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Tipps zum Kauf eines 3D Druckers

Der 3D Drucker ist längst kein exotisches Gerät für Freaks mehr, ist über die Entwicklungsstufe für Firmen und Großunternehmen hinaus für den Hausgebrauch entwickelt worden. Und nicht nur das: Umfragen zufolge wünscht sich inzwischen jeder fünfte Deutsche einen 3D Drucker, unter den 14- bis 49jährigen ist es sogar jeder Vierte. Zeit, ein paar Dinge klarzustellen: Einfach kaufen ist nicht gut, denn es gilt doch so einiges zu beachten.

Das Material

3D Drucker können mit ganz unterschiedlichen Materialien arbeiten. Die meisten Modelle verarbeiten Kunststoff. Das Material wird als sogenanntes Filament erworben, als eine Art lange Schnur aus Kunststoff. Das kann farbig gestaltet sein, die unterschiedlichen Kunststoffe werden von den verschiedenen Herstellern natürlich auch ganz verschieden gestaltet. Andere Materialien, die auch im Hausgebrauch im 3D Drucker verwendet werden können, sind Metall, Kunstharz, Keramik und sogar Schokolade.

Nicht alle genannten Materialien sind auch wirklich sinnvoll für die Arbeit mit dem 3D Drucker zu Hause. Man muss es in Sachen Technik immer wieder ganz klar sagen: Nicht alles, was geht, macht auch Sinn. Die für den Hausgebrauch am weitesten verbreiteten Drucker verarbeiten FDM. Das ist ein Kunststoff, der bei Hitze weich wird und schichtenweise auf der Bauplatte aufgebaut wird. So entsteht aus lauter kleinen, exakt über den Computer und die entsprechende Software positionierte Lagen langsam ein dreidimensionales Objekt.

Wie dick sollte das Filament sein?

Die meisten 3D Drucker arbeiten mit Filament, das mit einem Durchmesser von 1,75 mm geliefert wird. Warum ist nicht geklärt, die Vor- und Nachteile dieser ominösen 1,75 mm konnten im Test auch nicht gefunden werden. Andere Drucker benutzen Filament mit einem Durchmesser von 3 mm.

Der einzige Vorteil, der im Test offensichtlich war: Es bricht nicht so leicht wie das dünnere Filament. Allerdings sollte beim Druckerkauf eben schon darauf geachtet werden, welches Filament von welchem Hersteller später nachgekauft werden muss. Das ist nämlich nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Frage des Komforts. Manche 3D Drucker nehmen nur das Filament des eigenen Herstellers (ansonsten kann die Garantie erlöschen), andere verarbeiten alles, auch zweifelhafte Materialien aus chinesischer Billigproduktion.

Was soll gedruckt werden?

Banale Frage, ganz klar: Gegenstände natürlich. Aber die Größe und Form der Gegenstände ist natürlich ausschlaggebend dafür, welcher 3D Drucker gekauft wird. Denn die Größe des Druckbetts bestimmt letzten Endes die Größe des gedruckten Objekte. Wenn das Druckbett zu klein ist, geht es einfach nicht. Man kann ein bisschen herumspielen, dann passen die gewünschten Gegenstände vielleicht diagonal auf das Druckbett. Aber viel ist nicht möglich, und irgendwann hilft dann im Zweifelsfall nur noch, die Sachen zu verkleinern.

Wer sich überwiegend für Modellbau interessiert und die Helden und Gegenstände aus seinem Lieblingsfilm für die Vitrine nachbaut, der stört sich daran vielleicht nicht unbedingt. Wer aber (Brett-) Spiele entwirft und Prototypen selbst druckt oder andere Dinge aus eigenem Design umsetzt, achtet in der Regel doch sehr genau auf die passende Größe.

Das “Was” hat in diesem Fall auch Einfluss auf das “Wie”. Denn nicht jeder Kunststoff eignet sich für alles. Wie schon angemerkt wurde, arbeiten die meisten 3D Drucker für den Hausgebrauch mit thermoplastischen Kunststoffen. Es gibt aber inzwischen auch Drucker, die umweltverträgliche und biologisch abbaubare Kunststoffe auf der Basis organischer Verbindungen nutzen.

Jeder Kunststoff hat andere Eigenschaften, was Formbarkeit, Stabilität, Haltbarkeit und Farbechtheit angeht. Die Hersteller der 3D Drucker informieren darüber, welches Filament für den jeweiligen Drucker geeignet ist. Tests haben ergeben, dass man sich an diese Angaben halten sollte, wenn man lange Spaß am Gerät haben will.

Für Anfänger/-innen und Einsteiger/-innen heißt das: Lieber erst einmal gut informieren und gegebenenfalls ein paar Projekte im Fablab oder Makerspace ausprobieren. Denn dort gibt es auch erfahrene Menschen, die helfen können. Und die beraten.

Wird der 3D Drucker überhaupt benötigt?

