Wer von euch regelmäßig pendelt oder an freien Tagen gerne auch längere Strecken fährt, merkt im Alltag schnell: Ein E-Scooter ist nicht allein deshalb alltagstauglich, weil er eine Straßenzulassung besitzt. Für diesen ausführlichen Praxistest habe ich den VMAX NEW VX4 eine Woche lang im Raum Dortmund genutzt und mir angesehen, wie gut der als Touring- beziehungsweise SUV-Scooter gedachte Ansatz im täglichen Einsatz funktioniert. Bereits nach den ersten Fahrten zeigt sich, dass Fahrkomfort, Fahrstabilität und spürbare Leistungsreserven im Alltag klar aufeinander abgestimmt sind. Gleichzeitig verlangt euch das Konzept beim Thema Gewicht und in der praktischen Handhabung auch etwas ab, was je nach Wohnsituation sehr unterschiedlich ins Gewicht fällt. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet am Ende darüber, ob der VX4 zu eurem persönlichen Einsatzprofil passt.
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- Produkt: VMAX NEW VX4
- Ansprache: Touring- und SUV-orientierte Fahrer:innen, die Komfort, Stabilität, hohe Zuladung und deutliche Leistungsreserven wichtiger finden als den Aspekt des häufigen Tragens
Zielgruppe in der Praxis: Für längere Pendelstrecken, Regionen mit spürbaren Steigungen und Fahrer:innen mit höherem Körpergewicht wirkt die Auslegung mit 52-V-System, 500 W Dauerleistung, bis zu 2800 W Spitzenleistung, 150 kg zulässiger Zuladung und dem klar komfortorientierten Fahrwerksaufbau stimmig. Weniger passend ist der VX4 als ständig mitgeführter „Immer-dabei“-Scooter in engen Treppenhäusern oder bei häufigen Wechseln zwischen Bus und Bahn, da die 29,9 kg Systemgewicht und die Abmessungen im geklappten Zustand Grenzen setzen, die nicht jede Person im Alltag angenehm findet. Wenn ihr ebenerdige Abstellmöglichkeiten habt oder Aufzüge nutzen könnt, wirkt dieser Punkt allerdings deutlich weniger problematisch.
Technische Eckdaten und Konstruktionsansatz
Technische Daten im Überblick:
- Varianten: deutsche Version mit 20 km/h (mit Straßenzulassung in Deutschland) sowie EU-Variante mit 25 km/h
- Antriebseinheit: 52-V-System, Nabenmotor V-Torque R10 (laut Hersteller Eigenentwicklung)
- Motorleistung: 500 W Dauerleistung, maximal bis zu 2800 W abrufbar
- Steuerungselektronik: V-Core Elektronik mit NEW VX4 Hochleistungs-Controller und 50 A
- Reichweitenangabe: bis zu 100 km unter Idealbedingungen
- genannte Idealbedingungen: Temperaturbereich 20–25 °C, 75 kg Fahrer:in, überwiegend ebene Strecke, konstante Fahrweise mit wenig Stop-and-go, Eco-Modus, etwa 20 km/h und 3,0 bar Reifendruck
- Steigfähigkeit laut Hersteller: bis zu 40 %
- maximale Zuladung: 150 kg
- Akku: 52 V, 20,3 Ah, nominell etwa 1055 Wh
- Ladezeit: ungefähr fünf Stunden
- Ladegerät: 58,8 V / 4,2 A inklusive Stromkabel
- Fahrzeuggewicht: ca. 29,9 kg
- Abmessungen fahrbereit: 1375 × 585 × 1195 mm
- Abmessungen gefaltet: 600 × 585 × 1195 mm
- Gesamthöhe: 1360 mm
- Lenkerhöhe ab Trittbrett: 1029 mm
- Lenkerbreite: 590 mm
- Gesamtlänge: 1210 mm
- Trittbretthöhe: 280 mm
- Bodenfreiheit: 186 mm
- Deckmaße (Breite/Länge): 205 mm / 482 mm
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Schutzklasse: IPX6
- Reifen: 10 Zoll, schlauchlos (tubeless)
- Fahrwerk: vorne öldruckgedämpfte Federgabel mit Einstellmöglichkeit, hinten elastomerbasiertes Element (nivellierend beschrieben)
- Bremssystem: vorn Trommelbremse, hinten Kombination aus elektronischer Rekuperation und Scheibenbremse, je ein separater Bremshebel
- Beleuchtung: Frontscheinwerfer mit 60 LUX und Doppelkegelausleuchtung, Rücklicht mit integrierter Bremslichtfunktion
- Display: farbiges 4-Zoll-TFT-LCD-Display
- Fahrtrichtungsanzeiger: Blinkersteuerung mit Blinkern vorne und hinten
- App-Anbindung: smarte App-Steuerung, Bildmaterial verweist auf VMAX Navigations-App
- Lieferumfang: Datenbestätigung, Werkzeug, Ladegerät, Ventilzugangserweiterung, Kennzeichen (online aktivierbar)
- Service und Garantie: 24 Monate Garantie (ausgenommen typische Verschleißteile), hauseigene Werkstatt, deutschsprachiger Kundendienst, bundesweites Händler- und Servicenetz, vom Hersteller kommunizierte zehn Jahre Ersatzteilverfügbarkeit
Rahmen, Schutzklasse und Haltbarkeit
Materialeinsatz im Check: Der tragende Aluminiumrahmen passt gut zur robusten Ausrichtung des Fahrzeugs und vermittelt zunächst den Eindruck einer auf Langlebigkeit ausgelegten Konstruktion. Aluminium hängt bei intensiver Nutzung allerdings stark von der Fertigungsqualität ab, vor allem an Schweißnähten und Übergängen, an denen Feuchtigkeit oder mechanische Belastung einwirken können. Das ist weniger als Kritik am Werkstoff zu verstehen, sondern eher als technischer Hinweis auf die Bedeutung von Verarbeitung und Pflege. Die Schutzart IPX6 spricht für einen hohen Widerstand gegen starken Spritzwasserbeschuss, ersetzt im Alltag aber keine regelmäßige Kontrolle von Verschraubungen, Bremsen und anderen sicherheitsrelevanten Teilen.
