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Tierschutzverein Trier und Umgebung e.V. – Gemeinnütziger Verein für Tiere in Not

Das Interview mit Inge Wanken vom Tierschutzverein Trier e.V

Bitte stellen Sie sich und den Tierschutzverein Trier e.V. vor.

Der Tierschutzverein Trier und Umgebung e.V.ist ein gemeinnütziger Verein, der satzungsgemäß bedürftige Tiere aus Abgaben, Beschlagnahmungen, Sicherstellungen oder bei Tod des Besitzers aufnimmt, sich um diese kümmert, sie pflegt und ein neues Zuhause für die Tiere sucht.

Er finanziert sich nahezu ausschließlich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und ggfs. Erbschaften. Das Einzugsgebiet liegt im Umkreis von bis zu 65 km Entfernung.

Der gesamte Vorstand, aktuell bestehend aus 13 Personen, wird immer für die Dauer von drei Jahren gewählt und arbeitet vollständig ehrenamtlich, eine Herausforderung, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Wirtschaftsbetrieb mit ca. 600.000,–€ Kosten im Jahr handelt. Dabei sind die monatlichen Tierarztkosten eine riesige Position!

Seit 2016 bin ich als 1. Vorsitzende des Tierschutzvereines gewählt.Ich bin Bankkauffrau, staatl. anerkannte Erzieherin und Leiterin einer Kita, Hundetrainerin mit Erlaubnis nach §11TSchG, ausgebildete Tierschutzlehrerin und selbst Hundehalterin.

Seit wann bietet der Verein Zuflucht und Heim für Tiere?

Der Tierschutzverein Trier existierte schon vor dem zweiten Weltkrieg, in der heutigen Form etwa seit den 50er Jahren, am heutigen Standort seit Mitte der 80er Jahre. Das heutige Grundstück wird überwiegend in Erbbaupacht betrieben.

Wieviele Mitarbeiter haben Sie derzeit und um wieviele Tiere kümmern sich diese?

Aktuell beschäftigen wir 12 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit, zwei Mitarbeiterinnen befinden sich in Elternzeit.

Durchschnittlich beherbergen wir etwa 40 Hunde, 80-120 Katzen und eine ähnliche Anzahl von Kleintieren.

Vergleichstests zum Thema:
Hundebox Test
Welpenfutter Test
Hundeanhänger Test
Katzenklappe Test
Katzenstreu Test

Bekommen Sie von Staat und Gesellschaft Unterstützung? Und wie kann man Sie am besten unterstützen?

Seit Jahren bemühen wir uns um einen “Bürger-Euro” (oder Bürger-Cent), der in anderen Städten durchaus schon üblich ist, allerdings aktuell ohne Aussicht auf Erfolg.

Gesellschaftliche Unterstützung erhalten wir situativ, beispielsweise durch Heizölspenden im Winter <3, durch Spendenaktionen von Firmen oder Privatpersonen oder durch Einzelspenden in unterschiedlichen Tierfachmärkten und Geschäften.

Eine laufende Unterstützung existiert leider aktuell nur in sehr geringem Umfang – das stellt uns gerade im Moment vor eine riesengroße Aufgabe:

Ein komplettes Haus ist schimmelbefallen, es muss abgerissen werden, eine neue Hundequarantäne ist notwendig, ein Anbau am Katzenhaus muss erstellt werden,  – Kostenpunkt insgesamt 1,8 Millionen! Das muss das Tierheim erst einmal stemmen! Die Stadt Trier hat uns für das Multifunktionshaus und die Hundequarantäne einen Zuschuss von € 150.000,– zugesagt, der Deutsche Tierschutzbund ebenfalls, öffentliche Fördergelder sind selbstverständlich ebenfalls beantragt, es bleiben aber immer noch immense Summen, die wir aus Ersparnissen bestreiten müssen. Von den umliegenden Landkreisen, deren Tiere wir ebenfalls betreuen, haben wir leider aktuell noch keine Unterstützungszusage erhalten.

Dauerhafte Unterstützung erhalten wir durch unsere Vereinsmitglieder, zum einen durch ihren Mitgliedsbeitrag, der mit einem Jahresbeitrag ab €25,- (mtl. 2,08) aufwärts frei gewählt werden kann. Zum anderen helfen uns unsere Mitglieder aber auch bei vielfältigen Aufgaben: Gassigehen, Katzenkuscheln, Mäh- und Baumfällaktionen, Fahrdienste, Standdienste, Kuchenbacken etc. Ohne all diese Hilfen wäre das Tierheim in der Form nicht zu betreiben.

Wieso ist es gerade heutzutage so wichtig, sich für den Tierschutz einzusetzen?

Der Status von Tieren ist zwar mittlerweile sogar im Grundgesetz Art. 20 angepasst worden, dennoch werden sie oft noch immer wie eine Sache behandelt. Es sind unsere Mitgeschöpfe, ohne die wir, wie beispielsweise bei Insekten, bald nicht mehr lebensfähig sein werden – Umweltschutz und Tierschutz hängen ganz eng zusammen!

Leider wird noch immer zwischen “Kuscheltieren” wie Hund, Katze, Kaninchen und Co. und sogenannten “Nutztieren” unterschieden – Massentierhaltung, Billigschnitzel und Kükentöten inklusive. Hier fehlt definitiv noch das Bewusstsein, dass alle Tiere gleichermaßen wertgeschätzt werden müssen!

Darüber hinaus leben wir in einer Wegwerfgesellschaft, in der über verschiedenste Internetportale mal eben schnell Tiere angeschafft werden können und ggf. ebenso schnell wieder entsorgt werden, ohne auf die Bedürfnisse der Tiere Rücksicht zu nehmen. Dabei sind sie jedoch zunehmend Partner- oder Kindersatz, Seelentröster, Sportgerät oder Prestigeobjekt, auf Knopfdruck an- oder ausschaltbar, selbsterziehend, stubenrein und immer gut gelaunt, wollen (aus dem Ausland) gerettet werden und sind dann dankbar (Ironie aus, sorry…)

Was ist Ihr größter Wunsch für das Jahr 2020?

Mein größter Wunsch ist es, dass Tiere in unserer Welt wieder als Tiere wahrgenommen werden, die eigene Bedürfnisse haben, eine Seele besitzen und artgerecht leben möchten, dass ein Hund auch mal beißen darf, eine Kuh Raum zum Laufen und Grasen hat und keine Tiger in Zirkussen von A nach B gefahren werden, damit sie irgendwo angesehen werden. Und dass wir wertschätzen, was jedes einzelne Tier in unserer Welt für eine Bedeutung und für einen Wert hat…

Herzlichen Dank, Inge Wanken . Wir von ExpertenTesten wünschen Ihnen und dem Tierschutzverein Trier e.V. weiterhin viel Erfolg.

Über die Redakteurin

Laura Hoffmann

Laura Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin seit 2016 für expertentesten.de. Ihr Kernbereich liegt dabei in der Recherche spannender Interviewpartner aus den Ressorts Kultur, Sport und Wirtschaft.

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