In Syrien haben Archäologen möglicherweise die ältesten bekannten Spuren alphabetischer Schrift gefunden. Die Tonscherben aus der Bronzezeitstadt Umm-el-Marra tragen eingeritzte Symbole, die auf eine Frühform des Alphabets hindeuten. Mit einem Alter von rund 4.400 Jahren wären sie 500 Jahre älter als bisherige Funde dieser Art. Was die Zeichen genau bedeuten, bleibt jedoch ein Rätsel.
Ein Meilenstein in der Schriftentwicklung
Die Entdeckung in Umm-el-Marra könnte die Ursprünge unseres heutigen Alphabets neu datieren. Das Alphabet, wie wir es kennen, entwickelte sich aus einer abstrakten Symbolsprache, die anders als Hieroglyphen oder Keilschrift auf einzelnen Buchstaben basierte. Diese Form der Sprachkodierung ermöglichte eine revolutionäre Vereinfachung des Schreibens und Lesens. Die ältesten bekannten Funde alphabetischer Schrift stammen bisher aus Tel Lachisch in Israel und datieren auf etwa 3.700 Jahre, darunter ein Elfenbeinkamm mit vollständig lesbaren Buchstaben.
Ein königlicher Fundort
Umm-el-Marra war ein bedeutendes Handels- und Kulturzentrum der Bronzezeit, strategisch an einer Handelsroute zwischen Mesopotamien und dem Mittelmeer gelegen. Im Zentrum der Stadt entdeckten Archäologen einen Grabkomplex mit reich verzierten Grabbeigaben aus Gold, Silber und Lapislazuli, was auf die hohe Stellung der Bestatteten hindeutet. Die vier Tonplättchen mit eingeritzten Symbolen wurden in einem dieser Gräber gefunden. Vermutlich handelt es sich um einen königlichen Friedhof, der das soziale und wirtschaftliche Prestige der Region widerspiegelt.
Frühformen der Schriftzeichen
Die eingeritzten Symbole auf den Tontäfelchen könnten frühe Experimente mit der Darstellung von Sprache darstellen. Die Plättchen, die nur etwa vier Zentimeter groß sind, haben Löcher, was darauf hinweist, dass sie vermutlich an Gegenständen befestigt wurden. Laut den Archäologen könnten die Zeichen eine Art Etikett darstellen, um den Inhalt von Behältnissen oder deren Besitzer zu kennzeichnen. Ohne eine Entschlüsselung bleibt ihre genaue Funktion jedoch unklar.
Bedeutung für die Forschung
Sollte sich bestätigen, dass die Zeichen in Umm-el-Marra tatsächlich eine Frühform des Alphabets darstellen, müsste die Geschichte der Schrift überdacht werden. Dieser Fund könnte zeigen, dass die Menschen in der Levante schon 500 Jahre früher mit der Entwicklung alphabetischer Systeme experimentierten. Die Entdeckung unterstreicht zudem die kulturelle Bedeutung der Region als Ursprung innovativer Kommunikationsformen.
Die Schriftzeichen von Umm-el-Marra könnten unser Verständnis der frühen Schriftentwicklung grundlegend verändern. Ihre Bedeutung bleibt jedoch vorerst Spekulation, bis weitere Forschungen Klarheit bringen.
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Basierend auf Inhalten von www.scinexx.de und eigener Recherche.