Konzeptbesonderheiten des VX4
Was charakterisiert diesen Scooter?
- 52-V-System mit 50-A-Controller: Die Kombination aus höherer Spannungsebene und kräftig ausgelegtem Controller sorgt üblicherweise für spürbare Reserven, wenn der Motor unter Last arbeitet – etwa an Steigungen oder bei höherem Gewicht. Gerade im Touring-Kontext wirkt das sinnvoll, auch wenn die Langzeitbelastung wie immer davon abhängt, wie oft ihr hohe Dauerlast abruft und wie sorgfältig ihr mit dem Akku umgeht.
- Komfortorientiertes Fahrwerk und große Bodenfreiheit: Mit einer einstellbaren Öldruckgabel vorn, einem elastomerbasierten Element hinten und der deutlich erhöhten Bodenfreiheit zeigt der VX4 seinen SUV-Ansatz sehr klar. Das zahlt direkt auf Sicherheit und Komfort ein, weil Schlagkanten, Flickenasphalt oder Pflasterpassagen nicht nur unangenehm, sondern auch fahrdynamisch fordernd sein können. Andere Lösungen setzen teils auf abweichende Reifengrößen oder Federungskonzepte, die je nach Fahrprofil subjektiv besser passen können.
- Sichtbarkeit und aktive Sicherheit: Das 60-LUX-Frontlicht mit Doppelkegel-Charakteristik, das Rücklicht mit Bremslichtfunktion und die Blinker vorne und hinten ergeben ein für diese Fahrzeugklasse umfangreiches Sicherheitspaket. Im Vergleich zu vielen rein städtisch ausgelegten Scootern wirkt die Ausstattung vollständig, auch wenn die tatsächliche Wirkung selbstverständlich auch davon beeinflusst wird, wie aufmerksam ihr fahrt und wie übersichtlich eure Strecke ist.
Bedienoberfläche und App-Anbindung
Das 4-Zoll-TFT-Farbdisplay stellt Fahrdaten übersichtlich dar, was euch im Alltag hilft, Geschwindigkeit, Akkustand und Modi schnell zu erfassen. Eine farbige Anzeige kann die Ablesbarkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen angenehmer machen, auch wenn das natürlich vom individuellen Sehempfinden abhängt. Ergänzt wird dies durch eine beworbene App-Anbindung inklusive Navigationsfunktion, die zusätzliche Steuer- und Informationsmöglichkeiten verspricht. Wie stabil und komfortabel sich die App im Detail bedienen lässt, hängt jedoch stark vom verwendeten Smartphone, der Betriebssystemversion und der Netzsituation ab.
Bilddokumentation
Die Bildaufnahmen vermitteln einen guten Eindruck vom Aufbau des VX4, seinen Proportionen und der Art, wie Fahrwerk, Deck und Lenker aufeinander abgestimmt sind. Gerade bei Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse hilft es, sich die Dimensionen vorab bildlich vorzustellen. So lässt sich leichter einschätzen, wie viel Platz der Scooter in Flur, Garage oder Büroabstellraum einnimmt. Für die Bewertung des Fahrverhaltens ersetzen Bilder allerdings keine Probefahrt, sie ergänzen lediglich den Gesamteindruck.
Produkttest: Ablauf, Kriterien und Rahmenbedingungen
Getestete Aspekte
- Verpackung und Lieferumfang: Vollständigkeit aller Teile, Schutz des Fahrzeugs auf dem Transportweg, Vorhandensein der für Deutschland relevanten Dokumente (Datenbestätigung, Kennzeichen)
- Verarbeitungsqualität und Haptik: Eindruck des Aluminiumrahmens, nutzbare Größe des Decks, Materialanmutung sowie sichtbare Übergänge und Passungen
- Start in den Betrieb: erste Schritte zur Inbetriebnahme, Online-Aktivierung des Kennzeichens, grundlegende Funktionskontrolle aller sicherheitsrelevanten Komponenten
- Alltagstauglichkeit in der Handhabung: Rangieren auf engem Raum, Klappmechanismus, Trageeigenschaften, Abstellmöglichkeiten und Platzanforderungen im stehenden und gefalteten Zustand
- Fahrcharakter und Komfort: Zusammenspiel aus Federungskonzept, 10-Zoll-Tubeless-Reifen, Bodenfreiheit und Rahmengeometrie auf unterschiedlichen Untergründen
- Leistungsempfinden innerhalb der deutschen Zulassung: Anfahrmoment, Verhalten an Steigungen und mit höherer Last im legalen Setup der 20-km/h-Version
- Bremsverhalten und Kontrolle: Wirkung der vorderen Trommelbremse und der hinteren Kombination aus Rekuperation und Scheibenbremse, Dosierbarkeit über die zwei separaten Bremshebel
- Beleuchtung und Wahrnehmbarkeit im Verkehr: Lichtbild des 60-LUX-Scheinwerfers mit Doppelkegel, Praxiseindruck von Bremslicht und Blinkern
- Nutzbarkeit bei Regen: praktische Bedeutung der Schutzklasse IPX6 und Verhalten auf nassem Asphalt im gesetzlichen Geschwindigkeitsrahmen
- Akkunutzung und Laderoutine: Zusammenspiel aus 52 V / 20,3 Ah (circa 1055 Wh), tatsächlicher Ladezeit von rund fünf Stunden und Handling des Ladegeräts mit 58,8 V / 4,2 A
- Service- und Langfristperspektive: Einschätzung zu Garantie (24 Monate), Ausschluss von Verschleißteilen, kommunizierter zehnjähriger Ersatzteilverfügbarkeit und erreichbarem Support
Testumgebung und Vorgehensweise
Der VX4 läuft im Test über sieben Tage im Alltag rund um Dortmund. Zum Einsatz kommen typische Pendelstrecken mit Stadtverkehr, Abschnitte mit Kopfsteinpflaster, beschädigtem Asphalt und ruhigen Verbindungswegen, ergänzt durch Fahrten bei unterschiedlichem Wetter. Ich bewege den Scooter ausschließlich in der deutschen 20-km/h-Variante im gesetzlichen Rahmen, inklusive aktivierter Kennzeichenführung und unter Beachtung der üblichen Verkehrsregeln.
