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Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. – Weltweite Anerkennung der erworbenen Tauchsportqualifikation

Das Interview mit Robert Bank vom Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Bitte stellen Sie Ihren Verein Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. kurz vor.

Interview mit Robert Bank vom Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Bild: LTV M-V

Der Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. ist der Fachverband für den Tauchsport in Mecklenburg-Vorpommern. Kommendes Jahr wird der LTV M-V übrigens 30 Jahre alt. Unsere Mitglieder sind Tauchvereine in Mecklenburg-Vorpommern, die wir auf Landesebene beim Landessportbund (LSB) sowie auf Bundesebene beim Bundesverband „Verband Deutscher Sporttaucher e.V.“ (VDST) und dem „Deutschen Olympischen Sportbund“ (DOSB) vertreten. Wir selbst sind Mitglied im LSB Mecklenburg-Vorpommern e.V. sowie im VDST e.V. Als e.V. sind wir ehrenamtlich aktiv, haben mit unserem Landestrainer Jens-Peter Ostrowsky aber auch einen hauptamtlich angestellten Trainer, der die Leistungssportler für das Flossenschwimmen und Orientierungstauchen in Form bringt und hält. Im Flossenschwimmen und Orientierungstauchen ist M-V mit an der Weltspitze unterwegs. Weiterhin versuchen wir durch eigene Landes-Veranstaltungen oder aber auch durch Unterstützung und Koordination in unseren 20 Mitgliedsvereinen die Aus- und Weiterbildung unserer Taucher im Land voran zu bringen.

Derzeit haben Sie eine stolze Anzahl von ca. 20 Vereinen und 1000 Mitgliedern. Wie haben Sie so viele Mitglieder erreicht?

20 Vereine mit insgesamt über 1.200 Mitglieder hört sich zunächst viel an. Dennoch haben wir als Flächenland einen recht kleinen Landesverband verglichen mit bevölkerungsstarken Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen oder Hessen. In unseren Vereinen variieren die Mitgliederzahlen auch sehr stark von einigen wenigen bis hin zu knapp 300 Mitgliedern im TSC Rostock 1957 e.V. Diese Zahl ist allerdings nur eine Momentaufnahme und sowohl demografischer Wandel als auch zunehmende Digitalisierung von Hobbies sorgen bei uns für Nachwuchsprobleme. Dabei muss aber gesagt werden, dass der Natursport Tauchen durch seine Vielfältigkeit vom Schnorchelwandern in der Ostsee, Apnoe-Tauchgängen im Meer über das „normale“ Sporttauchen mit Drucklufttauchgerät bis hin zum Technischen Tauchen in größere Tiefen nicht nur für fast jede Altersgruppe geeignet ist, sondern auch Technik-Affine ansprechen kann. Wer Fragen oder Interesse hat, der darf sich gerne an uns wenden.

Wo überall tauchen Sie mit Ihrem Verein? Falls Sie sich für einen neuen Tauchort entscheiden, was sind bei Ihnen entscheidende Auswahlkriterien?

In M-V haben wir gegenüber anderen Bundesländern den Vorteil, dass das Tauchen in den Seen und in der Ostsee grundsätzlich nicht verboten ist – Ausnahmen bilden Naturschutzgebiete. Dadurch können wir unsere tolle Ostseeküste, aber auch unsere Binnenseen betauchen; Mecklenburg-Vorpommern ist ja nicht umsonst das Land der Seen und Wälder. Als besonders lohnenswert bei uns im Land können wir auf jeden Fall die Ostsee mit dem Künstlichen Riff vor Nienhagen, kleinere und größere Wracks aber auch einfach die Mergelbänke vor Börgerende oder Elmenhorst nennen. Mit dazu kommen noch viele größere und kleinere Seen wie der Tollensesee, der Schweriner See, der Schmale Luzin oder auch der Dreetzsee – alle haben ihren Charme und sind sehr unterschiedlich.

Im Bereich der Ausbildung müssen wir allerdings auch schon mal in andere Bundesländer ausweichen. Die Praxisausbildung und -prüfung für fortgeschrittene Taucher führen wir beispielsweise in Hemmoor (Niedersachsen) durch, da dort die Rahmenbedingungen für die Durchführung und Absicherung der Praxisübungen deutlich besser sind.

Wenn wir bei uns tauchen wollen, dann spielt bei der Auswahl des Tauchspots natürlich das Wetter eine wichtige Rolle – Sturm an der Ostsee oder ein schweres Gewitter sind dabei nicht gern gesehen. Ansonsten stört Wasser beim Tauchen ja nicht besonders – auch wenn es mal von oben kommt. Dann gilt es natürlich auch etwas die Fähigkeiten der Mittaucher aber auch deren Interessen zu berücksichtigen; wer nur etwas üben will, dem reicht der Kiessee um die Ecke, wer viel Leben bei guter Sicht vor die Kamera bekommen möchte, der braucht dann schon andere Tauchziele – für beide Tauchergruppen haben wir aber etwas im nordöstlichen Bundesland zu bieten.

Welche Ausbildungen bieten Sie derzeit an und wo?

