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Baugenehmigung für einen Carport notwendig?

Carports sind weitaus preiswerter als gemauerte Garagen. Handwerklich ambitionierte Hausbesitzer können die Unterstände mithilfe fertiger Bau-Sets selbst aufbauen, die sämtlichen benötigten Materialien in der richtigen Menge enthalten. Grundsätzlich handelt sich die Errichtung um eine bauliche Maßnahme, die genehmigungspflichtig ist. Der Gesetzestext definiert einen Carport mit einer “Anlage, die in einer dauerhaften Weise fest mit dem Erdboden verbunden ist”.

Nur in Nordrhein-Westfalen ist jedes Modell und jede Größe eines Carports an eine Baugenehmigung gebunden. Von dieser Regelung existieren Ausnahmen, die in der Landesbauordnung jedes Bundeslandes sowie auf kommunaler Ebene nach dem Bebauungsplan unterschiedlich geregelt sind.

Daher können wir Ihnen an dieser Stelle keine allgemeingültige Auskunft geben. Die meisten Bundesländer erlauben bei Garagen und Carports genehmigungsfrei bis zu 3 m Wandhöhe bei maximal 30 m² Grundfläche. Im Saarland ist bis zu 36 m² Grundfläche genehmigungsfrei, in Brandenburg liegt die Freigrenze der Bodenfläche bei maximal 150 m². Auch hier sind weitere Regelungen regional abweichend. Zu berücksichtigen ist beispielsweise die Größe der Grundfläche, die Wandhöhe und die Dachform: Ein Flachdach kann erlaubt sein, ein Spitzdach hingegen nicht.

Wo stellt man den Bauantrag für den Carport?

Um die Baugenehmigung zu erhalten, stellen Sie zuerst den Bauantrag. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf der Materialien für den Carport nach den regionalen Vorschriften beim städtischen Bauamt, dem Bezirksamt oder der zuständigen Kreisverwaltung.
Welche Behörde zuständig ist und wie das Verfahren zur Stellung des Bauantrags durchgeführt wird, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Vor der förmlichen Stellung des Bauantrags empfehlen wir, eine Bauvoranfrage an die Behörde zu richten. Neben dem eigentlichen Antragsformular, das im Internet zum Download bereitsteht oder beim Bauamt erhältlich ist, benötigen Sie gewöhnlich noch diverse Dokumente.

Vom Fachhändler erhalten Sie:

  • Die Baubeschreibung mit Ansicht, Grundriss und Schnitt
  • Die Bauzeichnung im Maßstab 1:1000
  • Die Berechnung zur Statik

Daneben erhalten Sie beim Katasteramt den Lageplan im Maßstab 1:500 und die Flurkarte. Beide Unterlagen dürfen höchstens zwei Jahre alt sein. Machen Sie sich erst auf dem Weg zum Bauamt, wenn Sie genannte Unterlagen in Händen haben. Der Hersteller sollte die Unterlagen zum Carport bereits vor dem Kauf zur Verfügung stellen, denn erst nach Sichtung der Unterlagen können die Mitarbeiter der Baubehörde über die Realisierung Ihres Vorhabens entscheiden. Hier werden bestimmte Auflagen nach der aktuell gültigen Bauordnung und die Genehmigungspflicht erteilt.

Wenn Sie einen Carport bauen möchten, sprechen Sie mit dem Nachbarn

Kleinere Anbauten benötigen gewöhnlich keine Genehmigung des Bauamtes, es sei denn, diese sollen nahe der Grundstücksgrenze errichtet werden. Die Auflage vom Bauamt sagt unter anderem aus, welcher Mindestabstand des Carports zur Grundstücksgrenze eingehalten werden muss.

Auch wenn von Rechts wegen alle Anforderungen erfüllt werden, empfehlen wir Ihnen vor Baubeginn mit Ihrem Nachbarn zu sprechen.

Falls das Bauvorhaben den Nachbarn stört, kann es darüber zu Streitigkeiten kommen. Möglicherweise lässt sich der Streit nicht beilegen, doch wenn sich der Bauherr an die gesetzlichen Vorschriften hält, hat dieser das Recht auf seiner Seite. Wenn eine Einigung scheitert, raten wir zur schriftlichen Kommunikation. Schließlich müssen die Parteien noch viele Jahre Seite an Seite leben. Welche Mindestabstände zur Grundstücksgrenze eingehalten werden müssen und die allgemeine Rechtslage erfahren Sie in den Landesbauordnungen (LBO) der Bundesländer:

  • Baden-Württemberg: 50 Abs. 1 LBO
  • Bayern: Art. 57 BayBo
  • Berlin: § 62 BauOBln
  • Brandenburg: § 61 BbgBO
  • Bremen: § 61 BremLBO
  • Hamburg: § 60 HbauO (in Verbindung mit Anlage 1)
  • Hessen: § 55 HBO (in Verbindung mit Anlage 2)
  • Mecklenburg-Vorpommern: § 61 LbauO M-V
  • Niedersachsen: § 60 Absatz 1 NBauO
  • Nordrhein-Westfalen: §§65, 67 BauO NRW
  • Rheinland-Pfalz: § 62 LBauO
  • Saarland: § 61 LBO
  • Sachsen: § 61 SächsBO
  • Sachsen-Anhalt: § 60 BauO LSA
  • Schleswig-Holstein: § 63 BauO S-H</<li>
  • Thüringen: § 60 ThürBO

Wann kann der Bau eines Carports beginnen?

Warten Sie mit dem Kauf der Materialien für den Carport bis zur Erteilung aller Genehmigungen. Vorteilhaft ist es ebenso, die schriftliche Einwilligung Ihres Nachbarn einzuholen. Falls Sie voreilig handeln und ohne Genehmigung beginnen, kann das Bauvorhaben Probleme bereiten. Es ist schon oft vorgekommen, dass verärgerte Anlieger die Baubehörde informiert haben. Kann der Bauherr dann keine Erlaubnis vorweisen, muss schlimmstenfalls der Carport wieder demontiert werden.

Die Gemeinden greifen bei “wilder” Bebauung streng durch, obwohl es sich um Ihren eigenen Grund und Boden handelt Auch wenn die Erteilung der Baugenehmigung nicht erforderlich ist, müssen Bauherren oder beauftragte Architekten eine ganze Reihe Vorschriften beachten. Ebenso können Nutzungsänderungen die Behörden auf den Plan rufen.

Nachgenehmigungen sind aufwendig, teuer und sorgen für Stress. Wertvolle Informationen erhalten Interessierte in der Broschüre der Verbraucherzentrale “ABC des Baurechts”.

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