Zu Beginn erwarte ich von dem Scooter vor allem ausgeprägten Komfort und eine stabile Straßenlage, unterstützt durch die 52-Volt-Technik und die hohen Peakwerte aus dem Datenblatt. Das Ganze soll ein klares Gefühl von Reserven vermitteln, ohne im Alltag zu viele Zugeständnisse einzufordern. Die Grenze des Tests liegt naturgemäß darin, dass eine Woche keine intensive Langzeitbetrachtung ersetzt, insbesondere nicht im Hinblick auf Verschleiß. Außerdem lässt sich die nominelle Maximalreichweite von bis zu 100 km unter Idealbedingungen im realen Dortmunder Verkehr nur näherungsweise bewerten.
Unboxing und erster Eindruck
Im Karton enthalten sind laut Angabe die Datenbestätigung, das notwendige Werkzeug, das passende Ladegerät mit 58,8 V / 4,2 A sowie eine Ventilzugangserweiterung. Hinzu kommt das online aktivierbare Kennzeichen, das für die legale Nutzung im deutschen Straßenverkehr entscheidend ist. Gerade diese vollständige Kombination an Unterlagen und Zubehör macht den Start in den Alltag angenehm, weil keine zusätzlichen Behördengänge oder Nachbestellungen nötig sind.
Beim Auspacken kontrolliere ich zunächst, ob wirklich alle genannten Teile vorhanden sind und ob die Dokumente vollständig beiliegen. Die Datenbestätigung ist in Deutschland ein zentrales Dokument, das bei fehlenden Angaben schnell zum Problem werden kann. Alles wirkt so organisiert, dass sich das Fahrzeug ohne großes Rätselraten startklar machen lässt. Gleichzeitig fühlt sich das knapp zweiunddreißig Kilo nahe Gesamtgewicht beim Hantieren mit Karton und Schutzmaterial recht wuchtig an, was je nach Wohnsituation aber kaum stören oder deutlich anstrengender wirken kann.
Inbetriebnahme und App-Setup
Die Einrichtung verläuft vergleichsweise geradlinig: Zuerst aktiviere ich das Kennzeichen online, anschließend folgen Sichtkontrolle und ein prüfender Blick auf zentrale Verschraubungen. Danach stehen Reifendruck (mit Orientierung an den vom Hersteller für Idealbedingungen genannten 3,0 bar), Licht, Bremsen und Blinker im Fokus des Funktionschecks. Die vorgesehene App-Anbindung inklusive Navigationsfunktion beziehe ich bewusst in die Ersteinrichtung ein, da sie zum Gesamtpaket gehört.
Im Test treten keine Probleme auf, die den spontanen Start verhindern würden. Wie flüssig sich App-Funktionen und Konnektivität im Alltag nutzen lassen, hängt erfahrungsgemäß aber auch davon ab, welches Smartphone ihr verwendet und wie stabil eure Verbindung ist. Wer ohnehin gerne mit Navigationsfunktionen fährt, wird die Integration tendenziell stärker nutzen als Nutzer:innen, die ihre Wege gut kennen.
Fahrerlebnis über sieben Tage
Tag eins: Standposition, Geometrie und erstes Fahrgefühl
Zum Einstieg geht es darum, das grundsätzliche Konzept zu spüren: Der VX4 tritt nicht als filigraner City-Flitzer auf, sondern eher als bewusst hoch bauendes Fahrzeug. Die Bodenfreiheit von 186 mm kombiniert mit einer Trittbretthöhe von 280 mm führt dazu, dass ihr deutlich erhöht steht, was im dichten Verkehr durchaus mehr Übersicht bringen kann. Gleichzeitig fühlt sich das anfängliche Anschieben durch die höhere Standposition ungewohnt an, insbesondere wenn ihr eher flache City-Modelle kennt. Nach kurzer Eingewöhnung legt sich dieser Eindruck weitgehend, zumal es stark davon abhängt, wie oft ihr überhaupt anschiebt und wie eure persönliche Technik aussieht.
