spielekonsole eingebunden sind. Sämtliche Geräte werden über einen Router verbunden, der oftmals auch den Zugang ins Internet herstellt.

Wer die Antennen des WLAN-Routers nutzt, um auf das drahtlose Netzwerk zuzugreifen, verwendet eine Technik, deren Grundlagen sich in vergangene Jahrzehnte zurückverfolgen lassen. Technische Meilensteine wurden durch geniale Erfinder erschaffen, die in Zeiten wirkten, denen sie voraus waren. So konnten die Gäste des Mathematiker-Kongresses, der am 11. September 1940 stattfand, den Erfinder George Stibitz bei der Übermittlung von Daten beobachten.

Die Zuschauer riefen dem Mathematiker Formeln zu, die er über eine gewaltige Tastatur eingab. Die Anfrage wurde über eine Telefonleitung an einen der ersten Computer übertragen, der ein Ergebnis ausrechnete und zurücksandte. Das Netzwerkexperiment, das einen der ersten Versuche der elektronischen Datenübertragung darstellt, war das erste seiner Art. Es sollten erneut Jahrzehnte vergehen, bis andere Erfinder an die Ideen des George Stibitz anknüpften.

Die Erfindung der Datennetze

Netzwerk Bild BlauDurch den Kalten Krieg entstand auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs das Interesse, entfernte Rechenmaschinen zu verbinden. Am amerikanischen Dartmouth College wurde aus diesem Grund bereits 1964 das erste Heimnetzwerk geschaffen, das mehrere Fernschreiber mit einem frühen Router verband. Das störungsanfällige Netzwerk stürzte allerdings häufiger ab, wenn die Anzahl der Log-Ins stieg. Im gleichen Jahr erschufen auch Ingenieure, die am MIT wirkten, einen Computer, der einen frühen Netzwerk-Switch darstellt, weil er verschiedene telefonische Verbindungen weiterleiten konnte.

An verschiedenen Universitäten in den USA entstanden Großrechner, die zum Teil durch das amerikanische Militär finanziert wurden. Die Strategen der Armee wollten ein dezentrales Netzwerk schaffen, das auch im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen funktionieren sollte. Daher ging 1969 das Arpanet online, das die Rechner verschiedener Universitäten verband. Die Daten wurden in Form von Paketen über die Telefonleitungen übertragen. Aus dem Arpanet, dem weitere Computer angeschlossen wurden, ging das X.25-Netzwerk hervor, aus dem letztendlich das Internet entstehen sollte.

Schon im Jahr 1979 konnten wenige Privatnutzer, die sich die teuren Rechner leisten konnten, sich via Compuserve oder den Anbieter Tymnet in die neuen Netze einwählen. Die wesentlich günstigeren Personal-Computer von IBM, die ab den 80er Jahren gekauft werden konnten, ließen sich ebenfalls in Netzwerke einbinden. Nachdem unterschiedliche Schnittstellen miteinander konkurriert hatten, setzte sich der LAN-Standard durch. So konnte auch mit MS-DOS Rechnern Netzwerke erschaffen werden. Mit den damaligen Computer ließ sich mit einem Impulsmodem auch auf deutsche Usenet-Ableger zugreifen.

Mann denkt über FunktionenMit dem Browser ins Internet

Das eigentliche Internet entstand erst 1990. Damals interessierten sich allerdings nur wenige Menschen für die Technologie, die unterschiedliche Rechner verband. Erst als 1993 der erste grafikfähige Browser erschien, der zur kostenlosen Nutzung bereitgestellt wurde, interessierten sich immer mehr Menschen für dieses neue Netz. Sie installierten sich den Browser Mosaic, durch Inhalte aus dem weltweiten Netz abbilden konnte.

In den kommenden Jahren folgten weitere Internetbrowser wie der Netscape Navigator, der unter anderem HTML-Frames darstellen konnte. Dieser Browser, der sich in den frühen Jahren des Netzes großer Beliebtheit erfreute, wurde später durch andere Anwendungen ersetzt. So begeisterte die Mozilla Fundation mit ihrem Browser Firefox viele Nutzer, die das Programm bis heute verwenden. Microsoft bot den Internet Explorer an, der nun durch den Browser Edge ersetzt wurde.

