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Vor- und Nachteile eines kostenlosen Cloud-Speichers

Kostenlose Cloud-Speicher klingen sehr interessant, laufende Kosten fallen hier keine für uns an. Doch welche Nachteile könnten sich ergeben zum Beispiel in Hinblick auf den Kundenservice oder die Datenportabilität? Wir haben uns unter diesen und weiteren Gesichtspunkten grundsätzliche Gedanken zu kostenlosen Cloud-Speichern gemacht.

Privat, public oder hybrid Cloud?

Das erste Kriterium ist auch gleich das wichtigste. Handelte es sich um eine Cloud, die wir in unserem privaten Netzwerkumfeld einrichten können, oder müssen wir auf öffentliche Netzwerkstrukturen zurückgreifen? Oder handelt es sich um eine Mischform aus beidem? Tatsächlich sind kostenlose Clouds praktisch immer Public Clouds mit allen Vor- und Nachteilen.

Wenn im Allgemeinen von der Cloud die Rede ist, ist damit zumeist die klassische öffentliche Cloud gemeint. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk, auf das jeder über das Internet Zugriff hat. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer sich um die Infrastruktur nicht selbst kümmern muss, ein Zugriff kann aber prinzipiell von jedem Ort der Welt aus vorgenommen werden.

Nachteilig ist hier jedoch, dass solche Netzwerke auch für Hacker eine hohe Zugänglichkeit bieten und dass man sich die Netzwerkhardware bzw. die darauf laufenden virtualisierten Strukturen mit allen anderen Nutzern teilen muss.

Eine private Cloud hingegen wird in der lokalen Netzwerkstruktur zur Verfügung gestellt. Solche Angebote machen aber in der Regel nur für Unternehmen Sinn, da Privatnutzer gar nicht über die Netzwerkinfrastruktur verfügen, die eine private Cloud ermöglichen würde.

Für Privatnutzer ist hingegen die Hybrid Cloud interessanter. Hier bleiben besonders sensible Dokumente auf den eigenen Rechnern, während weniger sensible Dateien auf die öffentliche Cloud ausgelagert werden.

Kundenservice

Amazon Cloud Drive TestPrivatnutzer sind keine Profianwender. Im Problemfall bedeutet das, dass wir einen Support erreichen können müssen, der uns bei unserem Problem weiterhilft. Privatanwender sollten daran denken, dass ein umfassender Kundenservice, der sofort erreichbar ist, häufig nur Unternehmenskunden zur Verfügung steht, die dafür auch mehr bezahlen müssen.

Häufig werden die Anfragen der Privatanwender bei kostenlosen Angeboten über ein Ticket-System abgewickelt, bei dem schon einmal eine Wartezeit von einigen wenigen Tagen eingerechnet werden muss.

Den Kundenservice brauchen wir zum Beispiel dann, wenn sich plötzlich eine Downtime ergibt und wir keinen Zugriff mehr auf unsere Daten haben oder wenn wir unsere Zugangsdaten vergessen haben sollten. Denkbar sind auch Probleme mit Synchronisierungen zwischen Cloud und Mobilgeräten oder beim Upload von Daten. In allen diesen Fällen ist es sehr angenehm, wenn man schnell mit einem kompetenten Mitarbeiter darüber sprechen kann.

Portabilität

Amazon Cloud DriveGerade bei Privatanwendern ist es nicht unüblich, dass der Cloud-Anbieter häufig gewechselt wird. In einem solchen Fall ist es wichtig, mit seinen Daten so einfach wie möglich zum neuen Anbieter umziehen zu können.

Einige Cloud-Dienstleister bieten hierfür entsprechende Exportfunktionen an, andere verzichten darauf gänzlich. Hier lohnt es sich, sich bereits vorab über die entsprechenden Bedingungen zu informieren. Leider neigen einige Anbieter auch und gerade bei ihren kostenlosen Angeboten dazu, ihre Kunden in ihrem jeweiligen Angebot einschließen zu wollen (Vendor Lock-in).