Das Deck mit einer Länge von 482 mm und 205 mm Breite fällt in der Praxis sofort positiv auf, weil es euch erlaubt, die Füße variabel zu stellen und die Haltung häufiger zu verändern. Zusammen mit der Lenkerbreite von 590 mm ergibt sich ein ruhiges und stabiles Gesamtgefühl, das gut zur Touring-Ausrichtung passt. Beim ersten Rangieren im Hausflur merke ich jedoch ebenso direkt, dass die 29,9 kg kein Wert sind, den man im Alltag einfach ausblendet. Wenn ihr nur gelegentlich ein paar Stufen überbrücken müsst, lässt sich das handhaben, bei täglichen Treppen wird es schnell spürbar anstrengend.
Tag zwei: Pendelalltag, Klappmechanismus und Platzbedarf
Am zweiten Testtag steht ein typischer Pendelablauf auf dem Plan, inklusive mehrfachen Faltens und Abstellens. Im zusammengeklappten Zustand misst der Scooter 600 × 585 × 1195 mm und bleibt damit trotz Klappmechanismus ein recht voluminöses Objekt. In einer kleinen Wohnung oder in einem engen Flur kann das bei der Unterbringung herausfordernd werden, während Garage, Carport oder großzügige Kellerräume meist deutlich entspannter wirken.
Bei der Handhabung zeigt sich, dass das Fahrzeugkonzept klar auf „fahren statt tragen“ ausgelegt ist. Das ist weniger als Vorwurf an die Konstruktion zu verstehen, sondern eher als nüchterne Einordnung der Alltagstauglichkeit. Wenn euer Alltag hauptsächlich aus Fahren plus Abstellen besteht, fügt sich der VX4 schlüssig ein. Sobald regelmäßige Wechsel zwischen ÖPNV, Treppen und engen Zugängen dominieren, sind Tragekomfort und Rangierbarkeit naturgemäß eingeschränkt.
Tag drei: Komfortbewertung – Federung und Reifen im Stadtmix
Der dritte Tag gehört dem Komfort: Vorne arbeitet eine einstellbare Öldruck-Federgabel, hinten ein Elastomer-Element, ergänzt durch 10-Zoll-Tubeless-Reifen. Im Zusammenspiel wirkt diese Konfiguration darauf ausgelegt, schlechte Beläge spürbar abzufedern. Auf rauem Asphalt und bei typischen Bordsteinkanten fällt die erhöhte Bodenfreiheit positiv auf, da die Gefahr, irgendwo aufzusetzen, subjektiv kleiner wirkt.
Zugleich bleibt die Einschätzung von Federungssystemen immer auch ein Stück weit subjektiv: Je nach Körpergewicht, Fahrstil und bevorzugtem Untergrund empfinden unterschiedliche Personen dasselbe Setup als zu straff oder als passend abgestimmt. Wer ein sehr weiches, schaukelndes Fahrgefühl erwartet, kann zu einem anderen Urteil kommen als jemand, der Wert auf kontrolliertes Einfedern und eine stabile Linie legt. Für den Touring- und SUV-Anspruch wirkt die Abstimmung passend, ohne die spielerische Leichtfüßigkeit mancher leichter City-Scooter erreichen zu wollen.
Tag vier: Leistungsempfinden im Rahmen der Straßenzulassung
Weiterhin nutze ich ausschließlich die deutsche Version mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit und konzentriere mich auf das Gefühl beim Beschleunigen und unter Last. Technisch stehen ein 52-V-System, 500 W Dauerleistung, bis zu 2800 W Peak sowie ein 50-A-Controller im Datenblatt. Im Alltag übersetzt sich das in ein gut spürbares Reservengefühl, besonders dann, wenn es bergauf geht oder zusätzliches Gewicht an Bord ist.
Wichtig ist dabei, die Herstellerangabe zur Reichweite realistisch einzuordnen: Die kommunizierten bis zu 100 km gelten unter klar beschriebenen Idealbedingungen mit 75 kg Fahrer:in, Eco-Modus, konstanter Geschwindigkeit, Temperaturen zwischen 20 und 25 °C und 3,0 bar Reifendruck. Sobald ihr schwerer seid, häufiger bremst und wieder beschleunigt oder bei Kälte unterwegs seid, verringert sich die erzielbare Distanz zwangsläufig. Das ist keine Besonderheit dieses Modells, sondern ein generelles physikalisches Thema, fällt bei einem höherpreisigen Touring-Scooter aber stärker ins Gewicht, weil viele Nutzer:innen mit hohen Erwartungen an die Reichweite starten.
Tag fünf: Bremsverhalten, Dosierbarkeit und Sicherheitsgefühl
Am fünften Tag widme ich mich intensiv der Bremsanlage. Der VX4 setzt vorne auf eine Trommelbremse und kombiniert hinten elektronische Rekuperation mit einer Scheibenbremse. Beide Bremskreise werden über zwei getrennte Bremshebel bedient, was eine gezielte Dosierung ermöglicht. Gerade auf wechselnden Untergründen ist die Möglichkeit, Vorder- und Hinterradbremse differenziert einzusetzen, ein angenehmer Vorteil gegenüber Lösungen mit weniger klarer Trennung.
Der Hersteller hebt zudem hervor, dass die hintere Scheibenbremse über einen verstärkten Druckpunkt und eine um zwei Millimeter dickere Bremsscheibe verfügen soll, was die Robustheit unterstützen soll. Trotzdem bleiben Bremsen immer ein typisches Wartungsthema: Je nach Fahrprofil, Witterungseinfluss und Belagverschleiß können sich Bremswege und Hebelgefühl im Laufe der Zeit verändern. Deshalb empfiehlt es sich bei einem leistungsorientierten Scooter wie diesem, die Bremsanlage in regelmäßigen Abständen fachkundig überprüfen zu lassen.