Ob man einen 3D Drucker braucht oder die Technik einfach nur cool findet und ausprobieren möchte, das lässt sich oft gar nicht so genau bestimmen. Meist ist beides der Fall. Man muss den Drucker aber nicht gleich kaufen. Die Überlegung ist ganz einfach:

Neue Geräte auf dem Markt sind teuer. Ältere Geräte reichen aus, wenn man nicht so oft druckt. Aber will man ein älteres (Veraltetes?) Gerät benutzen? Und vor allem: Liegt das Interesse wirklich im 3D Druck oder vielleicht doch eher darin, neueste Technik anzufassen und damit zu spielen? Das ist keine Verurteilung! Aber so billig sind 3D Drucker dann doch noch nicht, wie der Test gezeigt hat.

Einfach mal überlegen, wie viel überhaupt gedruckt wird in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Die Preise für Drucker, Filament, Steuern und Porto sollten zusammengerechnet werden. Dazu kommen die Kosten für 25 % Fehldrucke, was nicht nur für Einsteiger/-innen eine realistische Annahme ist.

Darauf basierend kann man schauen, wie viel die Nutzung des Fablab oder Makerspace in der Nähe für die Umsetzung der gleichen Projekte kosten würde. Wann ist der Zeitpunkt des break-even erreicht? Wenn er innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate liegt, kann sich der eigene 3D Drucker schon “lohnen”. Denn das ist ein überschaubarer Zeitraum, in dem sich die Technik noch moderat weiterentwickelt, die meisten Geräte sinken in diesem Zeitraum enorm im Preis oder bekommen coole neue Funktionen verpasst.

Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, eigene Druckvorlagen von einem professionellen 3D Druckanbieter umsetzen zu lassen. 3D Druckdienstleister wie Sculpteo oder Materialise (es gibt noch mehr) arbeiten erfahrungsgemäß professionell und sauber.

Das Budget

Wie groß das Budget für den 3D Drucker ist, muss gut überlegt werden. Einsteigergeräte, die mit einem Filament in einer Farbe arbeiten, gibt es ab etwa 300 Euro. Professionelle Druckqualität liefern die nicht, für erste Erfahrungen und ein bisschen Herumspielen reicht es aber aus. Wer lieber von Anfang an hochwertig arbeitet und von schlecht umgesetzten Ideen nur genervt ist, der sollte gleich ein professionelles Gerät erwerben. Das ist mit einem Budget ab 1.400 Euro drin.

Der Vorteil der kostenintensiveren Geräte ist, dass sie zum Teil mit zwei Farben (Dual Extruder, also mit zwei Düsen ausgestattet) oder mehr arbeiten können. Außerdem wird feiner gedruckt, das Material landet also wirklich passgenau da, wo man es haben will. Die Druckschichten sind feiner, die Oberflächen sind sauberer gearbeitet. Das kann bei Perfektionisten eine Menge Nachbearbeitungszeit sparen! Noch ein Vorteil: Im Test war das Druckbett bei den meisten professionellen Geräten größer.

Die Details kurz zusammengefasst

  • Budget: Ab 300 Euro oder doch eher ab 3.000 Euro?
  • Technik: Plastik oder Kunstharz?
  • Druckergröße und Volumen: Wie viel soll es sein?
  • Dual Extrusion: Braucht man das oder nicht? Kann man eventuell selbst bei Bedarf noch etwas am Gerät “basteln”?
  • Filament: Welches nimmt der Drucker, von welchem Hersteller, zu welchem Preis, aus welchem Material und in welcher Stärke?
  • Schichthöhe: Je dünner, desto feiner das Ergebnis und desto teurer das Gerät.
  • X und Y Auflösung: Wie fein bewegt sich die Düse?
  • Beheiztes Druckbett? Erhöht den Preis und die Druckqualität.
  • Druckgeschwindigkeit: Schnell oder lieber gute Qualität?
  • Die Soft-Skills: Wie laut ist der Drucker? Wie schwer und groß ist das Gerät? Wie riecht das Filament, ist es unangenehm? Wie viel Wärme gibt das Gerät ab?

Stereofotografie? Kunstharz und Laser!

Wer Wert auf sehr feine Auflösungen mit einer extrem glatten und sauberen Oberfläche legt, sollte SLA-Drucker ausprobieren. Das ist eine andere Technik. Hier wird kein Filament in Fadenform von einer Spule geholt, erhitzt und punktgenau gespritzt, sondern die Drucker arbeiten mit einem Kunstharz.

Das Harz ist photosensitiv, also lichtempfindlich, und wird mit einem Laser oder einem digitalen Projektor ausgehärtet. Es gibt bislang nur eine überschaubare Auswahl an Farben, und die Harze sind mit etwa 170 Euro/Liter sehr kostenintensiv. Die Drucker selbst sind ab einem Preis von 3.000 Euro erhältlich. Qualitativ überzeugen die sogenannten SLA 3D Drucker im Test durchaus.

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