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Schutzengel für Tiere e.V. – Einsatz für Kühe, Schweine, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Hühner, Enten und Gänse

Das Interview mit Petra Wintersohl vom Verein Schutzengel für Tiere e.V.

Bitte stellen Sie sich und die Schutzengel für Tiere e.V. in einigen Sätzen vor.

Das Interview mit Petra Wintersohl vom Verein Schutzengel für Tiere e.V.Der gemeinnützige Verein Schutzengel für Tiere e.V. „Zuflucht der „Nutztiere“ wurde am 25.01.2003 gegründet. Vereinssitz ist in 57489 Drolshagen im Sauerland. Ziel des Vereins ist es, der Gesellschaft vor Augen zu führen, dass die Unterscheidung in „Nutztiere“ und „Haustiere“ moralisch nicht in Ordnung ist.

Hierzu rettet der Verein Kühe, Schweine, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Hühner, Enten und Gänse aus schlechter Haltung bzw. vor der Schlachtung und bringt sie artgerecht bis zu ihrem natürlichen Tod in Pflegestellen unter.

Ich, Petra Wintersohl, 51 Jahre alt, bin die erste Vorsitzende von Schutzengel für Tiere. Habe den Verein gegründet zusammen mit sechs Tierschützern. Davor hatte ich seit 1997 bei den Animals Angels mitgearbeitet (Begleitung von „Schlachttiertransporten“) und ab 2000 dort ein Patenschaftsprogramm für die geretteten Tiere aufgebaut. Dieses wurde dann in Schutzengel für Tiere selbständig.

Wie viele aktive Mitglieder hat Ihr Verein zurzeit?

Wir haben derzeit 350 zahlende Patinnen und Paten für unsere Tiere, das sind die Fördermitglieder.
Aktive Mitglieder haben wir rund 20, das sind Paten, die z.B. bei der Pferdepflege auf dem Pferdeschutzhof helfen und unsere Schweine regelmäßig besuchen und verwöhnen. Dann haben wir noch rund 40 Betreuer in den derzeit 15 Pflegestellen

Gab es bei der Gründung Ihres Vereins eine besonders wichtige „Nutztiergruppe“?

Ich denke, dass besonders intelligente Tiere am meisten unter den Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung leiden. Deshalb lagen uns bei der Vereinsgründung vor allem die Schweine am Herzen.

Zwar soll ihnen inzwischen Beschäftigungsmaterial angeboten werden in den Mastställen, aber sie leiden trotzdem unter Langeweile. Auch deshalb sind Rangkämpfe in den Mastställen an der Tagesordnung. Der Spaltenboden ist Gift für die Gelenke und oft an Klauenverletzungen schuld. Kranke Tiere gibt es in den Mastställen ganz viele und die wenigsten werden vom Tierarzt behandelt, weil sich das wirtschaftlich für einen Schweinemäster nicht lohnt.

Unsere Maya zum Beispiel hatte als ganz junges Ferkel eine leichte Hirnhautentzündung. Der „Ferkelerzeuger“ wollte sie töten, da sich die Mast bei ihr nicht lohnen würde. Wir bekamen Maya geschenkt und mit Antibiotikum war sie schnell wieder fit. Heute ist sie eine fröhliche, selbstbewußte Schweinedame. Insgesamt haben wir 43 Schweine.

Haben Sie im Jahr 2019 etwas erreichen können, um die Haltung dieser und anderer Tiergruppen verbessern zu können?

Wir beteiligen uns immer an Petionen, 2019 haben wir über 1000 Unterschriften gesammelt für die europäische Bürgerinitiative „End The Cage Age“. Über 1.000.000 Million Unterschriften wurden europaweit gesammelt und an das Europäische Parlament in Brüssel übergeben.

Im Sommer beteiligen wir uns mit Infoständen an Tierheimfesten oder auch veganen Straßenfesten. Dort sammeln wir Unterschriften für Petitionen, die dann an die maßgeblichen Stellen, z.B. die Landwirtschaftsministerien, weitergeleitet werden. Aktuell läuft gerade eine Petition gegen die Pläne von Frau Landwirtschaftsministerin Klöckner, die beabsichtigt, tierschutzwidrige Kastenstände in der Sauenhaltung für weitere 17 Jahre zu legalisieren.

Wir gehen auch Hinweisen auf schlechte Tierhaltungen nach und schalten dann, wenn nötig, das Veterinäramt ein.

