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Rechtliches bei der Schatzsuche

Garette Ace 250 MetalldetektorWer sich dafür entscheidet, sich dem spannenden Hobby der Schatzsuche mit einem Metalldetektor zu verschreiben, der sollte sich zuerst ausführlich über rechtliche Aspekte der Schatzsuche informieren. Grundsätzlich soll an dieser Stelle festgehalten werden, dass für die folgenden Angaben keine Gewähr übernommen wird und dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt! Einige grundlegenden Informationen sollen aber im Folgenden näher betrachtet werden, damit man juristische Probleme möglichst ausschließen kann.

Wer sich auf Schatzsuche begibt, der berührt damit mehrere juristische Bereiche und somit eine Vielzahl an Paragraphen, die nicht ganz leicht zu verstehen sind. Vorweg sollte allerdings angemerkt werden, dass man beim Sondeln nicht gerade häufig auf antike Stätten oder den nächsten Goldschatz stößt, sondern eher einfache Funde wie kleine Geldmünzen oder Schmuckteile aus der jüngsten Vergangenheit zutage fördert, die in den meisten Fällen nicht gemeldet werden müssen.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die rechtliche Situation in Deutschland jedoch recht übersichtlich und auch für den Schatzsucher recht günstig. Grundsätzlich darf jede Privatperson einen Metalldetektor erwerben und auch einsetzen, solange gewisse Punkte beachtet werden.

Früher war es vorgeschrieben, beim Einsatz von Metalldetektoren eine Suchgenehmigung zu haben und mit sich zu führen. Dies ist heutzutage nicht mehr nötig, außer wenn man sich auf Flächen bewegt, die als Bodendenkmäler gekennzeichnet sind. Mit diesem Begriff werden Gebiete bezeichnet, in denen größere archäologisch bedeutende Funde gemacht wurden oder in naher Zukunft erwartet werden. Dabei ist es egal, ob sich die Denkmäler oberirdisch oder unterirdisch befinden. Um zu verhindern, dass Privatpersonen dort ungehindert graben, werden solche Flächen umgehend zu Bodendenkmälern erklärt. Dann darf dort nur mit einer Sondergenehmigung gesucht werden, die aber für Privatpersonen kaum ausgestellt werden. Wer ohne eine solche Genehmigung in solchen Bereichen gräbt, der macht sich strafbar, denn dies stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Seit 2002 werden in Bayern pauschal keine Suchgenehmigungen mehr ausgestellt, da es oft zu Streitigkeiten zwischen privaten und professionellen Archäologen kam.

Wer bei seiner Suche auf Relikte aus vergangenen Kriegen stößt, der berührt damit den Bereich des Waffenrechts. Dies ist aus verschiedenen Gründen in Deutschland sehr rigoros und auch in Bezug auf Ausgrabungsfunde klar geregelt.

Grundsätzlich ist es in Deutschland so, dass sowohl kaputte und fast vollständig korrodierte Waffen gesetzlich wie voll funktionstüchtige Waffen behandelt werden.

Wer also einen zersetzten und völlig unbrauchbaren Karabiner aus dem 2. Weltkrieg findet, der muss diese Waffe unverzüglich zu einem offiziellen Waffensachverständigen bringen, um sich bestätigen zu lassen, dass der Fund aus Sicht des Waffengesetzes seine Waffeneigenschaft verloren hat. Wenn dies nicht bestätigt werden kann, dann muss man die Waffe durch einen Büchsenmacher schussunfähig machen lassen, was wiederum nicht unerhebliche Kosten mit sich bringen kann. Auch einzelne Teile einer Waffe, wie beispielsweise der Lauf eines Gewehrs, dürfen sich nicht ohne weiteres im Besitz von Privatpersonen befinden. Ebenfalls verboten ist es, selbstständig die Waffe schussunfähig zu machen. Jede Manipulation an einer Waffe, und sei es nur an einem Teil davon, wird juristisch als Herstellen einer Waffe geahndet und dementsprechend hart bestraft.

Grundsätzlich sollte man sich vor allem bei Munitionsfunden sehr umsichtig verhalten, denn diese können trotz der langen Zeit im Boden noch funktionsfähig sein. Hier ist große Vorsicht geboten.

Da das Metall oftmals sehr angegriffen ist, kommt es dabei nicht selten zu ungewollten Explosionen, die meist nicht gerade glimpflich ablaufen.

