Wer sich im Internet einen Namen machen möchte, hat – mit einer kreativen Idee im Gepäck – einen relativen kurzen Weg zum Erfolg. Dank Twitch, YouTube und einer guten Internetverbindung kann jeder über Nacht zum Star der Szene werden. Doch Achtung: Ohne Moos, nichts los. Wer es zu etwas bringen möchte, sollte ein bisschen Geld in die Hand nehmen, um sich das passende Equipment für Twitch Streamer zusammenzustellen. Wer dabei clever vorgeht, kann auch mit günstigen Gadgets viel erreichen. Wir haben eine kompakte Übersicht des wichtigsten Equipment-Stuff für Sie.
Die 5 besten Gadgets für Twitch Streamer sind:
- Streaming-Kamera
- Mikrofon
- PC
- Software
- Beleuchtung
#1 Streaming-Kamera für die passende Bildqualität
In einem Twitch-Stream ist ein gutes Bild das A und O. Wer seine Fans über mehrere Stunde gebannt halten möchte, benötigt unbedingt eine einwandfreie Bildqualität. Wer hier zu sehr spart, darf sich nicht wundern, wenn die Follower ausbleiben. Doch für Neulinge ist es oft schwierig, das individuell richtige Gerät zu finden, denn die preislichen Unterschiede für Streaming-Kameras sind enorm.
Überlegen Sie vorab, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben und welche Ziele mit dem Stream verfolgt werden. Wer sich zunächst ausprobieren möchte, kann auch auf eine gute Webcam zurückgreifen. Die erfolgreichen Twitch-Streamer benutzen allerdings gute Systemkameras oder Digital-Cams, die ein gestochen scharfes Bild produzieren können.
Wer also gleich ins höchste Regal greifen und seinen Stream mit der besten Bildqualität ausstatten möchte, kann zu Systemkameras wie den Sony Alpha-Varianten (mit HDMI-Verbindung und Cam Link) für rund 500€ greifen. Wenn es erstmal nur eine Webcam tun soll, dann sind Modelle wie die Logitech C920s HD Pro, LOETAD Full HD oder Razer Kiyo zu empfehlen. Hierfür müssten Sie jeweils keine 100€ ausgeben und können per USB verbinden.
#2 Mikrofon für den optimalen Sound
Auch der Ton sollte nicht vernachlässigt werden, dann was nutzt ein scharfes Bild, wenn die Zuschauer den Streamer nicht verstehen. Ähnlich wie bei den Kameras ist die preisliche Range recht groß und sorgt für erhebliche Unterschiede. Dabei ist ein Headset mit integriertem Mikrofon wohl die günstigste und am häufigsten gewählte Variante. Hier sollten Sie bereits eine wichtige Entscheidung treffen: Möchten Sie während der Streams Kopfhörer tragen oder übertragen Sie oben ohne?
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an USB-Mikrofonen oder auch Mics mit XLR-Anschlussmöglichkeit. Bekannte Streamer nutzen häufig das Shure SM7B (rund 400€), das wir zum Beispiel bei Unge und Trymacs, entdeckt haben. Wer zunächst mit einem kostengünstigeren Modell starten möchte, kann zum Blue Snowball iCE greifen, das inklusive Stativ für rund 45€ zu haben ist.
Bedenken Sie, dass Sie ein XLR-Mic nicht direkt mit dem PC verbinden können. Hierfür benötigen Sie als weiteres Equipment einen Mixer oder ein Interface. Für die meisten Mikrofone sollten Sie zudem einen Pop-Schutz verwenden, der Störgeräusche und harte Plosiv-Laute (wie die Buchstaben P, T, K) dämpft.
Bei den erfolgreichsten Twitch-Streamern finden wir interessanterweise die ganze Bandbreite an Mikrofonen. Gronkh wählt ein RODE Procaster (ca. 200€), Kunshikitty das Electro-Voice RE20 (ca. 600€), die Jumas den Klassiker NT-1A von RODE (ca. 150€), während der deutsche Superstar MontanaBlack mit dem Brauner Phantom Classic zu einem Edelprodukt greift, das rund 1.400€ kostet.