Tag sechs: Beleuchtungspaket, Blinker und Regenfahrten
Tag sechs nutzt die Dämmerung, um das Lichtkonzept besser beurteilen zu können. Das Frontlicht mit 60 LUX und Doppelkegel-Charakteristik wirkt nicht nur als „Gesehen-werden-Licht“, sondern unterstützt auch das aktive Sehen auf dunkleren Strecken. Ergänzt wird das Ganze durch ein Rücklicht mit Bremslichtfunktion, das nachfolgendem Verkehr deutlicher zeigt, wann ihr verlangsamt. Die verbauten Blinker vorne und hinten machen Richtungswechsel nachvollziehbarer, was vor allem in unübersichtlichen Situationen hilfreich sein kann.
Beim Thema Nässe spielt die Schutzklasse IPX6 ihre Vorteile aus, denn sie steht für hohen Schutz gegen starken Spritzwasserbeschuss. Trotzdem bleiben Fahrten auf nassem Asphalt immer eine besondere Situation, da Bremswege länger werden und die Reifen weniger Grip haben – unabhängig davon, wie gut ein Fahrzeug abgedichtet ist. Der VX4 vermittelt dabei ein stimmiges Sicherheitsgefühl, zu dem auch der breite Lenker und das großzügige Deck beitragen. Wie sicher ihr euch im Regen fühlt, hängt aber immer auch von eurer Geschwindigkeit, eurer Routine und dem Zustand der Fahrbahn ab.
Tag sieben: Alltag mit Akku und Ladegerät – Wochenfazit
Zum Abschluss betrachte ich verstärkt den Energiehaushalt im Alltag. Mit 52 V und 20,3 Ah bringt der Akku nominell rund 1055 Wh Kapazität mit, was das Touring-Profil des VX4 gut unterstützt. Die vom Hersteller genannte Ladezeit von rund fünf Stunden erscheint für diese Kapazität plausibel, und das mitgelieferte Ladegerät mit 58,8 V / 4,2 A fügt sich stimmig in dieses Bild.
Im täglichen Einsatz ist weniger entscheidend, ob die theoretische Maximaldistanz erreicht wird, sondern ob ihr euren individuellen Bedarf mit ausreichend Reserve planen könnt. Da der Hersteller die Rahmenbedingungen für die 100-km-Angabe transparent benennt, lässt sich die eigene Erwartungshaltung gut anpassen. Wer deutlich mehr als 75 kg wiegt, vermehrt Stop-and-go fährt oder regelmäßig bei niedrigen Temperaturen unterwegs ist, kalkuliert besser bewusst konservativ. Das schmälert nicht grundsätzlich die Alltagstauglichkeit, beeinflusst aber, wie ihr Touren und Pendelstrecken plant.
Ergonomie, Komfort und Bedienung im Fokus
Stehhaltung, Lenkerbreite und Deckgestaltung
Die Kombination aus breitem Lenker mit 590 mm, großzügigem Deck (482 × 205 mm) und erhöhter Bodenfreiheit sorgt für eine souveräne Standposition. Gerade größere Fahrer:innen über einsfünfundachtzig profitieren von der Lenkerhöhe ab Trittbrett von 1029 mm, die eine eher aufrechte Haltung ermöglicht. Wer kleinere City-Scooter kennt, spürt hier direkt den Unterschied in der Körperposition und im subjektiven Sicherheitsgefühl. Die Haltung bleibt dennoch individuell, da Arm- und Beinlängen stark variieren.
In der Fahrt wirkt die Geometrie darauf ausgelegt, euch viel Stabilität zu geben, ohne unnötig träge zu erscheinen. Das macht sich besonders bei höheren Geschwindigkeiten im Rahmen der Zulassung und auf längeren Strecken bemerkbar. In engen Fluren oder beim Durchschieben durch volle Fahrradkeller machen sich dieselben Dimensionen jedoch ebenso deutlich bemerkbar. Wie sehr euch das stört, hängt davon ab, ob ihr den Scooter häufiger durch enge Bereiche bewegen müsst oder vorwiegend auf offenen Flächen unterwegs seid.
Fahrmodi, Display-Ablesbarkeit und Steuerlogik
Die Bedienung über das farbige Display und die Bedienelemente am Lenker wirkt weitgehend selbsterklärend. Fahrmodi, Geschwindigkeit und Akkustand sind gut erkennbar, was bei wechselnden Lichtverhältnissen wichtig ist. Ein 4-Zoll-TFT bietet ausreichend Fläche, um Informationen so darzustellen, dass ihr sie auch während der Fahrt mit einem kurzen Blick erfassen könnt. Die tatsächliche Ablesbarkeit hängt jedoch auch von individueller Sehstärke und der Reflexionsneigung des Displays ab.
Fahrmodi sind dafür gedacht, Leistung und Reichweite an eure Bedürfnisse anzupassen. Im Eco-Betrieb stehen Reichweite und Effizienz im Vordergrund, während andere Modi mehr Dynamik bieten, was sich auf die Akkulaufzeit auswirkt. Welche Einstellung ihr bevorzugt, ergibt sich in der Praxis aus eurer Strecke und eurer persönlichen Vorliebe. Wer häufig längere Touren plant, wird tendenziell öfter auf sparsame Modi zurückgreifen.
