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Packaging Valley Germany e.V. – Netzwerk von Firmen aus der Verpackungsindustrie

Das Interview mit Martin Buchwitz von der Packaging Valley Germany e.V.

Sie helfen Kunden bei Verpackungslösungen – um welche Art von Produkten geht es in der Regel?

Das Interview mit Martin Buchwitz vom Verein Packaging Valley Germany e. V.

Martin Buchwitz

Packaging Valley Germany ist ein Zusammenschluss von Verpackungsmaschinenbauern aus der Region Hohenlohe. Wir sind also kein Unternehmen, sondern ein Verein, der die Interessen unserer Mitglieder vertritt, Nutzenstiftende Maßnahmen wie gemeinsame Messeauftritte durchführt und zum Ziel hat, die Marke Packaging Valley und in dessen Sog auch die Einzelunternehmen bekannt zu machen. Unsere Unternehmen sind in den unterschiedlichsten Bereichen der Verpackungsindustrie tätig. Das geht von Pharma, über Lebensmitteln bis hin zur Verpackung von Kartonagen. Da geht es um das Sortieren, Zuführen, Füllen, Dosieren, die Endverpacken, das Kartonieren bis hin zum Palettieren. Ein ganz breit gefächerter Bereich, wo unterschiedlichste Materialien wie Folie, Glas, Kunststoff, PET, Metall sowie Papier und Kartonagen verarbeitet werden. Die zu verpackenden Güter können fest, flüssig, pastös oder auch pulvrig sein.

Wie genau unterstützen Sie Ihre Kunden?

Wen ich unsere Mitglieder als unsere direkten Kunden betrachte, dann unterstützen wir diese in ganz vielfältiger Weise. Sicher einer der wichtigsten Bereiche ist aktuell das Marketing. Auf den Messen Interpack und Fachpack sind wir jeweils mit einem großen Gemeinschaftsstand vertreten, der sowohl die Dachmarke Packaging Valley kommuniziert und sichtbar macht, als auch die Marken der als Aussteller teilnehmenden Mitgliedsunternehmen. Sowohl die Webseite als auch die gesamte Social Media Kommunikation dienen dazu Dachmarke und Einzelmitglied mit der jeweiligen Kompetenz und Stärke bekannt zu machen. Flankiert wird das Ganze noch durch eine professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir bieten unseren Mitgliedern Schulungen zu Themen wie Messevorbereitung oder auch für Mitarbeiter der Montage an. Mit den Packaging Valley Days gibt es eine Veranstaltung im Kongressformat und mit „Studenten treffen Unternehmer“ adressieren wir den Fachkräftemangel und unterstützen unsere Mitglieder dabei, diesem entgegenzuwirken. Zukünftig werden wir verstärkt technologische Themen wie Digitalisierung, Virtual- und Augmented Reality, industrielle Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz adressieren.

Beraten Sie Ihre Kunden auch in puncto Nachhaltigkeit?

Beraten nicht direkt, aber wir bilden Netzwerke und bieten unseren Mitgliedern Veranstaltungen zum Thema an. Das Ganze steht aktuell noch sehr am Anfang, wir werden das aber in nächsten Zeit richtig vorantreiben. Verpackungsmaschinenbauer müssen das Thema ganzheitlich betrachten, das geht bis hin zur Außendarstellung für potenzielle Bewerber, insbesondere der jüngeren Generation.

Das Thema „Überflüssige Umverpackungen“ ist momentan sehr aktuell. Was ist Ihre Antwort darauf?

Für uns ist eine differenzierte und auch fachlich fundierte Sichtweise von großer Bedeutung. Wir begrüßen die zunehmende Thematisierung und das wachsende Engagement in Sachen Klimaschutz. Uns ist eine Versachlichung der Diskussion wichtig, da uns rein ideologische Sichtweisen überhaupt nicht weiter helfen. So gibt es beispielsweise Anwendungen der Verpackungstechnik, bei denen man im ersten Moment meint, ein Verzicht der Verpackung wäre unproblematisch, auf den zweiten Blick stellt man fest, dass zum Beispiel das vermehrte Verderben von Lebensmitteln, ohne die entsprechende Verpackung, ökologisch um ein Vielfaches schlechter ist. Man muss da also schon genauer hinschauen und beispielsweise die unterschiedlichen Branchen wie Lebensmittel, Konsumgüter, Elektronik oder auch Pharma für sich zu betrachten.

Welche nachhaltigen Verpackungsmaterialien haben ein besonders großes Potential?

Auch hier ist eine Pauschalisierung nicht so einfach möglich, gerade dann, wenn man wieder die einzelnen Branchen und Bereiche nimmt. Sicherlich hat das gute alte Papier ein großes Potenzial, wenn man es bezüglich seiner Barriereeigenschaften beispielsweise durch Bedampfung verbessert. Gerade bei Verpackungen wie Windeln, Toilettenpapier etc. gibt es diesbezüglich ein großes Potenzial. Recycelbarer PET hat mit Sicherheit auch ein großes Potenzial, ebenso Hartglas, mit dem man bei mindestens gleicher Festigkeit und Robustheit wie bei herkömmlichem Glas Behälter viel dünnwandiger und damit leichter machen kann. Da gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, aber auch hier lohnt ein genauerer Blick. Nicht alles was Öko daherkommt, ist auch Öko, ein Beispiel dafür sind die verschiedenen kompostierbaren Materialien, wo ja schon so ein mancher wieder zurückrudern musste. Bei dem Thema nicht zu vergessen ist unsere Kreislaufwirtschaft, bei der es noch großes Verbesserungspotenzial gibt – siehe unsere Verschiffung von Müll nach Asien und die Funktionsweise des dualen Systems mit der Mülltrennung.

Könnten wir generell komplett auf Plastikverpackungen verzichten?

Ganz sicher nein, wir müssen es aber auch nicht. Die Frage ist zum einen, wo eine Vermeidung möglich ist, zum anderen aber auch wieder die, was wir mit dem Material machen, wenn es ausgedient hat. Also auch wieder die Themen Kreislaufwirtschaft, Recycling und Entsorgung. Ich wiederhole mich, aber auch bei diesem Thema braucht es eine differenzierte Sicht, beispielsweise was die unterschiedlichen Materialien und Ausgangsstoffe anbelangt.

Vielen Dank, Martin Buchwitz. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und der Packaging Valley Germany e. V. weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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