Beratene Verbraucher:
35890941
Suche
Generic filters
Nur genaue Treffer
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Suche in Zusammenfassung
Zurück zur Skihandschuh-Vergleichstabelle Aktualisiert am:

Die geschichtliche Entwicklung der Skihandschuhe

Schon recht früh gab es Handschuhe, die dem Schutz der Hände vor Kälte dienten. Sie waren bereits ein wichtiges Bekleidungsstück der Vorzeit und wurden aus roh zubereiteten Fellen und Knochenspangen hergestellt.

Auch die Bibel erwähnt Handschuhe: Hier werden sie genannt, als Jakob seinen Bruder Esau um den Segen seines Vaters betrogen hatte. Die erste Nachricht über Handschuhe lässt sich auf etwa 3.000 Jahre zurückdatieren und ist im vierten Kapitel im „Buch Rut“ (Buch des jüdischen Tanach) nachzulesen. Für die jüdische Bevölkerung waren Handschuhe allerdings keine bekannten Gebrauchsartikel, sondern vielmehr Teil der Schutzausrüstung von Königen.

Schon in Ägypten, Persien, beim iranischen Volk der Meder sowie bei den Griechen und Römern wurden Handschuhe verwendet. Griechen und Römer nutzten sie sowohl mit als auch ohne Finger.

Ursprünglich hatten Handschuhe eine sackähnliche Form, Faust- und Fingerhandschuhe traten erst deutlich später auf den Bildschirm. Im alten Ägypten wurden Handschuhe sehr häufig genutzt, für Pharaonen waren sie ein Symbol für ihre gehobene Position. So wurden im Grab von Tutanchamun im Jahr 1922 27 Paar Lederhandschuhe aufgefunden.

Bereits in der Antike waren drei Handschuhformen bekannt. Die Römer nannten die Fingerhandschuhe „Digitales“, Fausthandschuhe wurden mit dem Begriff „Chirotocae“ bezeichnet und Winterhandschuhe hießen „Mufsulae“. Gefertigt waren die Winterhandschuhe aus Leinen oder Seide.

Erwähnung fanden Handschuhe einst auch in der „Odysee“ von Herodot und Plinius dem Jüngeren sowie bei Homer und Xenophon. Im Werk „De re rustica“ beschrieb auch Marcus Terentius Varro Handschuhe.

Zum Essen wurden in bestimmten Kulturen Handschuhe getragen, denn Gabeln gab es seinerzeit noch nicht. Dadurch ließen sich auch heiße Speisen problemlos in die Hand nehmen. Frauen benutzten im alten Ägypten eine Form des Fausthandschuhs, mit denen sie beim Essen und auch bei der Arbeit ihre Hände schützten. Selbst im Mittelalter wurde teils noch mit Handschuhen gegessen, wobei hier eher eine Art Fingerlinge zum Einsatz kamen, die aus einem feinem dünnen Gewebe bestanden und nur über die Finger gezogen wurden.

Lange Zeit hatten Handschuhe bei rituellen Handlungen auch eine Symbolbedeutung. Auch in der katholischen Kirche war das der Fall: So wurde der Handschuh des christlichen Herrschers bei der Verleihung des so genannten Marktrechts als äußeres Zeichen genutzt.

Im Sachsenspiegel, der etwa um 1220 das bedeutendste geschriebene Rechtsbuch war, stand folgende Festlegung: „Kein Ort darf einen Markt errichten, es sei denn, der König sende seinen rechten Handschuh als Zeichen des Rechtsbannes und seines Schutzes.“

War also im Mittelalter die Gründung einer Stadt geplant, so musste zunächst der Herrscher ein Paar Handschuhe als Zeichen für seine Zustimmung schicken. Es galt zudem als eine besondere Bezeugung von Gunst, wenn von einem Kaiser, einem König oder auch einem geistlichen Würdeträger ein Handschuh geschenkt wurde.
Gleichzeitig galt es als Akt Anerkennung, wenn einem Regenten vom Volk Handschuhe überreicht wurden. Auf der anderen Seite jedoch galten Handschuhe, die einem anderen vor die Füße geworfen wurden, als Aufforderung für ein Duell. Wurde einem anderen ein Handschuh ins Gesicht geschlagen, galt dies als Beleidigung, die es zu rächen galt. Überreichte hingegen eine Damen einem Ritter einen Handschuh, das zeigte sie ihm damit ihre Gunst – von dem Ritter wurde der Handschuh dann in einem Beutel um den Hals getragen, er galt als eine Art Liebespfand, den man auch zurückwerfen und damit die Liebe kündigen konnte.