#3 Gamer-PC für ruckelfreie Livestreams
Das gesamte Equipment für Twitch Streamer ist letztlich nur so gut wie deren PC. Hier orientieren wir uns am Streamer MontanaBlack, denn mit seiner Wahl hat der beliebte Gamer aus Buxtehude voll ins Schwarze getroffen. In seinem Livestream präsentierte er sein heißes Gerät, in welches er sogar eine PS4 Pro integrieren ließ.
Dabei handelt es sich um ein selbst zusammengestelltes Gerät der Firma Mifcom. Der Onlineshop hat sich darauf spezialisiert, dass man sich seinen PC selbst und individuell zusammenbauen lassen kann. MontanaBlack soll für seine Arbeitsstation letztlich 15.000€ bezahlt haben.
Die Eckdaten des Streaming-PCs von MontanaBlack sprechen für sich:
- AMD CPU Ryzen Threadripper 3970X
- Mainboard: AMD TRX 40 Chipsatz
- 128 GB Arbeitsspeicher (Corsair Dominator)
- Grafikkarte: 2x NVIDIA RTX 2080 Ti
- Festplatte: 3x Corsair MP600 2 TB
- Netzteil: Corsair AX1600i (bis zu 1,6 KW Leistung)
- Lüftung: 10x Corsair iCUE QL120 RBG
- Capture Card: Elgato 4K60 PRO MK2
Das bedeutet, dass Monte einen Prozessor nutzt, der 64 Threads und 32 CPU-Kerne besitzt. Damit kann er mit bis zu 4,5 Ghz spielen. Wenn er also Fortnite oder Call of Duty zockt und streamt, gibt’s unter Garantie die beste Auflösung und eine Top-Übertragung. Die SSDs sorgen zudem für eine irre Geschwindigkeit und sind rund zehnmal so schnell wie herkömmliche Versionen. Damit seine Arbeitsstation im Stream auch was hermacht, hat MontanaBlack 340 LEDs verbauen lassen. Zehn Lüfter sorgen außerdem dafür, dass Störgeräusche kaum wahrnehmbar sind.
Doch das Beste kommt erst noch: In Montes Streaming-PC ist eine PS4 PRO mit Wasserkühlung eingebaut worden – natürlich mit 4 TB SSD, damit auch hier alles flüssig und problemlos läuft. Fun Fact: MontanaBlack erzählte in einem Stream, dass er teilweise rund zehn Sekunden in der Fortnite-Lobby warten müsse, bis die anderen Spieler bereit wären, weil seine PS so viel schneller laden würde. Alles in allem ist es schwer vorstellbar, dass Monte die Investition von 15.000€ bereut haben dürfte.
#4 Streaming-Software für kinderleichte Übertragungen
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Software-Lösungen, die die Twitch-Streams enorm erleichtern. Als Top-Anbieter hat sich Restream entpuppt, die sich zurecht als beliebteste Plattform für Gamer und Livestreamer rühmen darf. Mittlerweile gibt es bereits über 1 Million Nutzer, die auf die Vorteile von Restream schwören und ihre Videos auf Twitch, YouTube, Facebook, Periscope und Co. übertragen.
Bei Restream können Sie die Chat-Oberflächen mit verfügbaren Vorlagen personalisieren oder gezielt eine Chatbox hinzufügen, um die Interaktion mit den Nutzern zu individualisieren. Dazu gibt es Live-Voiceovers und Übersetzungen, Text-to-speech-Benachrichtigungen, Metadaten-Updates, automatisierte Warnmeldungen oder Bots. Besonders praktisch ist auch die Planungsfunktion, mit der die verschiedenen Videos sinnvoll geplant und veröffentlicht werden können.
Klasse ist auch das Analyse-Dashboard, denn dieses hilft dabei, die Streams auszuwerten, um entsprechend dazuzulernen. Zudem unterstützt Restream auch das Hinzuschalten von Drittanbieterlösungen – zum Beispiel von OBS, Elgato, SLOBS und XSplit.
