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Fit & Defense München e.V. – Taekwondo, Fitness und Selbstverteidigung

Das Interview mit Reiner Hofer vom Verein Fit & Defense München e.V.

Bitte stellen Sie sich und Ihren Verein Fit & Defense München e.V. einmal kurz vor.

Das Interview mit Reiner Hofer vom Verein Fit & Defense München e.V.Der „Sportverein fit&defense e.V.“ ist die Nachfolge der Sportgruppe „Taekwondo-Selbstverteidigung“ des ehemaligen Behörden- und Betriebssport-Verbandes Südbayern e.V. Diese Sportgruppe ist im Oktober 1982 von Reiner Hofer ins Leben gerufen worden und trainierte in der Schulturnhalle des Pestalozzi-Gymnasiums in München. Unter den eingetragenen Teilnehmern gehörten Angehörige von zehn verschiedenen Behörden, u.a. Bayerische Bereitschaftspolizei, Bayer. Innenministerium, Landesamt für Wasserwirtschaft, Regierung von Oberbayern, Finanzamt München, Lehrerverband Bayern.

Ab dem Schuljahr 1984/85 kam als Trainingsstätte eine weitere Schulturnhalle dazu, sodass wir nun montags und donnerstags trainieren konnten. Der Grund für die Trainingserweiterung war das große Interesse von Mädchen und Frauen, die zu uns kamen. Wir legten nun den Schwerpunkt des Montagtrainings auf Gymnastik, Beweglichkeit und Fitness und am Donnerstag beschäftigten wir uns mit der koreanischen waffenlosen Selbstverteidigung, unter dem Motto „Gefahren erkennen, Auswege üben, eigene Stärke spüren“.

Oder: „Taekwondo ein Weg zur inneren Stärke, Selbstbehauptung – Selbstsicherheit – Selbstverteidigung – Fitness.“ Mir war es wichtig, körperlich schwächeren Personen zu zeigen, dass Ängstlichkeit das Leben nicht einschränken sollte. Die Teilnehmerinnen müssen lernen, ihre teils anerzogene Hemmschwelle gegenüber der Anwendung aggressiven Verhaltens zu überwinden.

Wie kam es zur Gründung in 1997?

Das Interview über den Verein Fit & Defense München e.V.1997 zeichnete sich ab, einen eigenen gemeinnützigen Verein zu gründen. Von mehreren Varianten wählten wir den Namen „fit&defense“. Die offizielle Gründung war am 20.11.1997 in München unter der Vereinsregister-Nr. VR 16 295. Von der ehemals rasanten Entwicklung sind nur noch 13 begeisterte Teilnehmerinnen aktiv, die auch schon ein gewisses Alter erreicht haben, aber nicht aufgeben wollen. Wie lange wir noch gemeinsam trainieren werden ist nicht gewiss. Doch war es eine tolle Zeit, jungen Menschen, vor allem Mädchen und Frauen die Angst zu nehmen, sich selbst zu verteidigen.

Bitte verraten Sie unseren Lesern etwas über Ihre Vereinsgeschichte.

Die Beliebtheit des Taekwondo als Kampfkunst zu trainieren, weckte bei Müttern die Vorstellung, dies doch auch mal in einem Münchner Mädchengymnasium zu probieren. So begann alsbald parallel zum Vereinstraining, Taekwondo als Pilotprojekt an einem Münchner Mädchengymnasium im Schuljahr 1990/91. Schülerinnen, Schulleitung und Elternbeirat waren so begeistert, dass zehn Jahre lang Taekwondo im Differenzierten Sportunterricht gelehrt werden konnte. Die sportliche Leitung übernahm ich gemeinsam mit einem jüngeren Taekwondoka

Was ist bei der Ausübung von Kampfsportarten und Selbstverteidigung besonders wichtig und wie vermitteln Sie dies an Ihre Kursteilnehmer?

Das Interview über die Mitglieder vom Verein Fit & Defense München e.V.Nun Taekwondo leistet zumindest ein Gleiches wie andere intensiv betriebene Sportarten, natürlich auf eine spezifische Art und Weise. Die Besonderheiten, die Taekwondo, auch als Schulsportangebot, attraktiv nach wie vor machen, sind unter anderem:

– Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten und damit verbundene differenzierte Inhalte;
– Kompensationsmöglichkeiten und Chancen für die Teilnehmerinnen, die sich nur bedingt im
traditionellen Sportangebot wiederfinden können;
– Taekwondo benötigt weder besondere Trainingsräume noch besondere kostenintensive
Trainingsgeräte;
– die Teilnehmerinnen können allein, mit Partner oder in einer Gruppe trainieren;
– Erfolgserlebnisse sind für Teilnehmerinnen zu realisieren;
– dieser Sportart kommt bei der Entwicklung der Fähigkeiten zur Selbstkritik, Rücksichtnahme
sowie motorischer und emotionaler Selbstkontrolle zentrale Bedeutung zu.

Die Ausübung von Taekwondo erfordert, das hat meine langjährige Erfahrung auch gezeigt, von dem Lernenden auch die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für den Trainingspartner. Das Üben dieser Verantwortung erfordert auch bestimmte Bewegungsabläufe, die permanent wiederholt werden müssen, um sich der Bedeutung dieser notwendigen Konsequenz bewusst zu sein. Durch die Aktualisierung und Reflektion der Bewegungsabläufe realisiert die Teilnehmerin oder der Teilnehmer zugleich die Sinnhaftigkeit.

Die Unterrichtsstunde war meistens wie folgt gestaltet: Phase 1 Versuch der Entspannung, Abschalten, Außenwelt vergessen, Atemübungen; Phase 2: Gymnastik aus verschiedenen Sportarten; Phase 3 Dehnungsphase (intensives Aufwärmen, vor allem der großen Muskeln und Sehnen als Verletzungsprophylaxe; Phase 4: Taekwondo-Grundkenntnisse in der waffenlosen Selbstverteidigung (Grundschritte, Grund-Abwehr-Blocks, Ausweichverhalten, Verteidigungsverhalten, Gefahrensituationen, Verhaltensmuster beim Erkennen einer Gefahr für Leib und Leben); Phase 5: Fuß-, Arm- und Fausttechniken an sog. Handpratzen ausprobieren) und Phase 6: Entspannungsphase zum Schluss einer Stunde.

Legen Teilnehmer bei Ihnen Prüfungen ab?

Prüfungen gehören der Vergangenheit an. Ich selbst bin stolzer Besitzer des 5. Dan Taekwondo der Deutschen Taekwondo Union e.V. (DTU).

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, um sich körperlich und mental gesund zu halten?

Sich körperlich und mental gesund zu erhalten erfordert neben einer gewissen Disziplin, die sich jeder Einzelne selbst auferlegen muss, natürlich, sich regelmäßig sportlich zu bewegen. Im Alter zum Beispiel gibt es genügende Übungen, sich auch ohne „Metall“ fit zu halten. Dehnen und etwas für die Muskulatur zu tun, ist unabdingbar.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2020?

Was wünscht man sich schon in einer sehr unruhigen, aggressiven und gewaltorientierten Zeit; in den Köpfen der Verantwortlichen auf dieser Welt sollte die Vernunft Einkehr halten. Das wäre mein Wunsch für das Jahr 2020.

Vielen Dank, Reiner Hofer. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem Verein Fit & Defense München e.V. weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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