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INERTA Umwelttechnik AG – Biologische Abwasseraufbereitung

Das Interview mit Bruno Rosenberger von der INERTA Umwelttechnik AG

Sie werben mit „biologischer Wasseraufbereitung“ – was genau bedeutet „biologisch“ bei Ihnen?

Das Interview mit Bruno Rosenberger vom INERTA Umwelttechnik AGUnter der biologischen Abwasseraufbereitung verstehen wir den Abbau organischer Verbindungen im Abwasser durch Bakterien, welche in einem aeroben oder anaeroben Umfeld aktiv sind. Der Abbau der organischen Substanz und die Oxidation des Ammoniums erfolgt während der Verfahrensstufe «aerobe Oxidation» durch eine Luftzuführung. Die Reduzierung des Nitrats wird in einer weiteren Stufe während der «anearoben Oxidation» durch Bakterien erreicht, dabei entsteht elementarer Sauerstoff und Stickstoff.

Die biologisch arbeitenden Kläranlagen setzten sich in der urbanen Abwasserauf-bereitung durch, weil der dazu gewährleistete kontinuierliche Zufluss von organisch belastetem Abwasser gewährleitet ist, weil die Bakterien für das Überleben die organische Verschmutzung in den Abwässern brauchen.

Fehlt der Stofffracht die organische Substanz, zum Beispiel durch unregelmässige Zu-führung oder bedingt durch periodisches Abschalten der verursachenden Quelle (zum Beispiel durch Abschalten der verursachenden Industrianlage), so müssten die Bakterien durch eine externe Quelle (zum Beispiel Zudosierung von Ethanol) am Leben erhalten werden. Für industrielle Abwässer ist deshalb die biologische Abwasseraufbereitung zu umständlich und es werden oft andere Verfahren bevorzugt.

Heute wird ergänzend zur biologischen Stufe der Abwasseraufbereitung, das sogenann-te MBR-Verfahren (Menbranbioreaktor-Verfahren) angehängt, dies zur Verbesserung der Abwasserqualität, insbesondere als Massnahme gegen die Mikroverschmutzung.

Welche Leistungen bietet Ihr Unternehmen außerdem?

Wir sind nicht nur fokussiert auf den Bau und Inbetriebnahme von komplexen Aufbereitungsanlagen, sondern auch auf zahlreiche andere Aktivitäten, zum Beispiel das Verfassen von Umweltverträglichkeitsprüfungen, Vorprojekten, Massenfluss- und Materialanalysenkonzepten, Verwertungskonzepten der Produkte, Logistikkonzepten, Businessplänen usw. Obwohl seit Jahrzehnten verschiedene Aufbereitungsanlagen in Betrieb sind und die Technologien mittlerweile ausgereift sind, stossen die Realisierungsvorhaben von solchen Anlagen bei Behörden und zum Teil bei der Bevölkerung auf Skepsis. Diese Anlagen dienen der Umwelt, insbesondere der Region auch dann, wenn es lokal betreffend dem Verkehr zu einer geringen Mehrbelast-ung kommt.

Was ist das größte Umweltproblem, mit dem Sie zu tun haben?

Das Interview über das Unternehmen INERTA Umwelttechnik AGDie häufigsten Verschmutzungen sind:

Meist sind folgende Verschmutzungen durch die Anlage zu eliminieren zu separieren:

• Ungesättigte Kohlenwasserstoffe:

– leichtflüchtige Halogenkohlenwasserstoffe, LHKW, CKW,

-PCB (mittlere Abtrennbarkeit),

• Gesättigte Kohlenwasserstoffe:

– Mineralölkohlenwasserstoffe MKW,

• Aromatische Kohlenwasserstoffe:

-BTEX, leichtflüchtige KW wie Benzol, Toluol, Ethylbenzol etc.

-Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe PAK (mittlere Abtrennbarkeit),

• Cyanide können in dieser Bodenwaschanlage behandelt werden, solange der Boden keinen zu hohen Anteil an Feinpartikeln (z.B. Ton, Torf) und organischen Stoffen enthält,
• Schwermetalle z. T., Chrom (VI) wird ausgeschieden, resp. zu Chrom (III) reduziert,
• Quecksilber, Arsen, Blei
• Herbizide, Pestizide (Glyphosat etc)
• Stickstoffbehandlung der Waschwasser Denitrifikation und Nitrifikation (optional),
• Mikroverschmutzungen je nach Bedarf (optional).

Unsere Multifunktionsanlagen können aber auch als Sand- und Kiesaufbereitungs-anlagen oder für Bauschutt, sauberen Aushub genutzt werden.

Hat sich das ökologische Bewusstsein in den letzten Jahren verändert?

Der Fachwelt hat die Problematik seit längerem erkannt. Die Aufbereitung von Reststof-fen oder allenfalls kontaminierten Stoffen ist fast in jedem Fall aufwendiger als abbau-würdige Sand- und Kiesvorkommen zu plündern. Es braucht den politischen Willen, um die Industrie resp. den Konsumenten der Sekundärbaustoffe dazu zu bewegen, diese Stoffe einzusetzen.

In einigen Städten, wie beispielsweise Zürich ist der Einsatz von Sekundärbaustoffen zur Normalität geworden. Insbesondere die öffentliche Hand fordert bei den Ausschreib-ungen in vielen Bauprojekten den Einsatz von Sekundärbaustoffen.

Welche Art der Beratung bieten Sie an?

Das Interview über INERTA Umwelttechnik AGUnsere Beratung ist weitgehend vollumfänglich, Eine Übersicht der relevanten Aktivitäten, welche wir unseren Kunden anbieten, ist in der beiliegenden Broschure „Multifunktionsanlage“, enthalten. Auch wenn sich die Beschreibung dieser Aktivitäten auf den Schweizer Markt bezieht, so sind die Kriterien und gesetzlichen Grundlagen stark mit der EU harmonisiert (zum Beispiel Abfallschlüsselnummern)

Wodurch unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz?

Wir unterscheiden uns von unserer Konkurrenz darin, dass wir, wie bereits erwähnt, unseren Kunden das gesamte Konzept inklusive Betriebskonzept, Logistikkonzet etc. anbieten, wir beschränken uns nicht nur auf den Verkauf der eigentlichen Anlage. Wir begleiten den Kunden so lange, bis er die Anlage mit eigenem Personal richtig betreiben kann. Wir fertigen nur wenige Komponenten selber, sind ein unabhängiges Ingenieurunternehmen und können somit auf die meisten Kundenwünschen von bevorzugten Technologien, Lieferanten mit seinen Systemen eingehen.

Was ist Ihr Ziel?

Weltweit möglichst viele nachhaltige Aufbereitungsanlagen zu erstellen und möglichst vielen, auch skeptischen Zeitgenossen aufzuzeigen, wie wichtig, das Schliessen von Wertschöpfungsketten mit Recyclingbaustoffen ist. Weiter geht es uns darum, einer breiten Öffentlichkeit aufzuzeigen, dass das Schliessen dieser Wertschöpfungsketten durchaus kommerziel tragbar ist. Zudem kommt es durch den Betrieb dieser Anlagen zu vielen begrüssenswerten Nebeneffekten, zum Beispiel das Schonen von wertvollen Sand- und Kiesreserven, welche für unsere Grundwasserqualität von zentraler Bedeut-ung ist, dann das Schonen von Deponieraum, das Verhindern der unkontrollierten Aus-breitung von unerwünschten Stoffen.

Herzlichen Dank, Bruno Rosenberger. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und der INERTA Umwelttechnik AG weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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