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Ökotest Tipp: Satirische Seite nimmt “Gärten des Grauens” ins Visier

Screenshot des Artikels über die satirische Seite "Gärten des Grauens"

Screenshot: oekotest.de

In Deutschland werden Steingärten immer beliebter. Unkrautfrei, modern und pflegeleicht sind sie, allerdings leidet in vielen Städten auch die Artenvielfalt darunter. Der Trend geht allerdings immer mehr Richtung Steinwüsten statt artenreicher und grüner Flächen. Die Satire-Webseite „Gärten des Grauens″ will auf diese Problematik aufmerksam machen und wurde von Öko-Test nun unter die Lupe genommen.

Der seit 2017 bestehende Fotoblog und die dazugehörige satirische Internetseite veröffentlicht fast täglich neue Fotos aus deutschen Gärten und Vorgärten, die vor allem Steine statt grüner Wiesen und Bäume beherbergen. Der Betreiber Ulf Soltau möchte auf humoristische Weise vor allem auf die Folgen der Bodenversiegelung und des Artensterbens aufmerksam machen. Die anfangs noch kleine Seite beinhaltet mittlerweile ein großes Kollektiv aus Einsendungen von Lesern und wird mehrere tausendmal im Monat gelesen. Besonders positiv fällt die passende Mischung aus ernstem Inhalt und lustigem Wortwitz auf.

Gärten als Generationenprojekt

Gärten haben heute nicht mehr die gleiche Stellung wie vor einigen Jahren: Oft werden diese nicht mehr als „Generationenprojekt“ gesehen, sondern der aktuellen Mode unterworfen, in diesem Fall Schotter- oder Steingärten. Diese haben vor allem den Vorteil, dass sie einfach und leicht zu handhaben sind – zum Nachteil der Natur. Selbst der Naturschutzbund forderte seine Mitglieder Anfang dieses Jahres auf, ebenfalls Fotos von besonders freudlosen Gärten abzuschicken – mehr als 100 Bilder wurden eingesendet.

Die Problematik von Steingärten: Warum der Trend gestoppt werden muss

Immer mehr Vorgärten gleichen monotonen Steinwüsten. Die Problematik geht so weit, dass selbst Stadtverwaltungen mit Naturschützer diesen Kurs jetzt stoppen wollen. Sie schaden nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch dem Stadtklima. So sind in einigen Städten undurchlässige Steingärten durch neuere Verordnungen bereits verboten. „Nicht überbaute Flächen müssen begrünt oder bepflanzt werden“ heißt es dort. Auch Parteien wie die Grünen wollen Kies, Steine und Schotter in Baumärkten für die Gartengestaltung verbieten.

Das größte Problem von Steingärten ist – vom Design einmal abgesehen, dass diese sehr schwer in das Ökosystem eingreifen. Meist enthalten sie wenig bis gar keine Pflanzen, was allerdings oft nicht das einzige Problem ist: Die Steine heizen sich im Sommer extrem auf, was nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Einwohner in den umliegenden Häusern ein großes Problem ist. Zudem werden häufig Neophyten gepflanzt, die sich außerhalb des eigenen Gartens ausbreiten und dadurch die heimischen Pflanzen verdrängen. Dadurch wird Wildtieren wie Singvögeln, Bienen, Schmetterlingen und Hummeln kaum Nahrung und Unterschlupf geboten. Häufig stammen zudem die Steine oft nicht aus dem örtlichen Steinbruch, sondern werden aus China oder Indien importiert.

Auch wenn der Pflegeaufwand erst einmal gering erscheint, sind Schottergärten oft gar nicht so pflegeleicht wie es vielleicht scheinen mag: Bereits nach einem Jahr lagern sich in den kleinen Fugen immer Laub und Samen ab, über die Zeit finden auch Moose, Flechten und Wildkräuter ihren Weg. Der einzige Ausweg scheint die Benutzung von Unkrautvernichtern zu sein, die sich allerdings im Grundwasser und im Boden ablagern und sich damit auch sehr negativ auf die Umwelt auswirken.

Unter Steingärten leidet auch das Stadtklima: Durch die starke Erhitzung der Steine im Sommer geben diese die Wärme abends wieder ab – und wirken so der erfrischend kühlen Abendluft entgegen.

Schottergärten auf dem Vormarsch

Die Anzahl der Steingärten nimmt in Deutschland immer weiter zu. Die Idee von klassischen Steingärten war ursprünglich, ein Stück Gebirgswelt in den eigenen Garten zu bringen. Das Problem der Steingärten liegt allerdings nicht in der Optik, die Sauberkeit verkörpern soll, sondern bei den ökologischen Folgen. Die tristen Vorgärten sind vor allem deshalb so populär, da sie meist sehr kostengünstig und pflegeleicht sind. Das Hauptziel ist dabei allerdings die Vermeidung von Unkraut und weiteren „Beikräutern“. Dadurch greifen sie jedoch schwer in das Ökosystem ein und verschlechtern auch das Stadtklima. Dazu kommt noch, dass Steingärten oft gar nicht so pflegeleicht sind wie angepriesen: früher oder später bilden sich an schattigen Stellen Unkraut und Moos, sodass regelmäßiges Jäten notwendig ist, um die saubere Optik beizubehalten. Die Seite „Gärten des Grauens“ will auf diese Problematik aufmerksam machen, was ihr auf humorvolle und sarkastische Weise sehr gut gelingt.

Quellen:
Ökotest – Gärten des Grauens: Satirische Webseite zeigt tote Vorgärten
Wieder mehr Leben in den eigenen Garten bringen? Einziger Nachteil: Der Rasen gehört regelmäßig gemäht. Hierzu kann man sich für einen Benzin-Rasenmäher, einen Elektro-Rasenmäher, oder gleich einen vollautomatischen Rasenmähroboter zulegen. Dann fällt auch das lästige Gras schneiden weg! Schauen Sie sich dazu die Tests 2019 der beliebtesten Rasenmäher von ExpertenTesten an!

Fragen zu diesem Artikel richten Sie bitte an: Claudia Felbermayer | Mobil: +43 (0) 676 6489269 | Mail: [email protected]

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