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So läuft die Datenübertragung bei einem Schnurlostelefon ab

Die ersten schnurlosen Telefone erschienen Ende der 70er Jahre in den USA und benutzten noch analoge, unverschlüsselte Übertragungsverfahren. In Europa wurde im Jahr 1984 der erste Standard für die Funkübertragung zwischen Basisstationen und Handgeräten von Schnurlostelefonen veröffentlicht.

Der damals angebotene Frequenzbereich im Funkstandard CT1 kollidierte jedoch schon bald mit dem von Mobilfunktelefonen genutzten GSM-Band, daher dürfen den CT1-Standard nutzende Schnurlostelefone seit 1998 in Deutschland nicht mehr betrieben werden. Die Nachfolge-Standards CT1+, CT2 und CT3 konnten sich nicht langfristig durchsetzen, da aufgrund des analogen Übertragungsverfahren keine umfassende Entstörung der Signale und keine Abhörsicherheit gegeben war.

DECT brachte den Durchbruch

Der moderne Nachfolger der analogen Übertragungsverfahren ist der digitale Standard DECT. Genutzt wird im DECT-Standard der Frequenzbereich von 1880 bis 1900 Megahertz. Ausnahmen gibt es nur wenige. Einige Schnurlostelefone, die als Endgeräte für IP-Telefonie an Routern eingesetzt werden, verwenden das WLAN-Netz. Den Bluetooth-Standard verwendende Schnurlostelefone konnten sich auf Grund der mangelnden Verbindungsqualität und des schlechten Datenschutzes nicht am Markt durchsetzen.

Im Gegensatz zu den analogen Vorläufern besitzen schnurlose Telefone mit DECT-Standard einige Sicherheitsmerkmale, die ein unbefugtes Abhören erschweren.
So bucht sich jedes Handset mit einem verschlüsselten Code in die Basisstation ein. Auch wenn bei DECT-Telefonen mit hohem technischen Aufwand ein Abfangen und Dekodieren von Gesprächen theoretisch möglich ist, ist der Abhörschutz weit besser als bei nach analogen Verfahren arbeitenden Schnurlostelefonen.

Betrieb mit mehreren Basisstationen

Schnurlostelefone haben auf Grund der maximalen Ausgangsleistung von 250 Milliwatt eine kleinere Reichweite als Handys, jedoch reicht die Leistung für den Verbindungsaufbau innerhalb von Wohnungen und Einfamilienhäusern aus. Der Wechsel zwischen mehreren Basisstationen ist wie beim Mobilfunk auch nach dem DECT-Standard technisch möglich, jedoch nicht durchgehend harmonisiert und von den genutzten Endgeräten abhängig.

Für die meisten Verbraucher spielt dieser Umstand keine Rolle, da sie mit ihren Mobilteilen ausschließlich von der heimischen Basisstation aus telefonieren. Um große Gebäudeflächen und mehrere Etagen zu versorgen, lassen sich mehrere Basisstationen zu einem Netz zusammenschalten. Ähnlich wie in einem Mobilfunknetz bucht sich das Handgerät automatisch in die nächstgelegene bekannte Funkzelle ein, so dass kein Gesprächsabbruch erfolgt und eine durchbleibend gute Sprachqualität gewährleistet ist.

Repeater füllen Funklöcher

Die Funkverbindung zwischen Basisstation und Handgerät wird bei schnurlosen Telefonen nach dem Vollduplex-Prinzip aufgebaut. Der Funkkanal überträgt parallel Sender und Empfänger. Damit lässt sich ein dem kabelgebundenen Telefon vergleichbares Gespräch führen, ohne dass die Teilnehmer sich gegenseitig übersprechen oder es zu Störungen kommt. Basisstation und Handgerät besitzen jeweils ein Sende- und Empfangsteil inklusive Antenne.

Jedes Funksignal ist in der Reichweite von der Höhe des Antennenstandorts abhängig. Auch bei schnurlosen Telefonen verbessert eine möglichst hohe Aufstellung der Basisstation die Reichweite.

Je nach den baulichen Gegebenheiten und den für Zwischenwände, Böden und Decken verwendeten Materialien kann die Ausbreitung der Funkwellen beeinträchtigt werden. Zur Überbrückung größerer Entfernungen bietet der Handel Repeater an, die das Signal der Basisstation aufnehmen und in weitere Räume übertragen. Wer in einem großen Gebäude an einem strategisch günstigen Standort einen Repeater installiert, kann für eine deutliche Verbesserung der Sendeleistung sorgen.

Die Identifizierung der einzelnen Handgeräte nimmt die Steuerelektronik der Basisstation automatisch vor, so dass nach der einmaligen Einrichtung keine weitere Konfiguration der Anlage erforderlich ist. Die Elektronik ermöglichte auch den Verbindungsaufbau der Handgeräte untereinander und pegelt Störeinflüsse automatisch aus.

Schnurlostelefone und Elektrosmog

Schnurlose Telefone verbrauchen wenig Strom und tragen kaum zum Elektrosmog in einem Haus bei. Dieser Umstand hat zur großen Verbreitung der Anlagen führt. Selbst in kleinen Haushalten sind heute daher kaum noch schnurgebundene Telefone zu finden.

Wer sich für ein modernes Schnurlostelefon mit Eco-Modus entscheidet, muss sich um gesundheitliche Risiken keine Gedanken machen. Dennoch stehen Schnurlostelefone ähnlich wie Handys öfters in der Kritik, da gesundheitliche Gefahren durch elektromagnetische Strahlung befürchtet werden. Da die Sendeleistung auf 250 Milliwatt beschränkt ist, sehen die meisten Experten bei vernünftigem Umgang mit den Geräten keine Gefahren für Nutzer von Schnurlostelefonen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, bei langen Telefonaten die Freisprechfunktion zu nutzen oder ein Headset an das Handgerät anzuschließen. Viele Schnurlostelefone bieten die Möglichkeit, ein monaurales oder binaurales Headset am Mobilteil anzuschließen. Bei Nutzung mit Headset lässt sich das Handgerät mit einem Gürtelclip am Körper befestigen.

Der Nutzer hat beide Hände frei und kann während des Telefonats weiter seiner Arbeit nachgehen oder Notizen machen.

Da die Basisstation je nach Konfiguration auch bei Nichtnutzung des Geräts Impulse aussendet, um sich mit den Mobilteilen zu synchronisieren, sollte die Ladeschale nicht in unmittelbarer Nähe der Schlafstatt aufgestellt werden.
Viele schnurlosen Telefone besitzen einen sogenannten Eco-Modus, der die elektromagnetische Strahlung auf ein Minimum reduziert und den von dem Gerät ausgehenden Elektrosmog stark reduziert. Sobald das Handgerät in der Ladeschale der Basisstation liegt, nehmen viele aktuelle Geräte keine Synchronisation per Funk mehr vor.

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