Als Mitglied im VDST richtet sich unsere Ausbildung auch entsprechend nach der geltenden VDST-Ordnung. Dementsprechend können wir die Ausbildungsstufen des Deutsches Tauchsportabzeichen von DTSA * bis *** für Einsteiger bis Fortgeschrittene durch Theorie- und Praxiseinheiten in unseren Vereinen oder auch in unseren Landesseminaren für Geräte- und Apnoetaucher anbieten. Weiterführend bieten wir in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden von Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein als VDST Gruppe Nord auch die Ausbildung zum Trainer sowie zum Tauchlehrer an. Ergänzt wird die Ausbildung durch eine Vielzahl von Seminaren die teils zur Fortbildung und Erlangung der nächsten Ausbildungsstufe obligat, teils aber auch nur zur Verbesserung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten vorgesehen sind. Diese reichen von Orientieren beim Tauchen über verschiedene Tauchmedizinische Seminare bis hin zu Meeresbiologie, Seemannschaft oder reinen Skill-Trainings. All das wird durch ehrenamtliche Ausbilder abgesichert. Dadurch können wir unsere Seminare natürlich bei hohem Niveau für vergleichbar geringe Kosten anbieten – vielen Dank an all unsere Ehrenamtler, nicht nur bei den Tauchern!

Die Seminare bieten wir dabei sehr häufig unter Nutzung der Sportschulen im Land, insbesondere Warnemünde, an. Die zugehörigen Tauchgänge finden dann meist auch in der Ostsee statt. Gelegentlich können wir auch auf Vereinsobjekte zurückgreifen und Theorie und Praxis dort organisieren. Das ist u.a. in Rostock, Warnemünde, Waren, Krugsdorf, Schwerin oder auch Neubrandenburg der Fall. Für einige Seminare, z.B. die Anfängerausbildung, nutzen wir oder unsere Mitgliedsvereine die örtlichen Schwimmhallen, z.B. die Rostocker Neptunschwimmhalle. Neben zweckgerechten Seminarräumen ist hier eine Lehrschwimmhalle aber auch ein Springerbecken mit 4,8 Meter Wassertiefe verfügbar – das kommt uns natürlich entgegen.

Welche Voraussetzungen muss man als Apnoetaucher besitzen? Welche gefährlichen Situationen können beim Apnoetauchen auftreten und wie kann man diese vermeiden?

Tauchausbildung bei Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Foto: Eik Deistung

Es reicht eine normale Fitness für das Apnoetauchen sowie auch das Gerätetauchen aus. Das meiste ist “Kopfsache” und wir haben mit zwei Apnoe-Spezialkursen auch Seminare, in denen sehr gute Hilfsmittel für die mentale Vorbereitung und Entspannung vermittelt werden. Obligat ist aber – ob Apnoe oder mit Gerät –  ein Check beim (Tauch-)Arzt. Neben den Ohren sind hier hauptsächlich Lunge, Herz-Kreislauf-System und eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit zu prüfen. Ansonsten ist aus meiner Sicht die wichtigste Anforderung, dass Spaß an der Bewegung im Wasser da ist.

Ganz ungefährlich ist unser Sport aber nicht. Das ist u.a. auch durch Unfälle in Schwimmbädern bekannt, bei denen jemand allein – also ohne Sicherung – Streckentauchübungen absolviert und unbemerkt bewusstlos wurde. Für tiefere Apnoe-Tauchgänge ist der kritische Punkt kurz unter oder an der Wasseroberfläche beim Auftauchen, wenn der Sauerstoffvorrat im Körper beim Tauchgang sehr stark verbraucht wurde. Hier besteht, genauso wie bei Streckentauchversuchen, Ohnmachts- und damit einhergehend Ertrinkungsgefahr. Daher haben wir neben max. Grenzen für Tiefe, Zeit und Strecke bei uns den Grundsatz: „Tauche und Trainiere nie allein!“ Auch ein Neuling als Tauchpartner, der vielleicht ad hoc nicht die richtige Handlungsstrategie zur Rettung parat hat, kann zumindest Hilfe herbei holen.

Welche Vorteile erhalte ich bei Ihnen als Mitglied? Wie kann ich bei Ihnen Mitglied werden?

Die Taucher sind über ihren lokalen Tauchverein indirekt Mitglied bei uns im Landesverband und damit im Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern. Hierdurch haben sie nicht nur die Möglichkeit an Veranstaltungen über unseren Landesverband hinaus teilzunehmen, sondern sind für den Fall der Fälle durch attraktive Versicherungen bestens abgesichert. Gerade bei einem Tauchunfall können in der Behandlungen hohe Kosten entstehen.

Tauchen Sie mit Ihrem Verein auch im Ausland oder nur in Deutschland? Und wo tauchen Sie mit Ihrem Verein?

Als Landesverband ist die Ausrichtung von größeren Veranstaltungen im Ausland nicht unser eigentliches Handlungsfeld. Dennoch organisieren unsere Mitglieder und Vereine häufiger verschiedenste Tauchfahrten auch ins Ausland. Mir sind hierbei Ziele wie das Rote Meer von Ägypten aus, Kroatien, Frankreich, Dänemark, Malta oder auch Norwegen und die Kanarischen Inseln bekannt. Als Landesverband sind wir derzeit lediglich bei der Tauchlehrer-Praxis-Ausbildung im Verbund der VDST Gruppe Nord auf den Kanaren, genauer Fuerteventura, unterwegs.

Herzlichen Dank, Robert Bank . Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem Landestauchsportverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. weiterhin viel Erfolg.

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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