Beratene Verbraucher:
35890941
Suche
Generic filters
Nur genaue Treffer
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Suche in Zusammenfassung
Zurück zur Rasendünger-Vergleichstabelle Aktualisiert am:

Rasendünger - Zahlen, Daten, Fakten

Es war der Chemiker Justus von Liebig, der die ersten Nachweise über den Nutzen von Düngergaben entdeckte. Liebig war ein deutscher Chemiker, der den Superphosphatdünger entwickelte. Dadurch wurde er Mitbegründer der Bayerischen Aktiengesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate, die ihren Sitz im bayerischen Heufeld hatte. Bis zum heutigen Tag existiert das Werk und ist unter dem Namen Süd-Chemie bekannt.

Seine Doktorarbeit begann er im Jahr 1820 und ihr Titel lautete: „Über das Verhältnis der Mineralchemie zur Pflanzenchemie.“ Er konzentrierte seine Forschungen vor allen Dingen darauf, wie Ackerböden durch Dünger zu mehr Ertrag führen können. Der Grund lag in den damaligen Hungersnöten, von denen er selbst eine miterleben musste.

Die Erforschung des Kreislaufs der Natur

Durch stetiges Forschen konnte er die organische Chemie erklären und seine Ergebnisse veröffentlichen. Das war ein mutiger Schritt, da die Lehrmeinung damaliger Zeit seinen Erkenntnissen widersprach. Er belegte, auf welche Weise der natürliche Kreislauf von Pflanzen- und Tiernahrung aufeinander angewiesen ist.

Sein im Jahr 1840 veröffentlichtes Werk über die Agrikulturchemie fand nur wenig Anhänger. Erst nach 20 Jahren erbittertem Streit gelang es Liebig, seine Kontrahenten zu überzeugen. Durch seine Forschung wurden die Ernteerträge um ein Vielfaches optimiert.

Bis heute gilt er als Wegbereiter beim Kampf gegen den Hunger in der Welt. Ihm ist es also zu verdanken, dass wir heute Dünger kaufen können, der nicht nur unserem Rasen kräftige Farbe und Wachstum beschert.

Synthetische Dünger haben keinen guten Ruf und ihr Absatz geht seit dem Jahr 1985 zurück. Sie sollen mitverantwortlich für die Bodenmüdigkeit und den Sauerstoffmangel in Gewässern sein. Es muss aber hier erwähnt werden, dass diese ökologischen Schäden nur dann entstehen, wenn ein übermäßiger Verbrauch der Dünger praktiziert wird.

Das richtige Maß ist entscheidend

Wer seinen Rasen nach den Dosierempfehlungen der Hersteller düngt, wird dem Ökosystem keinen Schaden zuführen. Die Erkenntnisse über Schäden im Ökosystem wurden im Jahr 1970 gewonnen und veröffentlicht.

Daniel Wilhelms hatte im Jahr 2007 eine besondere Idee. Er erfand die düngenden Fußballschuhe. Der Grund seiner Tüftelei lag darin, dass er im Frühjahr nicht trainieren konnte, da Landschaftsgärtner den Rasen bearbeiteten. Die Fläche wurde gesperrt und selbst die Tore abgebaut. Herr Wilhelms füllte die Stollen mit kleinen Düngekapseln, die mit einer organischen Substanz ummantelt waren. Das hat den Vorteil, dass die Nährstoffe nur in geringer Dosis und dauerhaft den Pflanzen zugutekommen.

Die Stollen haben aber noch eine weitere Aufgabe. Sie belüften den Rasen, während die Fußballer trainieren und das Vertikutieren erübrigt sich. Für seine Idee wurde der damalige Student im Jahr 2007 mit dem Preis „Design-Talent“ in Rheinland – Pfalz ausgezeichnet.

Nicht unumstritten: Phosphor

Wie bereits Herr Liebig vor vielen Jahren feststellte, ist Phosphor ein wichtiger Bestandteil von Rasendünger. Er versorgt die Mikroorganismen mit Nahrung und diese bewirken, dass Wurzeln kräftig wachsen und so die Gräser optimal versorgt werden.

Phosphor wurde viele Jahre lang unkontrolliert verbraucht und im Jahr 2007 überstieg die Nachfrage das Angebot. Die Folge war, dass sich der Preis um das Achtfache steigerte und das innerhalb weniger Monate. Im Jahr 2012 wurde Phosphor von der Regierung Deutschlands als Mangelrohstoff eingestuft. Dabei steht Phosphor unbegrenzt zur Verfügung. Er muss nur mit einem geeigneten Verfahren von anderen Stoffen getrennt werden.

Gülle, die unser Wasser mit Nitrat belastet, enthält eine Menge davon und jährlich werden etwa 330 000 Tonnen Gülle alleine von deutschen Landwirten auf den Äckern verteilt.

Phosphorrecycling könnte also das Problem dauerhaft lösen. Deutsche und schweizer Wissenschaftler zählen zu den Pionieren und die EU bezuschusst die Versuche mit 3,8 Milliarden Euro. „Manure Eco Mine“ heißt das Projekt zur Gülleaufarbeitung.

Prognosen der Experten belegen, dass für etwa 10,7 Milliarden Euro Düngemittel aus Gülle gewonnen werden können. Finnland setzt auf Biogasanlagen und dort wurde Ende 2016 im Ort Turla eine Anlage in Betrieb genommen, die 1400 Tonnen Hühnermist im Jahr umsetzt. Daraus werden unter anderem 640 Tonnen Phosphat- und 115 Tonnen Ammoniumsulfat (Stickstoffdünger) gewonnen.

Erhebungen für Deutschland

Wussten Sie, dass es in Deutschland eine spezielle Düngemittelstatistik gibt? Sie wird vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden erhoben und im Jahr 1949 per Gesetz als verpflichtend festgelegt. Erhebung und Veröffentlichung finden seit 1998 im Abstand eines Vierteljahres statt und es wird der Import sowie die Herstellung in Deutschland ausgewertet.

Kunstdünger für den Rasen darf nicht im Hausmüll entsorgt werden. Er zählt zu den Schadstoffen und muss bei den dafür ausgewiesenen Sammelstellen abgegeben werden. Entsorger setzen Düngereste mit Lacken und Altöl gleich. Wer die separate Abgabe nicht befolgt, muss damit rechnen, dass er Bußgeld zu entrichten hat.

Wer im Fachhandel oder im Baumarkt nach Dünger für seinen Rasen Ausschau hält, stellt schnell fest, dass die Zahl der unterschiedlichen Produkte enorm ist. Jede Pflanzenart wird mit speziellem Dünger bedacht. Rosen-, Erdbeer-, Buchsbaum- und Ahorndünger sind nur vier Beispiele von vielen.

Niemand muss sich für seinen kleinen Garten eine ganze Batterie Dünger anschaffen. Im Prinzip genügt ein Volldünger und für den Herbst Kaliumpermanganat. Das soll aber keineswegs das Angebot der Hersteller ins schlechte Licht rücken. Wer mit speziellen Nährstoffen für Balkon- und Beetpflanzen oder den Rasen gute Erfahrungen machte, darf sich nicht verunsichern lassen. Was zählt, das sind Erfahrungswerte, die wir niemandem streitig machen möchten.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1.950 Bewertungen. Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...