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Was kostet ein sicheres Fahrradschloss?

Auf der Suche nach einem geeigneten Fahrradschloss stellen sich Radler oftmals die Frage, welcher Typ die beste Wahl ist und danach fällt der Blick auf den Preis. Ein Schloss gilt bei Stiftung Warentest als sicher, wenn es mit professionellen Methoden 180 Sekunden lang Aufbruchsversuchen standhält. Alles ist nur eine Frage der Zeit, die der Radbesitzer mit einem mehr oder weniger robusten Schloss potenziellen Dieben schenkt.

Wie sinnvoll ist die 10%-Regel bei einem Fahrradschloss?

Der “Allgemeine Deutsche Fahrrad Club” ADFC empfiehlt als allgemeine Richtlinie, dass die Preislage des Schlosses zehn Prozent des Fahrradwerts entsprechen sollte. Ebenso stellen Versicherungen diese Bedingung an das verwendete Fahrradschloss, um das Rad überhaupt zu versichern und einen Schadensfall zu erstatten. Dieser 10%-Regel sollten Sie jedoch nicht blindlings folgen.

Beispielsweise erwerben Sie ein gutes Rad aus zweiter Hand für einhundert Euro. Folglich sollte ein Fahrradschloss für zehn Euro ausreichen, das Rad tagsüber in der City ausreichend zu sichern. Kann das hinkommen? Wohl kaum. Genau so fraglich ist die Rechnung in anderer Richtung: Sie besitzen ein dreitausend Euro teures Carbon-Bike, womit Sie nur in der Freizeit fahren. Hier wäre auch zu überlegen, ob es nötig ist, die empfohlenen dreihundert Euro für ein Fahrradschloss auszugeben.

Die Umgebung, wo das Rad überwiegend abgestellt wird, ist ein wichtiger Faktor für die Höhe des Diebstahlrisikos. Langfristig im Außenbereich abgestellte Räder sind meist mehr gefährdet, als in einer bewachten Tiefgarage. Die Zehn-Prozent-Formel ist ein guter Anhaltspunkt, doch jeder Fall liegt anders.

Wie sicher ist ein teures Fahrradschloss?

Stiftung Warentest führte 2015 einen großen Fahrradschloss-Test durch. Zur Bewertung traten 30 Fabrikate aller Bautypen gegeneinander an. Das Endergebnis brachte zwölf Fabrikate mit der Note “gut” hervor. Überraschenderweise befanden sich unter den Besten auch vergleichsweise günstige Fahrradschlösser: Der Gesamtsieger kostet dreißig Euro. 

Nicht empfehlenswert befanden die Warentester die komplette Kategorie der Kabelschlösser. Seitdem macht ein geflügeltes Wort die Runde: “Kabelschlösser sind Geschenkbänder für Fahrraddiebe”, hieß es in dem Statement.

Hersteller von Fahrradschlössern haben ihre Fabrikate Sicherheitsstufen zugeordnet, wobei die höchste Stufe auch dem teuersten Schloss entspricht. Dieses System soll dem Kunden behilflich sein, eine angemessene Sicherung für sein Rad zu finden. Der Gedanke ist gut, doch hat jeder Hersteller eigene Sicherheitsstufen ausgelobt, die keinem gemeinsamen Standard entsprechen. So ist ein Vergleich mehrerer Hersteller nicht genau möglich.

Welchen Kriterien soll das Fahrradschloss entsprechen?

Jeder Radfahrer muss für sich selbst einschätzen, welche Kriterien bei der Wahl des Fahrradschlosses vorrangige Bedeutung haben:

Die Handhabung: An welchen Parkplätzen “passt” das Schloss zum Anschließen?

Das Gewicht: Welches Schloss passt zum Rad? Jemand, der sechs Kilo leichtes ultraleichtes Carbon-Rennrad besitzt, akzeptiert sicherlich keine zusätzlichen zwei Kilo Gewicht für ein sicheres Schloss.

Der Preis: Was sagt das Budget? Sind zwanzig, fünfzig oder über hundert Euro für ein Fahrradschloss tragbar?

