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IMEXORY Shop – Import und Vertrieb von handwerklich hergestellten Spirituosen aus Südamerika

Das Interview mit Claas von Zombory vom IMEXORY Shop

Bitte stellen Sie sich und Ihren Shop kurz vor. Wie lange gibt es den Imexory Shop bereits?

Hallo Laura, ich bin Claas und importiere jetzt seit ziemlich genau drei Jahren handwerklich hergestellte Spirituosen aus Südamerika. Genauso lange gibt es auch den online Shop imexory.com, da dieser gleichzeitig unsere Firmenpräsenz im Internet ist und Informationen über alle unsere Produkte beinhaltet.

Wie kamen Sie auf die Idee Spirituosen aus Südamerika zu importieren?

So klischeehaft wie es klingt, die Idee kam mir in einer Bar in Buenos Aires. Ich habe mich schon 2003 und 2004, als ich von meinem letzten Beruf aus in Argentinien gelebt habe, in Land und Leute verliebt, und so bin ich auch häufiger gerne wieder im Urlaub runter geflogen. 2014 war ich dann eben einen Abend in einem kleinen Speakeasy, also einer versteckten Bar, und habe einen tollen Cocktail getrunken, der mich wirklich begeistert hat.

Als ich den Barkeeper gefragt habe, was das denn sei, hat sich rausgestellt, dass der Drink eine Eigenkreation mit einem argentinischen Gin – dem Príncipe de los Apóstoles Mate Gin – ist. Und außerdem war der Barkeeper nicht nur Barchef und Besitzer der Bar, sondern gleichzeitig noch Hersteller des Gins, den er zu diesem Zeitpunkt exklusiv für die Bar produziert hat. Inzwischen gilt die Bar Florería Atlantico von Renato “Tato” Giovannoni übrigens als drittbeste Bar der Welt und er ist auch global bekannt.

Damals haben wir uns über die nächsten beiden Jahre und einige sehr lange Abende mit sehr vielen Apóstoles-Cocktails in seiner Bar angefreundet und ich habe immer wieder ein paar Flaschen von ihm mitbekommen. Als ich dann in Deutschland gekündigt hatte und auf der Suche nach neuen Herausforderungen war, haben wir kurzerhand entschieden, einfach mal zu schauen, wie sein Gin denn in Deutschland ankommt.

Und obwohl es Gin Nummer x-Tausend auf dem deutschen Markt war, habe ich die ersten paar hundert Flaschen in wenigen Wochen an verschiedene Bars in Berlin verkaufen können, da der Gin mit Mate, aber auch Eukalyptus uns Minze geschmacklich halt doch eine Besonderheit ist, wie es sie auf dem Markt noch nicht gab. Nach wenigen Monaten habe ich mich dann entschieden, ein richtiges Unternehmen daraus zu machen, da es zwei meiner großen Leidenschaften vereint: Gastronomie sowie Reisen nach Südamerika.

Vergleichstests zum Thema:

Alkoholfreier Sekt Test
Prosecco Test
Rosewein Test
Weinkühler Test
Champagner Test

Da Ihre Ware ja aus Südamerika kommt, müssen Sie diese aus Südamerika importieren lassen. Auf welche Herausforderungen treffen Sie hier?

Herausforderungen gibt es wirklich mehr als genug: Von globaler Logistikplanung mit monatelangen Lieferzeiten und entsprechend schwieriger Bestandsplanung über unterschiedliche lateinamerikanische wie deutsche und EU-weite Gesetze und Regularien (für Lebensmittel, Spirituosen, Wein, Verpackungen, Beschriftungen,…) bis hin zu den eigentlichen Export- und Import Bestimmungen samt Zoll.

Die erste Herausforderung besteht aber ganz klar in der unterschiedlichen Mentalität in den verschiedenen Ländern. Und auch wenn ich schon einige Jahre in den verschiedensten Ländern gelebt habe, ist es doch immer wieder herausfordernd aber enorm wichtig, bei jeder Aussage die Intention vor dem entsprechenden sozio-kulturellen Hintergrund so treffend wie möglich zu interpretieren.

Ein schlichtes “morgen”, “in sechs Wochen” oder auch nur “ja, gerne” heißt nicht in jedem Land und Kontext das Gleiche… Eine falsche Interpretation hierbei kann nicht nur massive Fehlplanungen verursachen, sondern auch zu Verstimmung in der Geschäfts-Partnerschaft auf beiden Seiten führen.

Welche Spirituosen kommen in Südamerika besonders gut an?