Im Zweifelsfalle sollte alle Funde, die mit Waffen zu tun haben, einer offiziellen Stelle wie dem Beschussamt des jeweiligen Bundeslandes gemeldet und vorgelegt werden, um sich rechtlich auf der sicheren Seite zu bewegen. Auf der Webseite www.beschussamt.de kann man sich über die zuständige Behörde informieren und weitere Informationen zu diesem Thema finden.

Wer etwas findet, der muss zudem auch klären, wer der Eigentümer des Fundes ist. Dies ist meist nicht mehr so einfach, vor allem wenn der Fund in der freien Natur gemacht wird oder das Fundstück sehr alt ist. Die Eigentumsfrage wird in Deutschland durch das Denkmalschutzgesetz geregelt, das in den verschiedenen Bundesländern ganz unterschiedlich ausgelegt und gehandhabt wird. Der wichtigste Paragraph in diesem Zusammenhang ist der, der als “Schatzregal” bezeichnet wird. Darin wird festgelegt, dass ein Fund auf seinen wissenschaftlichen Wert hin überprüft werden muss und, wenn dieser bestätigt wird, in das Eigentum des Bundeslandes übergeht, in dem er entdeckt wurde.

Ausnahme ist hierbei das Bundesland Bayern, in dem der Finder die vollen Besitzrechte an seinem Fund auch nach einer Meldung behält. Hessen regelt solche Funde ebenfalls etwas kulanter, denn hier wird dem Finder meist ein vollständiger finanzieller Ersatz zugestanden.

Seben Allround Metallsuchgerät Metalldetektor in BetriebDas Problem an dieser Regelung ist, dass viele Funde nicht mehr gemeldet werden, denn der Finder hat zwar viel Geld, Zeit und Mühe in eine solche Entdeckung investiert, wird dafür aber nicht adäquat belohnt. Vielmehr ist es so, dass er teilweise hart dafür bestraft wird, denn fast alle Sondler gelten in den Augen der Archäologen pauschal als Raubgräber und werden von ihnen auch rechtlich verfolgt.

Demgegenüber gibt es zudem den “Schatzfund-Paragraphen” (§984 BGB) der einem Finder die Hälfte des Wertes zugesteht. Damit steht das Landesrecht dem Bundesrecht etwas widersprüchlich gegenüber und es wird je nach Fall unterschiedlich entschieden. Unabhängig von diesen juristischen Problemen gilt grundsätzlich, dass man einen wissenschaftlich bedeutenden Fund melden muss, da dies sonst als Fundunterschlagung bestraft wird. Unter wissenschaftlich bedeutenden Funden versteht man beispielsweise historische Artefakte oder Geldschätze aus vergangener Zeit. Wertlose ältere Gegenstände wie Nägel oder Hufeisen fallen meist nicht unter diese Kategorie.

Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass eine Fundunterschlagung und der private Verkauf von wissenschaftlich bedeutenden Funden kein Kavaliersdelikt ist, sondern ernsthafte strafrechtliche Konsequenzen mit sich zieht. Bekanntestes Beispiel ist die Himmelsscheibe von Nebra, deren Alter auf etwa viertausend Jahre geschätzt wird. Sie wurde im Juli 1999 von Raubgräbern in der Nähe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefundAlte_Antike_Munzenen, die ihren Fund mit einem Metalldetektor machten. Diese verkauften die Scheibe zusammen mit den Begleitfunden an einen Kölner Händler. Von dort aus gelangte das Artefakt über mehrere Stationen in die Schweiz, wo es 2002 von der Polizei sichergestellt werden konnte. Die Raubgräber konnten später gefasst werden und wurden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Dies ist eines der populärsten Beispiele für die Unterschlagung von wissenschaftlich bedeutenden Funden und für das respektlose Verhalten von Sondlern gegenüber Kulturschätzen.

Als Schatzsucher sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man mit einem solchen Fund Allgemeingut zutage fördert, dass für die Gesellschaft von großem kulturhistorischem Wert ist. Auch wenn es keine Fundprämie gibt, so sollte man allein aus Verantwortungsbewusstsein heraus sofort solche Funde melden und das Areal, in dem man es gefunden hat, nicht weiter umgraben. Hier müssen Experten die weitere Suche übernehmen. Interessierten Schatzsuchern sei zudem empfohlen an Schulungsprogrammen für Privatpersonen teilzunehmen, die von professionellen Archäologen geleitet werden. Oft erhält man so auch die Möglichkeit, bei professionellen Grabungen mithelfen zu dürfen.

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