Welche Möglichkeiten gibt es für helfende Hände, sich bei Ihrem Verein zu engagieren?

Wir freuen uns immer über ehrenamtliche Helfer für unseren Pferdeschutzhof in Korschenbroich bei Mönchengladbach. Insbesondere suchen wir Menschen, die auch mal morgens beim Ausmisten der Boxen helfen. Der Pferdeschutzhof ist auch als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt.

Auch für die Pferdepflegestelle Olsberg im Hochsauerland, wo unsere Haflinger und die lettische Warmblutstute Pauli zu Hause sind, suchen wir akut Helfer.

Was auch jeder tun kann: Seine abgelegte Kleidung zu unseren Gunsten an „Platz schaffen mit Herz“ spenden. Das ist eine Aktion vom Otto-Versand (www.platzschaffenmitherz.de). Man packt einfach fünf Kilo Altkleider in einen stabilen Karton, generiert sich dann über die Website von Platz schaffen mit Herz einen kostenlosen Aufkleber für das Paket und bringt es zum Hermes-Versand.

Nach drei Tagen bekommt man dann per Mail einen Abstimm-Code mit so vielen Stimmen, wie man Pakete verschickt hat. Den Code gibt man dann auf unserer Abstimmungsseite ein. Die Pakete kann man das ganze Jahr über verschicken und die Codes sammeln. Auf der Website ist genau erklärt, wie es funktioniert. Wir freuen uns über Sachspenden für unseren Internetshop „Rudis Hofladen“. Wenn Sie neuwertige, idealerweise noch originalverpackte „Stehrümchen“ haben, gerne zu uns schicken.

Was kann ein Normalbürger im täglichen Leben tun, um Nutztieren zu helfen?

Am meisten hilft man den „Nutztieren“ natürlich, wenn man vegan lebt.
Wer das (noch) nicht kann oder möchte, könnte ja auch erst mal mit einem fleischfreien Tag in der Woche beginnen.

Wer meint, unbedingt Fleisch essen zu müssen, sollte es zumindest nicht beim Discounter kaufen, denn das ist mit Sicherheit von Tieren, die kein artgerechtes Leben hatten.

Also wenn Fleisch, dann bitte aus dem Bio-Laden, auch wenn es dort teuer ist. Dafür dann weniger essen, denn Fleisch in größeren Mengen fördert Zivilisationskrankheiten.

Bei Eiern unbedingt darauf achten, dass die aus Freilandhaltung stammen (Code 1). Bodenhaltung ist nämlich eigentlich genauso schlimm wie Käfighaltung. Die heißt ja heute „Kleingruppenhaltung“. Aber die Hühner haben nur einige Quadratzentimeter mehr Platz als früher. Und es geht durchaus auch, ohne Eier zu leben.

Kuhmilch zu meiden, ist heute ganz einfach, weil es genügend Alternativen gibt (Soja-, Hafer, Reisdrink…..). Kuhmilch kann Prostata- und Brustkrebs fördern, denn mit der Milch nimmt man auch jede Menge Hormone zu sich, weil die armen Kühe fast ihr Leben lang trächtig sind. Und wenn Sie keine Kuhmilch trinken, bekommen Sie auch wahrscheinlich keine Osteoporose. Die Osteoporose ist in den Ländern, wo keine Kuhmilch getrunken wird, z.B. Japan, nämlich nahezu unbekannt.

Sie bieten auch Patenschaften an. Wie laufen diese in der Regel ab d.h. welche Schritte müssen durchlaufen werden?

Man kann gerne unsere Pflegestellen besuchen und sich ein Patentier aussuchen, auch um sich zu überzeugen, wo das Geld hingeht. Eine Patenschaft ist möglich ab 10 € monatlich, für Schüler, Studenten und Rentner schon ab 5 €. Man erhält dann eine persönliche Patenschaftsurkunde mit Foto und einen Begrüßungsbrief von seinem Tier. Die Patenschaften können auch verschenkt werden zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach so.

Das ist möglich ab einem Betrag von 30 €, die Patenschaft läuft dann drei Monate. Im Sommer finden in den vier größten Pflegestellen auch Patentreffen statt. Besuchen kann man die Tiere aber jederzeit nach Terminabsprache.

Natürlich kann man die Patenschaft auch online abschließen über diesen Link:
https://schutzengel-fuer-tiere.de/tierpate.html

Vielen Dank, Petra Wintersohl. Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem Verein Schutzengel für Tiere e.V. weiterhin viel Erfolg!

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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