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Samaritan´s Purse – Hilfe für Menschen in Not

Das Interview mit Tobias-Benjamin Ottmar vom ‪Verein Samaritan´s Purse

Bitte beschreiben Sie Ihren Verein Samaritan´s Purse. Welche Rolle nehmen Sie in dem Verein wahr? Und warum haben Sie sich für den Verein entschieden?

Unseren Verein gibt es im Grunde schon seit 1963, damals jedoch mit anderen Tätigkeitsschwerpunkten als heute. Durch die christliche Zeitschrift „Entscheidung“ – die bis 2015 in unserem Haus erschien – kam 1996 die internationale Geschenkaktion „Operation Christmas Child“ in den deutschsprachigen Raum. Hier ist seither der Name „Weihnachten im Schuhkarton“ vielerorts bekannt. Zu den weiteren Schwerpunktgebieten gehören seit zwei Jahrzehnten auch die humanitäre Hilfe und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Mich begeistert der umfassende Ansatz der Arbeit: Wir helfen einerseits ganz praktisch und hochprofessionell und geben andererseits auch die Hoffnung weiter, die uns als Christen antreibt: dass es einen Gott gibt, der jeden Menschen bedingungslos liebt und dies durch seinen Sohn Jesus Christus auf beeindruckende Weise gezeigt hat. Daher freue ich mich, dass ich mittlerweile im zehnten Jahr die Arbeit des Vereins als Leiter der Kommunikation intensiv begleiten und mitgestalten kann.

Laut Ihrer Homepage hieß Ihr Verein noch zuvor Geschenke der Hoffnung. Wieso kam es hier zur Namensänderung?

Mit der Etablierung von „Weihnachten im Schuhkarton“ im deutschsprachigen Raum ergab sich automatisch die Zusammenarbeit mit Samaritan’s Purse – denn die Initiative ist schon immer Teil der globalen Aktion dieser Hilfsorganisation gewesen. Auch in vielen anderen Projekten und der humanitären Hilfe arbeiten wir mit einzelnen „Samaritan’s Purse“-Länderbüros und der Zentrale in den USA zusammen. Als sich die Mitgliederschaft damit auseinandersetzte, welche Schwerpunkte der Verein in Zukunft setzen will, wurde eine große Übereinstimmung mit den Zielen, Werten und der Ausrichtung von Samaritan’s Purse festgestellt. Daher entschied man sich dazu, 2017 wieder Teil des internationalen Netzwerks zu werden – dann aber auch konsequent mit dem entsprechenden Namen. Während Geschenke der Hoffnung oft als Synonym für die Geschenkaktion verstanden wurde und somit die anderen Arbeitsbereiche kaum zur Geltung kamen, gibt uns der neue Name mit der deutschen Ergänzung „Die barmherzigen Samariter“ mehr Spielraum: Die Geschichte vom Samariter lässt sich auf viele Bereiche unserer Arbeit übertragen.

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Sie unterstützen Opfer von Krieg, Armut, Naturkatastrophen, Krankheit oder Hunger. Sie hatten wahrscheinlich schon mit vielen Menschen zu tun, die bereits viele schwere Schicksalsschläge verkraften mussten. Wie konnten Sie diesen helfen? Und wirken sich diese Schicksalsschläge auch auf Sie aus?

Allein im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise 150.000 Menschen im Kongo in unserem Behandlungszentrum auf Ebola untersucht oder über die gefährliche Krankheit aufgeklärt. In Mosambik verteilten wir nach Zyklon Idai 27 Tonnen Hilfsgüter, stellten Notunterkünfte zur Verfügung und halfen so mehr als 90.000 Personen. Und durch unser WASH-Programm eröffneten wir 8.422 Familien in Kambodscha den Zugang zu sauberem Trinkwasser, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Bio-Sand-Wasserfiltern. Das sind nur drei von vielen Beispielen, wie wir im vergangenen Jahr helfen konnten (mehr dazu in unserem Jahresrückblick). Generell bin ich, seitdem ich hier arbeite, noch viel dankbarer geworden über den Wohlstand, Frieden und Sicherheit, den wir hier genießen. Und ich nehme aktiver Anteil an der Not anderer Menschen, indem ich selbst großzügig spende oder dafür bete. Im privaten Alltag gibt es auch immer wieder Ansatzpunkte, um andere Menschen zu sensibilisieren und für die Arbeit zu begeistern.