Hier soll es dem Nutzer sogar besonders schwer gemacht werden, von einem Angebot zum anderen zu wechseln. Sollte ein direkter Austausch der Daten von einer Cloud in die andere nicht möglich sein, können wir aber in jedem Fall noch die Daten aus der alten Cloud vollständig herunterladen und in die neue Cloud mühsam wieder hochladen.

Grundsätzlich ist es fraglich, inwiefern eine kostenlose Cloud-Lösung eine solche Portabilität überhaupt anbieten kann. Aus Sicht der Anbieter soll das kostenlose Angebot ja gerade den Zweck erfüllen, den Kunden zu binden und für die kostenpflichtigen und besser ausgestatteten eigenen Cloud-Produkte zu interessieren. Hier macht es besonders wenig Sinn, eine Exportfunktion hin zu Konkurrenz-Clouds anzubieten. Damit ist klar, dass jeder Anwender, dem eine kostenlose Cloud vorschwebt, klar sein sollte, dass eine einfache Portabilität der Daten eher nicht zu erwarten sein dürfte.

Speicherlimitierung

One Drive Test LogoEine der größten Einschränkungen, die alle kostenlosen Cloud-Lösungen aufweisen, ist in der Speicherlimitierung zu sehen. Zumeist stehen uns hier nur wenige Gigabyte für unsere Daten zur Verfügung, was in der heutigen Zeit nicht mehr als üppig bezeichnet werden kann.

Die meisten kostenlosen Cloud-Speicher verstehen sich auch gar nicht als eigenständige Lösungen, sondern lediglich als Einstieg in die besser ausgestatteten Bezahl-Clouds. Im Rahmen der kostenlosen Nutzung kann diese Limitierung nicht umgangen werden, wenn wir mehr Speicher benötigen sollten, müssen wir auf die kostenpflichtigen Produkte umsteigen. Gerade Privatanwender werden hierin aber vielleicht häufig gar kein so großes Problem sehen.

Kontobindung

Vielen Nutzern kostenloser Cloud-Speicher ist es nicht klar, dass sie sich mit der Nutzung der Online-Festplatte auch gleich an einen bestimmten Anbieter binden. Viele kostenlose Cloud-Speicher zum Beispiel von Apple oder das Angebot Google Drive sind nämlich nur nutzbar, wenn wir gleichzeitig ein entsprechendes Konto bei Apple oder Google einrichten.

Selbst wenn wir die sonstigen Dienstleistungen des Anbieters nicht nutzen wollen und nur an der kostenlosen Cloud interessiert sind, gehen wir einen Nutzungsvertrag ein, der sich auf viele weitere Dienste erstreckt. Eine solche Kontobindung an einen der großen amerikanischen Internetkonzerne ist nicht erforderlich, wenn wir uns für ein kostenpflichtiges Produkt entscheiden.

Die Kontobindung ist ein beliebtes Vorgehen der Anbieter, um uns auch für die anderen Dienste des Unternehmens zu gewinnen. Daran ist erst einmal nichts Verwerfliches zu sehen, der Nutzern sollte sich dessen aber stets bewusst sein.

Fazit

Kostenlose Clouds sind vor allem dann interessant, wenn es um die Speicherung kleiner Datenmengen geht wie etwa von Textdokumenten und Fotos. Ebenfalls praktisch ist ein solcher kleinerer kostenloser Cloud-Speicher dann, wenn zum Beispiel kleinere Datenmengen vom Arbeitsplatz mit nach Hause oder umgekehrt transportiert werden sollen. In einem solchen Verwendungsszenario können wir zum Beispiel komplett auf Hilfsmittel wie etwa einen USB-Stick verzichten.

Weniger geeignet sind sie, wenn es um die langfristige Archivierung geht. Für die Speicherung großer Datenmengen sind sie schlicht gar nicht geeignet, weil der erforderliche Speicher nicht zur Verfügung steht.

Kostenlose Cloud-Speicher haben in jedem Fall ihre Berechtigung, weil nicht jeder Anwender seine Cloud intensiv nutzen möchte. Praktisch ist eine kleine kostenlose Cloud aber für fast jeden Computernutzer.

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