Südamerika ist da sehr heterogen. Während in Argentinien überwiegend Wein und Bier getrunken wird und die beliebteste Spirituose wohl immer noch ein italienischer Bitter (gemischt mit Cola) ist, haben Chile und Peru den Pisco als Nationalgetränk und Brasilien seinen Cachaça.

Gerade in Bolivien, Paraguay, aber auch in Brasilien und dem Norden Südamerikas wird auch viel einfacher Aguardiente produziert und getrunken – in der Regel ein klarer Schnapps, destilliert aus den verschiedensten lokal wachsenden Zutaten. Nicht immer ein wahrer lukullischer Genuss nach meinen Geschmack und geeignet für den deutschen Markt.

Erst seit kurzem sieht man auch den globalen Gin-Trend nach Südamerika schwappen.

Wie hat sich die Zusammensetzung Ihres Sortiments in den letzten Monaten verändert und welche Produktkategorien decken Sie heute ab?

Die Zusammenstellung unseres Sortiments ist nicht sehr volatil, da es mitunter recht lange dauert, die perfekte Spirituose zu finden und dann auch zu importieren.

Für den Pisco MalPaso, den wir seit letztem Oktober aus Chile nach Deutschland importiere, musste ich dreimal nach Chile fliegen. Zunächst bin ich mit dem Auto von einer Brennerei zur nächsten gefahren und habe mich durchprobiert und mir die Produktionen angeschaut.

Dabei war es wichtig, mir Zeit zu lassen, die Hersteller auch richtig kennenzulernen. Nur wenn man sich gegenseitig zumindest grundsätzlich sympathisch ist und man dem Produzenten Respekt für seine handwerkliche Herstellung entgegenbringt, wird man überhaupt ehrliche Antworten über Produktionsbedingungen aber auch mögliche Produktionsmengen erhalten, so meine Erfahrung.

Und erst nach 2-3 Tagen, oder zumindest zwei Besuchen an verschiedenen Tagen, kann man herausfinden, ob nicht nur der Geschmack stimmt, sondern auch die Art der Herstellung und ob genug für den Export produziert werden kann. Und selbst das heißt noch nicht, dass man gleich einkaufen kann, da der Produzent ja auch noch entscheiden muss, ob er überhaupt exportieren möchte – und auch das braucht Zeit. Dann kommt noch die Vertragsverhandlung, die auch nicht über Telefon oder E-Mail läuft sondern zusammen am Tisch oder beim Asado, und am Ende muss auch das Produkt ersteinmal in ausreichender Menge produziert werden, dass sich ein Import rechnet.

Bei dem Pisco MalPaso dauert es ganze 9 Monate von der Weinlese bis der Pisco in die Flasche kommt – und die Hersteller mit denen wir zusammenarbeiten, haben alle eine handwerkliche Produktion mit geringem Volumen, so dass nicht einfach auf einen existierenden Lagerbestand zurückgegriffen werden kann, sondern zunächst die Produktionsmenge unter Beibehaltung der Qualität langsam gesteigert werden muss.

Von daher haben wir bisher, neben dem schon erwähnten Mate-Gin aus Argentinien, erst zwei Wermuts von dort, einen Pisco aus Chile und ein paar Abfüllungen eines fantastischen Mezcal Ancestral aus Mexiko im Sortiment.

Ich bin aber auch bereits nächsten Monat wieder unten, nicht nur um zwei Wochen bei der Produktion des Piscos im Weinberg mitzuhelfen, sondern auch, um ein neues Produkt aus einem anderen Land zu suchen mehr verrate ich hier aber noch nicht 😉

Der Plan ist, Anfang 2021 das Sortiment um ein weiteres Produkt zu ergänzen, von daher hoffe ich, dass ich jetzt bei der Reise schon fündig werde. Die inzwischen etwa 100 Spirituosen, welche mir in den letzten beiden Jahren von verschiedenen Herstellern aktiv zugeschickt wurden und bei mir zu Hause stehen, erfüllen leider nicht alle meine Anforderungen, so dass ich wieder selber nach etwas auf die Suche gehe, was wir hier noch nicht kennen, aber trotzdem lieben werden 🙂

Hat die politische und wirtschaftliche Situation in Südamerika einen starken Einfluss auf Ihr Geschäft (Falls ja, wieso)?

Gerade in Argentinien mit der enorm hohen Inflation (offiziell schon über 50%, aber mit dem eigentlichen Wechselkurs “auf der Straße” sogar über 100% in den letzten 12 Monaten) hat die wirtschaftliche und auch politische Lage des Landes schon bedeutenden Einfluss auf meine Tätigkeit. Neben dem Wechselkursrisiko und den daher schlecht kalkulierbaren Einkaufspreisen sind es auch einfach die direkten wirtschaftlichen Folgen für die Produzenten, welche zum Teil existenzbedrohend sein können.