Die Nutzer, die in den 90er Jahren einen Browser installierten, mussten zunächst ein Modem mit dem Internet verbinden, um im Netz zu surfen.

Die allerersten Geräte wurden noch durch die Deutsche Bundespost vertrieben, die sie verlieh. Durch diese Modems konnte eine Dial-Up-Verbindung geschaffen werden, für die die Telefonverbindung genutzt wurde. So stand das Gesprächsgerät in der Zeit der Modemnutzung nicht zur Verfügung. Mit dem Modem ließ sich nur ein Computer mit dem Netz verbinden. Maximal wurden Geschwindigkeiten von 56 Kilobytes pro Sekunde erreicht.

Mit modernen Routern ins Netz

Durch die Digitalisierung der Telefonnetze konnten viele Nutzer von einem leicht erhöhten Tempo profitieren. Das Modem wurde zumeist parallel zum Telefon betrieben. Verbraucher, die die schnellere Anbindung nutzen wollten, benötigten sie eine ISDN-Karte, die in den Computer integriert wurde. Derartige Karten wurden unter anderem durch das Unternehmen AVM produziert, der zum deutschen Pionier in der Produktion von Routern werden sollte.

AVM_PCI_ISDN_KarteIm neuen Jahrtausend konnten Internetnutzer von starken Geschwindigkeitssteigerungen profitieren. Durch die Breitbandanschlüsse veränderte sich das Internet. Hatte es früher Minuten gedauert, um ein Foto zu sehen, sanken die Ladezeiten so stark, dass der Ladevorgang nicht mehr bemerkt wurde. Videos und andere Daten ließen sich in kurzer Zeit auf den Computer visualsieren. Zwar konnten deutsche Verbraucher schon ab 1994 teure Router kaufen, doch diese Geräte setzten sich erst später durch.

Einen Meilenstein erschuf der deutsche Hersteller AVM, der im Jahr 2004 auf der CeBIT einen Router präsentierte, durch den mehrere Endgeräte ins Internet gelangen konnten. Computer und andere Geräte ließen sich entweder per Netzwerkkabel oder per WLAN einbinden. Im Falle der Fritz!Box übernahm der Router auch klassische Telefonfunktionen. So konnte der Router als Telefonanlage fungieren. Die Telefonate wurden oftmals nicht mehr über eine analoge Leitung, sondern über das Internet geführt.

Mit der ersten Fritz!Box produzierte AVM ein multifunktionales Gerät, das zahlreiche andere Endgeräte verdrängt. Wurde bei anderen Routern noch ein DSL-Modem benötigt, hatte die Box dieses Einwahlgerät integriert. Über die kommenden Jahre erschienen zahlreiche Kombi-Geräte, die sich in vielen Fällen auch als Telefonanlage verwenden ließ. Später statten die Hersteller von Routern ihre Geräte oftmals mit USB-Anschlüssen aus.

Router AVM Fritz!Box 7490 FunktionenÜber den Anschluss konnte eine externe Festplatte mit dem Router verbunden werden. Im Anschluss ließ sich von unterschiedlichen Endgeräten auf die Platte zugreifen. Viele neue Router bieten diese praktische Funktion, durch die Daten von unterschiedlichen Computern gesichert werden können.

Im Vergleich zu früheren Netzwerkgeräten sind heutige Router oftmals wesentlich leistungsfähiger. In ihnen arbeiten manchmal sogar Dual-Core-Prozessoren, die Prozesse in rasanten Geschwindigkeiten bearbeiten können. Derartige Router strahlen schon lange nicht mehr nur in den 2,4 Gigahertz-Frequenzbereichen. Sie erzeugen auch ein Signal, das im 5 Gigahertz-Bereich gesendet wird, was störungsfreiere Übertragungen ermöglicht.

Grundsätzlich steigt die Datenmenge. Waren es mit den ersten Modems nur Kilobytes, die pro Sekunde übertragen werden, sind es mittlerweile mehrere Megabytes. Moderne Router können oftmals noch größere Datenmengen übertragen.

So lassen sich diese Geräte auch dann verwenden, wenn ein neuerer und schnellerer Breitband-Anschluss geordert wird.