Von welchen Ländern unterstützen Sie derzeit hauptsächlich Menschen?

Samaritan’s Purse ist sehr breit aufgestellt: Die Geschenkkartons gehen weltweit in mehr als 100 Länder, in Katastrophensituationen helfen wir dort, wo es Not gibt. Ganz aktuell helfen wir beispielsweise Hausbesitzern in Australien, deren Hab und Gut durch die Buschfeuer beschädigt oder zerstört wurde. Auch auf den Bahamas geht der Wiederaufbau nach dem letztjährigen Hurrikan noch weiter. Und in diesen Tagen starten wir ein neues Ernährungsprogramm im Kongo.

Welche Unterstützung erfahren Sie hier vom Staat? Und wie kann die Gesellschaft Sie in dieser Tätigkeit unterstützen?

Bislang erhält unser Verein keine staatlichen Fördermittel, wir haben uns jedoch auch bislang nicht darum bemüht. Auf internationaler Ebene gibt es aber immer wieder Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation, dem Welternährungsprogramm oder auch dem UN-Flüchtlingshilfswerk. Mitunter fragen Regierungen die Hilfe von Samaritan’s Purse aktiv an.

Auf lokaler und teilweise auch überregionaler Ebene übernehmen immer wieder Politiker beispielsweise eine Schirmherrschaft für die Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ oder geben ein positives Votum ab. Unternehmen, Schulen, KiTas und Vereine bringen sich in unterschiedlicher Weise in die Arbeit ein: durch Geld- und Sachspenden oder durch praktisches Engagement, z. B. in unserer Weihnachtswerkstatt.

Erst vor kurzem haben wir gemeinsam mit unserer Familie und unseren Liebsten Weihnachten gefeiert. Wie haben Sie in dieser Zeit Bedürftige unterstützt?

Rund um Weihnachten finden natürlich die meisten Weihnachtsfeiern statt, bei denen unsere Partner die Geschenke von „Weihnachten im Schuhkarton“ verteilen. Darüber hinaus haben wir beispielsweise syrische Flüchtlinge im Irak mit Winterkleidung ausgestattet.

Wieviele Mitglieder haben Sie derzeit? Und wie kann man Teil Ihres Teams werden – muss man dazu bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Der Verein als Organ besteht aus derzeit zehn Mitgliedern. Die operative Arbeit wird von einem Team mit rund 40 festangestellten Mitarbeitern (Voll- und Teilzeit) sowie mehr als 10.000 Ehrenamtlichen getragen. Hinzu kommen zehntausende Geldspender.

Wir suchen jedes Jahr für befristete Zeiträume saisonale Mitarbeiter – dafür gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. Bei den unbefristeten Stellenangeboten legen wir besonderen Wert darauf, dass Vision und Werte des Vereins geteilt werden. Darüber hinaus kann man sich ehrenamtlich einbringen, z. B. als Sammelpunkt für „Weihnachten im Schuhkarton“ oder man bewirbt sich für die Mitarbeit in einem Gebietsteam. Aktuell suchen wir zudem Personen, die bereit sind in Katastropheneinsatzteams im Namen Jesu Hilfe zu leisten (sogen. DART-Teams). Hier sind unterschiedliche Qualifikationen gefragt, die im Krisenfall zum Einsatz kommen. Dafür bieten wir in diesem Jahr erstmals eine entsprechende Schulung an.

Herzlichen Dank, Tobias-Benjamin Ottmar. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem Verein Samaritan´s Purse weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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