So musste ich schon bei einer Lieferung aus Argentinien in einem besonders schwierigen Monat, mehrere Wochen in Vorkasse gehen, damit überhaupt produziert werden und das Unternehmen am Leben bleiben konnte. Aber ich bin froh, wenn ich eben nicht nur vom Schreibtisch aus “Geschäfte mache”, sondern mit den Produzenten langfristige Partnerschaften eingehen kann, bei denen man sich gegenseitig unterstützt, wenn es notwendig ist.

Ein zweiter, durchaus politischer Aspekt, der den Handel mit Argentinien etwas erschwert, ist eine in meinen Augen protektionistische Gesetzgebung, die horrende Einfuhrzölle, Verwaltungsgebühren und elendig lange administrative Verfahren nach sich zieht. Damit kann man sich aber arrangieren, solange es halbwegs stabil bleibt.

Sie agieren in einem überaus kompetitiven Marktumfeld – worin sehen Sie Ihre zentralen USPs und Qualitätsmerkmale im Vergleich zur Konkurrenz?

Glücklicherweise gibt es in Deutschland immer mehr Menschen, die gerne bewusster trinken. Dabei ist der Anteil an industriell und möglichst kosteneffizient hergestellten Spirituosen im Verkauf immer noch überwältigend groß, so dass noch sehr viel Potential für das Wachstum von handwerklich hergestellten Spirituosen besteht, wie wir sie importieren.

Daher freue ich mich auch über den Erfolg von Mitbewerbern in dem Bereich. Wenn sie es schaffen mit guten Produkten die Verbraucher von der Industrieware wegzuführen und eine Neugier für gute Spirituosen zu wecken, ist uns allen geholfen – und das Potential ist wie schon erwähnt riesig.

Am wichtigsten ist natürlich der Geschmack, aber da habe ich zumindest bisher mit meiner bisherigen Auswahl nach persönlichen Geschmack recht gut gelegen, wie sich immer wieder zeigt 🙂
Darüber hinaus versuchen wir aber auch über größtmögliche Transparenz bezüglich der gesamten Herstellung der Spirituosen die Verbraucher dazu anzuregen, sich mit dem was sie trinken, etwas näher auseinanderzusetzen. Wenn Kaufentscheidungen informierter erfolgen und nicht nur von Werbebotschaften geleitet werden, dann profitieren wir da sicherlich enorm von.

Welche Bezahlmöglichkeiten bieten Sie Ihren Kunden?

Über den online-Shop bieten wir die Zahlung klassisch per Vorkasse/Überweisung, aber auch per PayPal samt aller dort zur Verfügung stehender Optionen wie Kreditkarten, EC-Karten, SEPA-Lastschrift, etc. an.

Welche Versandmöglichkeiten und ggf. Garantien/Widerrufsrecht gewähren Sie bei Bestellungen über Ihren Shop?

Wir versenden derzeit ausschließlich über DHL. Die Festlegung auf nur einen Logistikpartner ist für uns notwendig, um bei unserem vergleichsweise geringen Sendungsaufkommen überhaupt halbwegs attraktive Konditionen aushandeln zu können.

Was Garantien und das Widerrufsrecht angeht, halten wir uns natürlich an die jeweils aktuellen gesetzlichen Vorgaben – das übernimmt aber auch eine darauf spezialisierte Anwaltskanzlei für uns, da das Thema Verbraucherschutz in Deutschland recht komplex ist und sich zudem auch gefühlt dauernd ändert.

Gibt es abschließend gerade besondere Angebote oder Rabattaktionen auf die Sie unsere Shopping-affinen Leserinnen und Leser hinweisen möchten?

Da können wir schon etwas machen… wie wär’s denn mit einem Geschenk Gin-Tonic?
Die ersten 50 Leser, welche bei einer Bestellung zwischen dem 01.04.2020 und 30.04.2020 mit Brutto-Warenwert über 25€, “Experten Testen” in den Text eingeben, erhalten eine 5cl-Miniatur vom Apóstoles Gin sowie eine Flasche Tonic Wasser kostenfrei dazu.

Mit so einem kleinen Gin-Tonic-Geschenk kann sollte man doch fast jedem eine Freude machen können 🙂
(Die Miniatur und das Tonic müssen bei einem Widerruf der Bestellung natürlich auch zurückgegeben werden – ich sag’s nur gleich aus leidlicher Erfahrung dazu)

Herzlichen Dank, Claas. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem IMEXORY Shop weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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