
Durch seine Vorliebe zum Nagen an Gummi und an Kunststoffen von Schläuchen, Kabeln oder sonstigen Verbindungselementen im Motorraum des Fahrzeuges hat sich der Marder zu einem regelrechten Schreck für den Fahrzeughalter entwickelt. Umgekehrt werden die wenigen Maßnahmen gegen diese Marderschäden als Marderschreck bezeichnet. Die Betonung liegt ausdrücklich auf „Schreck“. Das wildlebende Tier soll lediglich davor abgeschreckt werden, mit seinem Nagen und Beißen einen nachhaltigen Schaden anzurichten.
Gegen solche Marderschäden ist der Fahrzeughalter über die Kaskoversicherung abgesichert. Naturgemäß hat der Kfz-Halter ein Interesse daran, dass es gar nicht erst zu einem Marderschaden kommt. Dabei helfen ihm die unterschiedlichen Marderschrecks, die von Handel und Industrie angeboten werden. Damit der einzelne Marderschreck seine Wirkung nicht verfehlt, sondern den Steinmarder auch tatsächlich verschreckt und verjagt, bevor er Schaden anrichten kann, muss der ausgewählte Marderschreck punkgenau an der richtigen Stelle im beziehungsweise am Auto platziert werden.
Die richtige Platzierung des Marderschrecks am Auto
Ultraschall
US, wie der Ultraschall ganz allgemein abgekürzt wird, ist ein Schall mit der Frequenz oberhalb des menschlichen Hörbereiches. Die US-Frequenz beginnt bei etwa 15 bis 16 kHz. Aufgrund seines feinen Gehörs nimmt der Steinmarder auch Töne und Geräusche ab einem Frequenzbereich von 20 kHz und höher wahr. Sie sind für ihn unangenehm und fremd bis hin zu erschreckend. Er kennt sie nicht und verlässt zunächst fluchtartig den Ort. Das ist in diesem Fall der Motorraum des Fahrzeuges.

Der Marder markiert sein erobertes, in dem Sinne begangenes Revier auf Schritt und Tritt; er kennt es genau, kommt regelmäßig wieder und verteidigt es gegen andere weibliche sowie männliche Marder. Insofern muss mit seiner Rückkehr gerechnet werden; und das spätestens dann, wenn er sich an das immer gleiche, monotone Geräusch des US-Marderschrecks gewöhnt hat. Er merkt, dass ihm ansonsten nichts geschieht.
Dem kann der Fahrzeughalter vorbeugen, indem der US-Marderschreck mit wechselnden Frequenzen und Tönen sowie mit zusätzlichen LED-Licht- und Blitzeffekten ausgestattet wird. Abhängig von Marke und Modell des US-Marderschrecks reicht der Öffnungswinkel für die Frequenztöne von unter 180° bis 360°. Dieser Marderschreck ist für die Gesundheit des Tieres harmlos; das Tier wird lediglich erschreckt und verjagt.
Hochspannung

Im Interesse des Tieres ist es entscheidend, die Stromstärke so anzupassen, dass sich der Marder daran nicht verletzt; weder unmittelbar noch nachhaltig. Der Stromschlag muss von seiner Wirkung her einen Überraschungseffekt auslösen. Zahl und Platzierung der Kontaktplatten können bedarfsgerecht ausgewählt werden. Entscheidend für das Auslösen des Stromschlages ist das Schließen des eingerichteten Stromkreises im Motorraum.
Auch wenn der Marder ein Gewohnheitstier ist, dass nicht davon ablassen kann, sein einmal markiertes Revier immer wieder aufzusuchen, kommt das Tier mit seinem Hang zum Nagen und Beißen nicht weiter. Es tritt immer wieder auf die Kontaktplatten und muss erneut den Motorraum zwangsläufig verlassen. Insofern ist die Hochspannung mit ihrem Stromkreislauf ein ebenso hilfreicher wie wirksamer Marderschreck. Wenn die Kontaktplatten optimal platziert sind, dann ist der Motorraum vor Marderbissen sehr sicher.
Maschendraht

Erfahrungsgemäß wird das Tier davon ablassen, über den Maschendraht in den Motorraum hineinzugelangen. Für den Erfolg dieses Marderschrecks ist es ausschlaggebend, den Maschendraht sowohl in ausreichender Größe als auch geschickt zu platzieren.
Nadelsperre
Ein ebenfalls mechanischer Marderschreck ist die Nadelsperre. Sie ist mit den elektrisch geladenen Kontaktplatten vergleichbar. Anstelle des Stromkreises werden die im Motorraum platzierten Kontaktplatten mit kleinen Nadeln gespickt. Abhängig von der gekonnten Platzierung kommt der Marder kurz über lang mit der Nadelsperre in Kontakt. Für ihn ist das unangenehm bis schmerzhaft. Er wird notgedrungen den Motorraum verlassen, sicherlich aber wiederkommen.
Wenn auch nicht gleich beim ersten Mal, so sind doch dauerhaft Verletzungen an den Tierpfoten recht wahrscheinlich. Insofern ist dieser Marderschreck nicht besonders tierfreundlich. Immerhin kann das verletzte wildlebende Tier nicht ärztlich behandelt werden. Der „echte“ Tierfreund mag sich nicht ausdenken, was auf Dauer aus einer so verursachten Verletzung werden kann. Insofern ist dieser Marderschreck unter den sich bietenden sicherlich nicht die beste Lösung.