Persönliche Gesamteinschätzung nach einer Woche
Nach sieben Testtagen bleibt vor allem der Eindruck, dass der VMAX NEW VX4 seinen Touring- und SUV-Anspruch nachvollziehbar umsetzt. Stabilität entsteht hier nicht aus Schlagworten, sondern aus konkreter Geometrie: breiter Lenker, großes Deck, hohe Bodenfreiheit und ein Fahrwerk, das auf schlechtere Wege und größere Last vorbereitet ist. Gleichzeitig merkt man bei jeder Treppe und jedem Umsetzen in den Keller, dass ein Gewicht von 29,9 kg in der Praxis mehr ist als nur eine Zahl im Datenblatt. Wenn ihr aber überwiegend ebenerdig parkt oder auf Aufzüge zurückgreifen könnt, verliert dieser Nachteil deutlich an Schärfe.
„Der VX4 zeigt klar, dass er vor allem gefahren werden will – und genau dort kommen seine Stärken gut zur Geltung.“
„Breites Deck und große Bodenfreiheit bringen auf schlechtem Asphalt spürbar Ruhe ins Fahrverhalten, auch wenn man beim Rangieren in engen Ecken etwas mehr arbeiten muss.“
Positiv fällt vor allem die Kombination aus Frontlicht mit 60 LUX, Bremslichtfunktion und Blinkern auf, da sie den Alltag im Mischverkehr nachvollziehbar unterstützt. Weniger angenehm ist die eingeschränkte Spontanität beim Mitnehmen, denn die gefalteten Maße von 600 × 585 × 1195 mm bleiben deutlich sichtbar. Je nachdem, ob euer Schwerpunkt auf längeren Touring-Strecken oder auf häufigem Umsteigen liegt, wirkt diese Auslegung entweder passend oder im Alltag weniger praktisch.
Einordnung externer Erfahrungen und Langzeiteindruck
Parallel zum eigenen Test werte ich verschiedene externe Erfahrungen und Erfahrungsberichte von Nutzer:innen und Fachquellen aus. Das dort gezeichnete Bild fällt überwiegend positiv aus und deckt sich in vielen Punkten mit den eigenen Beobachtungen. Wiederkehrend genannt werden der hohe Fahrkomfort, das ruhige und stabile Handling auch auf schlechteren Wegen sowie die klar erkennbare Premium-Ausrichtung. Ebenso regelmäßig tauchen Hinweise auf die unvermeidlichen Kompromisse auf: Gewicht, Abmessungen und der insgesamt hohe Preisrahmen.
Einzelne Stimmen gehen auf Details wie Bremsgefühl, Handhabung des Klappmechanismus oder Anzeige-Eigenschaften des Displays ein, die je nach persönlicher Erwartung und Nutzungsszenario unterschiedlich bewertet werden. Insgesamt stützen diese Erfahrungen und jeder zusätzliche Erfahrungsbericht vor allem die Kernaussage: Der VX4 ist ein konsequent konstruierter Touring-Scooter, der seine Stärken dann am besten ausspielt, wenn ihr ihn in erster Linie als Fahrzeug nutzt und nicht als tägliches Handgepäck, das ständig Treppen und Bahnsteige bewältigen muss.
Häufige Fragen rund um den VMAX NEW VX4 im Test
Lohnt sich der VMAX NEW VX4 in Deutschland für Pendler:innen mit 90 kg plus und täglichen Strecken über schlechtes Pflaster?
Für viele Pendler:innen mit höherem Gewicht wirkt der VMAX NEW VX4 realistisch passend, da er eine zulässige Zuladung von 150 kg bietet und klar auf Komfort ausgerichtet ist. Die Kombination aus Vollfederungsansatz, hoher Bodenfreiheit und breitem Deck hilft sowohl auf Kopfsteinpflaster als auch bei ausgefahrenem Asphalt. Zu beachten ist jedoch das Gewicht von 29,9 kg, das häufiges Tragen wenig attraktiv macht, was je nach Wohn- und Arbeitssituation aber kaum oder sehr deutlich ins Gewicht fallen kann.
Wie realistisch sind die 100 km Reichweite im deutschen Alltag?
Die 100 km Reichweite stellen einen theoretischen Maximalwert unter genau definierten Idealbedingungen dar, was der Hersteller offen kommuniziert. Genannt sind unter anderem ein Fahrergewicht von 75 kg, Temperaturen zwischen 20 und 25 °C, überwiegend ebene Strecke, konstantes Tempo, wenig Stop-and-go, Eco-Modus, rund 20 km/h und ein Reifendruck von 3,0 bar. Weicht euer Profil davon ab – etwa durch höheres Gewicht, steile Anstiege oder häufiges Abbremsen –, sinkt die real erreichbare Distanz entsprechend. Je nach Fahrprofil kann der Unterschied moderat bleiben oder spürbar ausfallen.
Reicht die Bremsleistung für schwere Fahrer:innen und längere Gefällestrecken?
Mit einer Trommelbremse vorne, der Kombination aus Rekuperation und Scheibenbremse hinten sowie zwei klar getrennten Bremshebeln verfügt der VX4 über ein vielseitig dosierbares Bremssystem. Der Hersteller nennt zusätzlich die verstärkte hintere Scheibenbremse und die um zwei Millimeter dickere Bremsscheibe, was das System auf hohe Lasten ausrichten soll. Gerade für schwerere Fahrer:innen bleibt eine regelmäßige Wartung allerdings besonders wichtig, um die Bremsleistung dauerhaft auf einem guten Niveau zu halten. Wie sicher es sich bergab anfühlt, hängt zudem stark von Streckenprofil, Witterung und persönlicher Erfahrung ab.
