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Heimkino 2.0 – Kinos, Streaming-Dienste und Corona

Die Pandemie ist nicht nur Kontaktbeschränkungen und AHA-Regeln. Die Auswirkungen sind in vielen Bereichen unseres Lebens zu spüren. Wir haben neue Arbeitsmodelle, die Gastronomie hat sich auf Außenbereiche und Take-Away spezialisiert und das Kino hat sich nach neuen Distributionswegen umgesehen, um weiterhin Geld einnehmen zu können. Diese Branchenänderungen spüren nicht nur wir Konsumenten, welche die Kinogänge schmerzlich vermissen. Die größten Verluste haben die Kinobetreiber selbst, die kaum Einnahmen generieren können bei weiterhin hohen Betriebs-, Miet- und Lizenzkosten.

Heimkino 2.0 – Kinos, Streaming-Dienste und Corona

pexels.com / @cottonbro

Aber auch am anderen Ende der Produktionsleiter haben sich Problemfelder aufgetan und Versuche, diese zu umgehen. Kinoveröffentlichungen wurden verschoben, Filmdrehs wurden abgebrochen. Um trotzdem Geld zu verdienen, haben sich die Verantwortlichen an den aktuellen Gewohnheiten ihrer Endkunden orientiert. Wir, die gezwungen waren Zuhause zu sitzen. Die Antwort ist ein neuer Fokus auf das Heimkino, eine Verschmelzung von regulären Streaming-Services und der Veröffentlichung von Kino-Filmen.

Sind die Menschen bereit, trotz des mangelnden Kino-Erlebnisses zu zahlen? Und was macht das mit den Kinos? Diese und weitere Fragen untersuchen wir hier.

Auswirkung auf Kino und Streaming-Dienste

Rezeption

Grundsätzlich ist die Rezeption unter den Zuschauern positiv. Sie suchen Dinge, mit denen sie sich die Zeit in der Pandemie unterhaltender gestalten können, wenn sie schon auf viele Hobbys und Treffen verzichten müssen. Da beschwert sich niemand über mehr Auswahl auf den zurzeit ohnehin schon hoch frequentierten Streaming-Diensten.

Die regulären Angebote der Plattformen sind populärer als das Kinoangebot. Grund dafür sind die teilweise sehr hohen Kosten. Einen Film im Kino für 18 € zu schauen, ist zwar für viele kein Problem. Das Kino-Erlebnis ist nun einmal einzigartig. Sie wollen aber Zuhause keine zweistellige Leihgebühr für einen Film ausgeben, der ohne große Leinwand und professionelle Soundanlage daherkommt.

Inhalte

Positiv ist es, dass auch nicht kostenpflichtige Filme und Serien zu Corona-Zeiten zunehmen. Vor allem auch Projekte, die sich spezifisch mit der Pandemie und den Themen befassen, die uns ihretwegen beschäftigen, nehmen zu und versuchen kreativ mit den Einschränkungen umzugehen, denen auch Produktionsfirmen und Schauspieler erliegen. Dazu gehören Projekte wie Bo Burnhams „INSIDE“, ein Musik-Comedy-Special, welches das langsame Wahnsinnigwerden in der Quarantäne widerspiegelt.

Wenn Sie bei all der Auswahl den Überblick verlieren, zeigen Ihnen Filmkritiken für das Heimkino, was sich auf Netflix und Co. lohnt anzuschauen.

Kinos

Eigentlich haben wir ein Filmförderungsgesetz, das sogenannte Kinofenster vorgibt. Das heißt, dass Filme nach ihrer Veröffentlichung im Kino erst nach sechs Monaten auf DVD oder Blu-Ray herauskommen dürfen. Nach zwölf Monaten werden sie für Streaming-Dienste und Pay-TV freigegeben. Erst nach achtzehn Monaten dürfen sie im regulären Fernsehprogramm gezeigt werden. Damit ist garantiert, dass die Kinos genügend Einnahmen generieren können – durch jene Menschen, die nicht auf die späteren Veröffentlichungen warten wollen.

Dass die Produktionshäuser, die jetzt schon kämpfenden Kinos überspringen und direkt mit ihren eigentlichen Konkurrenten, den Streaming-Diensten, ins Geschäft gehen, ist fatal. Damit verlieren Kinos ihr Alleinstellungsmerkmal, und zwar Filme dort zuerst sehen zu können. Selbst diejenigen unter ihnen, die weiterhin mit reduzierten Plätzen geöffnet haben, verdienen weniger, da sie nicht mit den exklusiven Zugängen zu Blockbustern werben können.

Ausblick

Ob sich das Verhältnis von Produktionsfirmen und Kinos nach Corona wieder vollständig erholen wird, ist nicht klar. Manche Kinoketten wie AMC in Amerika haben schon angekündigt, keine Filme gewisser Produktionshäuser mehr zu zeigen, da sie sich von ihnen betrogen fühlen. Ob sich dieser Streik für die Kinos lohnt oder die Produktionsfirmen in Zukunft noch enger mit den Streaming-Diensten zusammenarbeiten, lässt sich nicht voraussagen.

Viele Experten sehen in dieser Entwicklung hin zum Heimkino aber einen Trend, der sich schon lange Zeit angekündigt hat und durch die Pandemie nur beschleunigt wurde. Wir können uns also mit aller Wahrscheinlichkeit darauf einstellen, für unseren Filmgenuss Zuhause in Zukunft regulär eine breitere Auswahl zu haben. Daneben liegt es an uns, die Kinos nach Corona zu unterstützen, um ihr Dasein zu retten.

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