#5 Stimmungsvolle Beleuchtung für Live-Streams
Sehen und gesehen werden heißt es in der Welt der Twitch-Live-Streamer. Um den eigenen Inhalt in das passende Licht zu rücken, ist dieses Gadget nicht zu vernachlässigen. Denn wir bemerken es in diversen Übertragungen leider immer wieder: Die Technik scheint top zu sein, doch die Belichtung ist zu duster, zu grell oder ist für das Auge des Zusehers nicht angenehm.
Doch Sie können sehr leicht für Abhilfe sorgen. Einige Licht-Optionen oder Beleuchtungs-Sets sind heutzutage schon zu niedrigen Preisen zu bekommen. Häufig greifen Streamer zu LED-Videoleuchten (so genannte Panels), Ringlichtern (ringförmige Dauerlichter) oder Softboxen (Lichtwannen). Diese Lösungen gibt es meist mit Stativ und in zweifacher Ausfertigung, so dass Sie den Streamer von zwei Seiten ausleuchten können.
Je nach Budget haben wir diese drei Licht-Lösungen für Sie gefunden, die nachhaltig überzeugt haben:
- Kleines Budget: Neewer LED-Videolight mit Stativ (2x) (rund 50€)
- Mittleres Budget: GEEKOTO Softbox Set mit Stativ (2x) (rund 60€)
- Großes Budget: Elgato LED-Key Light mit Klemme (rund 150€)
Wichtig ist auch, zu überlegen, wie viel Platz Sie haben werden und welcher Bereich ausgeleuchtet werden muss. Die Stative nehmen einen gewissen Platz ein, das Key Light von Elgato kann auch mit einer Klemme quasi überall angebracht werden und macht Sie damit maximal flexibel.
Sonstige Gadgets zum Abschluss
Mit den eben genannten 5 wichtigsten Gadgets für Twitch Streamer sind Sie 2023 gut ausgestattet, um in der Online-Welt durchzustarten. Wenn Ihr Budget noch etwas mehr hergibt, können Sie Ihr Equipment natürlich noch weiter aufbessern. Möglichkeiten gibt es schließlich wie Sand am Meer.
Hier eine Übersicht von weiteren Streamer-Gadgets, die sich in der Praxis bewährt haben:
- Headsets: Manche Streamer verwenden das Headset tatsächlich nur als Kopfhörer und nutzen ein zusätzliches Mikrofon. Gute Studio-Headsets bekommen Sie von Beyerdynamic, Logitech, Astro oder Sennheiser. Preispanne: ca. 20 bis 100€.
- Greenscreen: Der grüne Bildschirm ist nicht nur Hollywood-CGI-Experten vorbehalten. Mit der grünen Leinwand kannst du einen eigenen coolen Hintergrund einbauen, ihn durchsichtig machen oder Animationen kinderleicht verwenden. Preisspanne: ca. 100 bis 400€ (je nach Größe).
- Stream Deck: Dabei handelt es sich um kleines Pult, das Sie mit dem PC verbinden können. Spezielle Tasten helfen dabei, gewisse Aktionen durchzuführen. Diese Decks sind ideal auf die Bedürfnisse von Livestreamer abgestimmt und können entsprechend individualisiert werden. Preisspanne: ca. 100 bis 150€ (je nach Größe).
- Gimbals: Wer Abwechslung in seine Livestreams bekommen möchte und auch mal das Streaming-Zimmer verlässt, benötigt Gimbals, sprich Stabilisatoren für Smartphones, GoPros und Systemkameras. Damit können ruckartige Bewegungen ausgeglichen und Aufnahmen ohne nervigen Wackler produziert werden. Die Gimbals werden per Hand geführt und laufen über einen kleinen Motor, den man per USB laden kann. Preisspanne: ca. 90 bis 130€.
- Capture Card: Vor allem Streamer mit Konsole nutzen häufig die Capture Card, um Spiele aufzunehmen und abspeichern zu können. Die Cards verfügen meistens über einen HDMI-Eingang und können somit mit der Konsole verbunden werden. Die Capture Cards gibt es mit Auflösungen zwischen 1080p HD und 4K. Preis: rund 20€.