Ist der VMAX NEW VX4 in bergigen und hügeligen Regionen eine sinnvolle Wahl?
Die technischen Angaben mit 52-V-System, 500 W Dauerleistung, bis zu 2800 W Peak und einer ausgewiesenen Steigfähigkeit von bis zu 40 % deuten auf ein ausdrücklich bergtaugliches Setup hin. Das bedeutet in der Praxis, dass der Motor bei Anstiegen und hoher Zuladung mehr Reserven bereitstellt als typische City-Scooter geringerer Leistungsklasse. Besonders Nutzer:innen in hügeligen Gegenden oder mit viel Zusatzgewicht können davon profitieren. Die konkrete Wirkung hängt aber stets auch von Temperatur, Straßenbelag und eurem individuellen Fahrprofil ab.
Wie alltagstauglich ist der VX4, wenn ihr ihn gelegentlich tragen müsst?
Gelegentliches Tragen ist grundsätzlich möglich, aber nicht komfortabel, da 29,9 kg für einen E-Scooter eine spürbare Masse darstellen. Hinzu kommt, dass der VX4 im gefalteten Zustand mit 600 × 585 × 1195 mm relativ voluminös bleibt. Mit wenigen Stufen oder einem vorhandenen Lift lässt sich das meist pragmatisch lösen. Wenn aber täglich mehrere Stockwerke oder häufige Umstiege im ÖPNV anstehen, kann das Gewicht schnell zum entscheidenden Nachteil werden.
Wie schlägt sich der VMAX NEW VX4 bei Regenfahrten und auf nassen Straßen?
Die Schutzklasse IPX6 signalisiert, dass der VX4 gegenüber starkem Spritzwasser gut geschützt ist, was den Einsatz bei Regen im Grundsatz unterstützt. Trotzdem bleiben nasse Fahrbahnen grundsätzlich riskanter, da sich Traktion und Bremswege physikalisch verschlechtern – unabhängig davon, wie gut ein E-Scooter abgedichtet ist. Die tubeless Reifen sind in der Praxis pannenfreundlich und gut kontrollierbar, ändern aber nichts an den Grenzen der Haftung auf Glätte. Wie sicher ihr euch fühlt, hängt daher stark von eurem Tempo, eurer Fahrtechnik und der Qualität der jeweiligen Straßenoberfläche ab.
Lässt sich der VX4 sinnvoll im ÖPNV nutzen?
Für gelegentliche Fahrten mit Bus oder Bahn kann der VMAX NEW VX4 durchaus genutzt werden, eine tägliche ÖPNV-Mitnahme ist aber nur bedingt komfortabel. Das Gewicht von 29,9 kg und die relativ großen Faltmaße erschweren den Einsatz in vollen Waggons, an engen Treppen und schmalen Bahnsteigzugängen. Wenn eure Wege nur kurze Tragepassagen oder Aufzüge beinhalten, ist das ausgleichbar. Wer dagegen Multimodalität klar in den Vordergrund stellt, sollte bei der Planung besonders aufmerksam auf Gewicht und Packmaß achten.
Welche Kompromisse bringt der VMAX NEW VX4 im Alltag mit sich?
Der zentrale Kompromiss betrifft die Transportabilität: Der Scooter ist schwer und bleibt auch gefaltet groß, was ihn für häufiges Tragen und sehr beengte Abstellflächen weniger geeignet macht. Zudem gilt die Maximalreichweite von 100 km nur unter Idealbedingungen, weshalb eine eher konservative Tourenplanung sinnvoll ist. Beide Punkte sind die nachvollziehbare Kehrseite des Touring-Konzepts mit großem Akku und komfortorientiertem Aufbau. Je nachdem, wie ihr den Scooter nutzt, fallen diese Aspekte jedoch sehr unterschiedlich ins Gewicht.
Wie ist die Wartungs- und Service-Situation in Deutschland?
Die Rahmenbedingungen wirken aus deutscher Sicht gut strukturiert, da VMAX eine eigene Werkstatt, deutschsprachigen Kundensupport und ein bundesweites Händler- und Servicenetz kommuniziert. Hinzu kommen 24 Monate Garantie sowie eine zugesicherte Ersatzteilverfügbarkeit von zehn Jahren. Wichtig ist die Klarstellung, dass Verschleißteile – darunter Akku, Reifen, Ladegeräte und Bremsen – nicht unter die Garantie fallen. Nutzer:innen, die am Fahrzeug oder an der Firmware selbstständig Modifikationen vornehmen, riskieren außerdem laut Hersteller einen Verlust der Garantieansprüche.
Für welche Nutzer:innen ist der VX4 besonders gut geeignet?
Der VMAX NEW VX4 richtet sich vor allem an Personen, die Stabilität, Komfort und spürbare Reserven bei Leistung und Zuladung in den Vordergrund stellen. Dazu zählen Pendelnde mit längeren täglichen Strecken, Nutzer:innen in Regionen mit anspruchsvoller Topografie sowie Fahrer:innen mit größerer Zuladung durch Körpergewicht oder Gepäck. Weniger ideal ist er, wenn der Scooter täglich mehrere Etagen getragen oder sehr kompakt verstaut werden muss. In diesen Szenarien spielt das Touring-Konzept seine Vorteile nur eingeschränkt aus.
Wie verändert sich die Reichweite bei Wintertemperaturen oder höherem Körpergewicht?