Das Umfeld: Wo und wie lange wird das Rad draußen abgestellt?

Nachfolgend gehen wir auf die einzelnen Fahrradschloss-Typen näher ein und für welche Räder sie sich eignen.

  • Das Seilschloss ist bequem, transportabel, flexibel und preiswert. Aber: Mit einem kleinen Seitenschneider lassen sich die dünnen Stahldrähte mühelos durchtrennen. Es ist sozusagen eine Wegfahrsperre, die bereits ab zehn Euro im Baumarkt oder beim Discounter im Angebot ist. Ein Kabelschloss hat seine Berechtigung, wenn Sie es beispielsweise in Sichtweite vor dem Friseur-Salon abstellen, während Sie drinnen auf den Haarschnitt warten. Auch wenn das Diebstahl-Risiko bei einem sehr minderwertigen Rad äußerst gering ist, reicht das Kabelschloss aus.
  • Das Rahmenschloss ist serienmäßig an Holländer-Rädern oder an einfachen City-Flitzern angebracht und braucht nicht separat erworben werden. Das sogenannte “Bäckerschloss” hat den Zweck, das Hinterrad zu blockieren. Konkret bemerkt, das Rad kann hinten angehoben und einfach weggeschoben werden. Nur in Kombination mit einem Ketten- oder Kabelschloss können Sie das Rad an einem festen Objekt sichern.
  • Ein Kabelschloss oder Spiralkabelschloss erhalten Sie bereits ab fünf Euro im Supermarkt. Die farbenfrohen Plastikschläuche enthalten einen dünnen Metalldraht und sind meist mit einem Zahlenschloss verbunden. Auch hier, wie bei den Seilschlössern, gibt es nur eine Basis-Sicherung für kurzzeitiges Abstellen in wenig riskanter Umgebung. Ein kleiner Bolzenschneider reicht aus, dieses eher dekorative Beiwerk zu entfernen.
  • Das Faltschloss bietet neben Bügel- und Kettenschlössern die größte Sicherheit. Ihr Pluspunkt sind bewegliche Glieder aus gehärtetem Stahl, die wie Zollstock-Segmente miteinander verbunden sind. Im praktischen Halter ist das Faltschloss platzsparend aufgehoben, rechnen Sie jedoch mit bis zu 1,5 Kilo Gewicht. Je nach Länge und Ausstattung erhalten Sie Marken-Faltschlösser zwischen 33 Euro und 199 Euro. Gesicherte Schließzylinder und Alarmsystem kennzeichnen die besten Modelle.
  • Im Panzerkabelschloss sorgt ein gekapseltes Stahlseil für Sicherheit, das Panzerkettenschloss besteht aus 14 mm starken Gliedern. Dieser exzellente Aufbruchschutz beginnt in der Preislage ab 120 Euro, doch dafür richtet ein großer Bolzenschneider hier gar nichts aus. Entsprechend hoch sind das Gewicht und das etwas steife, sperrige Format unterwegs. Dieses schwere Schloss passt von der Dimension her perfekt zu einem wertvollen E-Bike.
  • Das Bügelschloss hat bei Testergebnissen dauerhaft den Spitzenplatz gepachtet. Die zuverlässige Aufbruchsicherheit der Markenschlösser von Trelock, Kryptonite und Abus steht hohem Gewicht und unflexibler Form entgegen. Leichtere Ausführungen aus Spezial-Stahl finden Sie bereits ab 35 Euro, schwere Bügelschlösser mit 16 mm starken Bügeln können um die 120 Euro kosten.

Wie viel Sie für ein Fahrradschloss investieren sollten, richtet sich auch nach Ihren Gewohnheiten. 

Ein Bügelschloss ist zwar unflexibel, doch definitiv die beste Wahl bei immer dem gleichen Stellplatz, wo Sie ein Bügelschloss anbringen können. Eine interessante Variante sind Bluetooth-Fahrradschlösser in Bügelform, die über das Smartphone mit dem Besitzer in Kontakt stehen.
Allein ein gutes Schloss ist allerdings nur die halbe Miete: Das Rad muss so angeschlossen werden, dass Diebe kein leichtes Spiel haben.

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