Überreichte ein König einem Ritter einen Handschuh, dann wurde der Ritter damit zum Gefolgsmann gemacht. Die Langobarden (elbgermanischer Stamm, Teilstamm der Sueben) verwendeten einen Handschuh während der Hochzeitszeremonie, der Braut wurden zum Zeichen der Treue Handschuh und Schwert überreicht.

Von Bischöfen wurden Handschuhe aus goldenen Fäden getragen, Priester in niederen Rängen trugen weiße Handschuhe als Symbol der Reinheit. Mit Beginn des 9. Jahrhunderts wurde unter den Geistlichen die Autorität der Kirche durch Tragevorschriften von Handschuhen durchgesetzt – so war es Mönchen lediglich gestattet, Schafleder-Handschuhe zu tragen.

In Frankreich findet sich die erste Rechtsurkunde, in der ein Handschuh erwähnt wurde. Um 790 n. Chr. gewährte Karl der Große dem Abt und den Mönchen des heutigen Klosters in Saint-Omer (ehemals Sithin, Nordfrankreich) unbeschränktes Jagdrecht. Das Leder, welches aus dem erlegten Wild gewonnen wurde, diente der Herstellung von Handschuhen sowie Buchdeckeln und Gurten. Äbte und Mönche trugen später generell derartige Handschuhe, weshalb auch Bischöfe auf ihrem Privileg bestanden, diese Handschuhe zu tragen. Um 820 n. Chr. wurde durch den Rat von Aachen unter Ludwig dem Frommen angeordnet, dass niedere Geistliche nur noch Schaffell-Handschuhe tragen durften.

Bereits um 1.000 n. Chr. gab es dann auch Handschuhe für Damen, anderen Berichten zufolge gibt es sie erst seit dem 12. oder 13. Jahrhundert.

Meist waren Damenhandschuhe parfümiert und mit kunstvollen Stickereinen sowie Juwelen und Perlen besetzt, wodurch sie als Modekleidungsstück der besseren Gesellschaft galten.

Mit dem 13. Jahrhundert war es dann üblich, jeder Bittschrift auch ein Paar Handschuhe beizulegen, die vorher mit einer bestimmte Summe Geld gefüllt wurden. Dadurch sollte der Bitte Nachdruck verliehen werden.

Wirklich greifbare Artefakte gibt es jedoch erst seit dem Mittelalter, aus dieser Zeit sind beispielsweise so genannte Fehdehandschuhe sowie Rüstungshandschuhe aus Metall bekannt.

Handschuhe in der früheren Zeit wurden durch Nadelbindung hergestellt und bestanden aus Materialien wie gewebtem Stoff oder Leder. Als Geburtsstätte der gewerblichen Handschuhproduktion galt Frankreich, wo bereits im Jahr 1190 die erste französische Innung für Handschuhmacher entstand. Durch die Hugenotten (französische Protestanten) kam die Handschuhfertigung später auch nach Deutschland.

Wann genau Skihandschuhe erstmalig in der heute bekannten Form gefertigt wurden, ist nicht genau festgehalten. Die auf dem Markt erhältlichen Skihandschuhe sind allerdings auf Funktionalität ausgerichtet und bieten einen thermischen Schutz gegen Kälte und Schnee. Deshalb kommen sie vor allem im Skisport zum Einsatz. Die grundlegende Entwicklung der Skihandschuhe ist aber sehr eng mit der Geschichte der Handschuhe verbunden, denn schon sehr früh wurden Handschuhe für den Kälteschutz der Hände verwendet.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2.059 Bewertungen. Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...