Da die Herstellerangabe für die Maximalreichweite auf 20–25 °C und 75 kg Fahrergewicht ausgelegt ist, führen kältere Temperaturen und höheres Gewicht nachvollziehbar zu geringeren Praxiswerten. Hinzu kommt, dass häufiges Stop-and-go sowie längere Anstiege den Energieverbrauch erhöhen. Zwar bietet der VX4 mit ca. 1055 Wh eine große Akkukapazität, doch auch diese unterliegt den bekannten Effekten von Kälte und Last. Wie stark sich die Einbußen bemerkbar machen, hängt direkt von eurem individuellen Nutzungsprofil ab.
Ist die Federung des VX4 alltagstauglich abgestimmt?
Die Federung ist klar komfortorientiert ausgelegt: vorne mit dosierbarer Öldruck-Federgabel, hinten mit einem Elastomer als Federelement. Im Alltag reduziert dieses Setup Vibrationen auf rauen Oberflächen und dämpft Kanten ab, was vor allem auf längeren Strecken für ein ruhigeres Fahrgefühl sorgt. Wie angenehm ihr die Abstimmung empfindet, hängt allerdings stark von eurem Gewicht, eurer bevorzugten Geschwindigkeit und der Art der Wege ab, die ihr häufig fahrt. Wer eine besonders weiche Charakteristik sucht, nimmt das Verhalten möglicherweise anders wahr als jemand, der eine eher straffe, kontrollierte Federung schätzt.
Wie ist die Beleuchtung für Nachtfahrten einzuschätzen?
Mit 60 LUX und einer Doppelkegel-Charakteristik bietet der Frontscheinwerfer für einen E-Scooter eine leistungsfähige Lichtquelle, die sowohl das Gesehenwerden als auch das aktive Sehen berücksichtigt. Das Rücklicht mit Bremslichtfunktion erhöht die Wahrnehmbarkeit im nachfolgenden Verkehr, während die zusätzlichen Blinker vorne und hinten Richtungswechsel klar anzeigen. Ob euch das Sicherheitsgefühl bei Dunkelheit überzeugt, bestimmt auch die Strecke selbst – eine gut ausgeleuchtete Stadtstraße stellt andere Anforderungen als ein dunkler Radweg ohne Beleuchtung.
Ist der VMAX NEW VX4 eher Autoersatz oder Freizeitgerät?
Für bestimmte Pendelprofile kann der VX4 in Richtung Auto- oder E-Bike-Ersatz gehen, da er mit großem Akku, hoher Zuladung bis 150 kg und komfortablem Fahrwerk durchaus längere Distanzen abdeckt. Wer regelmäßig ähnlich lange Strecken mit konstanter Route fährt, kann einen Teil der Alltagswege sinnvoll auf den Scooter verlagern. Gleichzeitig machen Anschaffungspreis und Gewicht den VX4 weniger zu einem reinen Freizeitgerät für sehr kurze Strecken. Ob er bei euch eher Autoersatz oder Freizeitfahrzeug ist, hängt daher stark von der individuellen Mobilitätsstruktur ab.
Die Marke VMAX im Überblick
VMAX gibt an, seit 2015 in der Schweiz aktiv zu sein, mit frühen Prototypen im Kanton Aargau. Das Unternehmen stellt Swiss Engineering, Qualität und Präzision in den Mittelpunkt und betont ein eher premiumorientiertes Produktverständnis. Darüber hinaus verweist VMAX auf eine ISO-zertifizierte Produktionsstätte und darauf, dass sowohl eigene Erfahrungen als auch Rückmeldungen von Kund:innen in die Weiterentwicklung einfließen.
Im wettbewerbsintensiven Markt für E-Scooter ist diese Betonung von Entwicklung und After-Sales-Strukturen ein nachvollziehbarer Ansatz, da nicht allein technische Daten, sondern auch Service und Verfügbarkeit von Ersatzteilen die Kaufentscheidung prägen. Für Deutschland kommuniziert VMAX eine hauseigene Werkstatt, deutschsprachigen Support und ein bundesweites Händler- und Servicenetz, ergänzt durch die Angabe von zehn Jahren Ersatzteilverfügbarkeit. Zu berücksichtigen ist, dass die 24 Monate Garantie zwar solide ausfallen, aber Verschleißteile wie Akku, Reifen, Ladegeräte und Bremsen ausdrücklich ausgeschlossen sind, was bei intensiver Nutzung relevant werden kann.
Abschließendes Fazit zum VMAX NEW VX4
Der VMAX NEW VX4 richtet sich an Fahrer:innen, die einen straßenzugelassenen E-Scooter für komfortorientiertes Pendeln, anspruchsvollere Wege und ein insgesamt souveränes Fahrgefühl suchen. Positiv fällt auf, dass hohe zulässige Zuladung, ein robust ausgelegtes Setup mit Vollfederungsansatz und ein durchdachtes Sichtbarkeitspaket mit Beleuchtung, Bremslicht und Blinkern erkennbar auf den Alltag abgestimmt sind. Eine Kaufempfehlung lässt sich vor allem dann ableiten, wenn ihr den VX4 überwiegend fahrend nutzt, das Touring-Konzept zu eurem Alltag passt und ihr mit Gewicht und Abmessungen im täglichen Umgang gut leben könnt. Weniger passend ist er, wenn häufiges Tragen, sehr kompaktes Verstauen oder eine enge ÖPNV-Nutzung im Mittelpunkt stehen.
VMAX NEW VX4 im Detail prüfen und mit eurem Pendelprofil abgleichen













